FOZZY – Judas (Review)
fozzy_judasGenre: Heavy Metal
Label: Century Media
Veröffentlichung: 13.10.2017
Bewertung: Sehr Gut (7/10)

Facebook

Als Kind der 90er gab es damals nur eines für mich: Batista, den Undertaker und natürlich den einzig wahren Chris Jericho! Mit „Judas“ kommt bereits das achte Album von FOZZY raus – ein Album weniger als Chris Jericho WWE Intercontinental Champion Titel hat!

„Judas“ startet gleich mit voller Wucht á la Tornado DDT mit dem Titeltrack. Klassisch Heavy Metal mäßig mit rotzigem Gitarrenriff zum Einstieg, kurzer Verschnaufpause vor dem Ring, um dann im Refrain in alter Leg Drop Manier richtig auf die Fresse zu liefern.
Richtig los geht die Scheibe jedoch erst mit dem zweiten Track „Drinkin With Jesus“. Hier zeigt „The Ayatollah of Rock ’n‘ Rolla“ sein wahres Gesangstalent und singt eingängige Melodien, die schon beim ersten Hören zum Mitsingen und feiern Anregen. Mit Gitarrensolo werden die vielen Samples und der starke Hall in der Stimme perfekt abgerundet, sodass, wenn auch etwas überraschend, ein richtig schönes Gesamtbild entsteht. Fakt ist „Drinkin With Jesus“ schlägt ein wie eine Power Bomb.

Ein kleiner Southern-Rock Einschlag kommt dann mit „Painless“, der sich jedoch nur durch das Intro von dem Rest der Scheibe unterscheidet. Bis auf einige Ausnahmen, wie eben „Drinkin With Jesus“ oder aber „Judas“ ist die Scheibe leider relativ Inspirationslos und vorhersehbar wie ein Clothesline und ist kurz vorm Auszählen. Zwischendrin ist dann jedoch noch ein echter Hoffnungsschimmer wie „Burn Me Out“. Hier muss man sich auch nicht schämen, den Song das erste Mal zu hören und bereits beim zweiten Refrain mitzusingen. Zeugt jetzt nicht gerade vom Abwechslungsreichtum der Band, aber definitiv davon Ohrwürmer zu produzieren. Die Samples kommen hier richtig gut an und sorgen für gute Stimmung. An SCI-Fi Metal erinnert dann auch gleich wieder – eben durch übertriebe Samples – „Three Days In Jail“. Nichts für ungut, aber den Song zu hören ist ein wenig wie drei Tage Knast.
Mit „Wolves At Bay“ kommt dann jedoch noch mal ein richtiger finishing move, der den gesamten Kampf noch einmal rumreißt und richtig auf die Fresse gibt. Blut spritzt und alle sind sich einig, der Song ist echt und sicher nicht gestellt.

Y2J und sein Tag-Team haben mit „Judas“ definitiv ein gutes Album abgeliefert, dem es hier und da jedoch zu häufig an Inspiration, Abwechslung und Emotion fehlt. Dennoch kann man sich die elf Song gut und häufig anhören, richtige Musik, um zum Ring zu laufen, ist jedoch nur die Hälfte der Songs. Dennoch gut gelungen. Die Platte kommt gar nicht erst ins Regal, die bleibt gleich im Player.