MONSTER MAGNET - Spine Of God (Re-Issue)
Monster Magnet - Spine of GodGenre: Psychedelic Rock / Stoner Rock
Label: Napalm Records
Veröffentlichung: 01.09.2017
Bewertung: Klasse (8/10)
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Mit „Spine Of God“ veröffentlichen die Jungs aus New Jersey nicht nur ihr Debut Album aus dem Jahr 1991 erneut, sondern nebenbei noch die zuvor rar gesehene EP „Trap“ (um die es hier aber nicht gehen soll). Für viele ist diese Platte ein Meisterstück an Musik, welches MONSTER MAGNET in der rohesten Form widerspiegelt, noch weit entfernt von dem straighten Rock, den sie auf ihren aktuellen Alben zum Besten geben.

Der Opener kommt erst langsam ins Rollen und bleibt erstmal auf einem normalen Niveau, ohne zu verraten, welches Potential sich im Laufe der gut ausgefüllten 60 Minuten noch entfalten wird. Die ersten paar Sekunden, in denen man nur die Drums hört, klingen wie ein kurzer Soundcheck, bis die gewohnt verzerrten Gitarren einsetzten und der verhallte Gesang hinzu kommt. Mit kraftvoller, sowie rauer Stimme, leitet Dave Wyndorf uns durch „“Pill Shovel“. Lange dauert es nicht, bis wir zum ersten typischen Stoner-Merkmal kommen, nämlich einem kleinen, wabernden instrumentalen Einschub, in dem nichts groß passiert, außer ein bisschen Gitarrendudelei im Hintergrund.

„Black Mastermind“ ist wohl durch den einen oder anderen Blues Einfluss ein kleiner Ausreißer, dennoch fügt sich der Song durch das ohrwurmwürdgige Riff, welches sich wie ein roter Faden von vorne bis hinten verewigt hat, perfekt in das Gesamtbild von „Spine Of God“ ein. Von Takt zu Tat ist eine Steigerung erkennbar, die in einer psychedelischen Gitarren-Eskalation endet. Getragen von einem soliden Bass, der stetig besagtes Riff als Grundlage wiederholt, und virtuosem Getrommel, solieren die beiden Gitarristen wild vor sich hin und geben „Black Mastermind“ somit einen ganz eigenen Klang mit Wiedererkennungswert.

Mit guten acht Minuten ist der Titeltrack neben „Ozium“ der längste Track. Er beginnt zuerst langsam und lediglich mit einem einfachen Riff, welches ausnahmsweise mal nicht verzerrt ist. Dazu bietet uns Sänger Dave Wyndorf eine Gesangsmelodie, die mal Hand in Hand mit dem beinahe monotonen Riff geht, dann jedoch wieder melodiöser und aggressiver wird. Der Chorus ist weitaus lauter und energetischer, geht allerdings wieder in einen ruhigen Verse über. So gar nicht wie der Beginn, ist das, was uns gegen Ende erwartet, allerdings dauert es seine Zeit, bis der Höhepunkt von „Spine Of God“ erreicht ist. Der Chorus wird nämlich kurzerhand in eine laute Solo-Strecke umgewandelt, die dann schnell wieder in einen verhältnismäßig ruhigen Teil fließt um im Outro im völligen Chaos zu versinken. Jeder scheint grade das zu machen was er will, ohne aufeinander zu hören.

Der letzte Track „Ozium“ haut zum Schluss nochmal ordentlich rein und knüpft damit an den Aufbau des Titeltracks mit Erfolg an. Erst ein entspannter Anfang, der durch das Delay auf den Vocals recht verschwommen klingt, sich aber immer mehr und mehr zu öffnen beginnt, bis wir in den Genuss eines weiteren Chaos kommen. Ohne Regeln wird hier wieder drauflos gespielt um ein zünftiges Outro abzuliefern. Dies ist den Jungs auch ausgesprochen gut gelungen, denn man hat das Gefühl immer mehr und mehr eingesogen zu werden und irgendwann zwischen den eigenwilligen Gitarren und dem undefinierbaren Gesang (falls man ihn zu der Zeit noch so nenne kann) zu verschwinden.

„Spine Of God“ ist sicherlich eines der charakteristischen Werke aus der Stoner Szene und hat es zu 100% verdient gelobt zu werden, auch wenn der eigentliche Release schon eine Ewigkeit her ist. „Spine Of God“ ist ein super Debut Album, welches schön nach blutigem Anfang klingt, nebenbei aber dennoch komplett zu sein scheint, als würde die Band schon seit einer gefühlten Ewigkeit in dieser Konstellation Musik machen.

Gelegentlich könnte meiner Meinung nach ein bisschen mehr Bums dazwischengequetscht werden, einfach damit es ein bisschen frischer klingt und den Drums würde es gut tun, nicht wie Plastik sondern wie ein richtiges Instrument behandelt zu werden. Nichtsdestotrotz ändert dies nichts an dem unfassbaren Vibe dieser Scheibe, der auch noch nach Stunden nach dem Hören hinter einem herzuwabern scheint.