THE COMMITTEE - Memorandum Occultus
the-committee-memorandum-occultus-cdGenre: Black Metal
Label: Folter Records
Veröffentlichung: 25.02.2017
Bewertung: Gut (6/10)

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THE COMMITTEE sind einer der neuesten Senkrechtstarter der letzten Jahre, es kommt stetig Lob von allen Seiten. Die internationale Formation steht also nun vor hohen Erwartungen seitens der Musikkritiker.

„Memorandum Occultus“ ist das zweite Album, und wer meint, dass sechs Songs zu wenig sind, wird jedoch schnell merken, dass sie Überlänge haben und somit das Album komplett ausfüllen. Auch wenn die Band teilweise in den Doom-Sektor eingeordnet wird, beginnt das erste Lied „Dead Diplomacy – Weapons of War“ doch recht zügig und dynamisch. Man findet typische Black-Metal-Komponenten vor wie durchgängige Schlagzeugpassagen, krächzender Gesang und rauschende Gitarrenwände. Auch wenn es innerhalb der Songs mal hier und da ein paar Tempowechsel gibt, so sind die Songsstrukturen im ganzen Album nicht sonderlich abwechslunsgreich. Grundsätzlich ist die Stimme eher im Hintergrund gehalten, was schade ist, da sich die Band textlich mächtig ins Zeug gelegt hat und qualitativ hochwertig große Themen wie Geld/ Konsum, Drogen und auch Religion behandelt. Doch so kommen sie nicht so gut zur Geltung.

Wenn man sich das Album nicht bewusst anhört, sondern eher im Hintergrund laufen lässt, klingt es leider wie sehr viele andere aus diesem Bereich auch. Am spannendsten ist hier das Lied „Treacherous Teachings – Weapons of Religion“ gestaltet, da sich hier auch eher untypische Passagen finden lassen wie z.B. religiöse Gesänge, die natürlich die Thematik und die Atmosphäre besonders gut unterstreichen, und auch ein schöner Ausklang vorhanden ist. In „Flexible Facts – Weapons of History and Chronology“ wird ein Zitat von JFK eingespielt, welches genauso hilft, den Inhalt des Textes hervorzuheben. Trotz dieser gut platzierten stilistischen Mittel, bleibt die Botschaft nur hängen, wenn man sich ausgiebig mit ihr beschäftigt.

Neben der guten Produktion sind auch die sehr schönen und gut gelungenen Gitarrenmelodien, sowohl elektrisch als auch akustisch, zu würdigen. Diese beeinflussen die Atmosphäre in den einzelnen Songs am meisten und sorgen auch am ehesten für Abwechslung.

Leider kann ich mich vielen Kritikerkollegen nicht so richtig anschließen, was das neue Album von THE COMMITTEE angeht. Größtenteils hat man die Geräuschkulissen schon gehört, kaum ein Song mag wirklich hervorzustechen. Die Gitarren und der textliche Inhalt holen dagegen einiges wieder raus. „Memorandum Occultus“ lässt sich gut hören, reißt aber nicht unbedingt sofort vom Hocker. Eine handfeste Black-Metal-Scheibe, die den Fans sicher gefällt.