BLOODY HAMMERS - The Horrific Case Of Bloody Hammers (Review)
bloody hammers kleinGenre: Rock 
Label: Napalm Records
Veröffentlichung: 14. Juli 2017
Bewertung: Klasse (8/10)
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Das Albumcover von „The Horrific Case Of Bloody Hammers“ erinnert mehr an ein altes Filmplakat als an eine CD. Die kleineren Bilder mit ihren Überschriften geben bereits inhaltliche Hinweise auf die folgenden Songs und ich frage mich, welche Art von Musik mich nun erwartet. Der Name der Band BLOODY HAMMERS klingt bereits ziemlich brutal, allerdings sieht das Artwork für mich nicht nach dem üblichen Geschreddere aus. Ich bin gespannt und erwarte etwas Spezielles, Eigenes.

Es geht direkt mit schweren, harten Drums und Gitarrenriffs los und die dunkle, ruhige Stimme des Sängers ertönt. So weit, so gut. „Gates Of Hell“ ist recht eintönig, bis der Wortfetzen „burn“ leicht gegrowled und verhallend daherkommt. Als es beim zweiten Mal durch Syntheziser im Hintergrund unterstrichen wird, bin ich schon etwas platt; damit hatte ich nicht gerechnet. Der folgende doppelte Gesang ist gut, er macht den Song diverser. Die Gitarren folgen diesem hart und treten schließlich in den Vordergrund. Und was ist das? Keyboard, Orgel, Syntheziser? Was auch immer es ist: Es ist cool! Anders Mangas Stimme hätte aber ruhig noch etwas unterschiedlicher eingesetzt werden können. Das Ende ist absehbar und da, wo es hingehört.
Das Intro von „Blood“ erinnert an einen Horrorfilm: harte, dröhnende Instrumente, dann ein kurzer Moment Leerlauf, bis wieder eine dunkle Stimme ertönt. Sie steht im Vordergrund und ruft uns den Refrain zu, was inhaltlich gut passt und von der harten Melodie unterstrichen wird. Je länger ich den Song höre, desto besser gefällt er mir. Der Gesang trägt das Lied eigentlich schon ganz allein, aber durch den gekonnten Einsatz von Orgelklängen wird die düstere Stimmung noch weiter ausgebaut. Ich fühle mich nun wie die in einem alten Vampir-Streifen in schwarz-weiß. Das Ende des Liedes wird durch das Ausrufen des letzten Satzes des Sängers gekennzeichnet und rundet das Ganze ab.
Bei dritten Song spielen die Syntheziser eine tragende Rolle, außerdem wird das Lied durch die Drums in Szene gesetzt. Die Stimme ist dieses mal anders: raunender, ruhiger. Das Gitarrenriff bricht die Ruhe und der Gesang wird mit den Synthezisern eindringlicher. Die Atmosphäre ist gruselig und erinnert mich an Elektro á la „Perturbator“. Die Melodie ist super; die Syntheziser und Gitarren ergänzen sich perfekt und gesalten den Zwischenpart atmosphärisch, fast wie einen Rausch. Die Stimmung wirkt gleichzeitig leicht bedrohlich und romantisch, ja, fast hoffnungsvoll. Die Stimme ergänzt hier eher die Instrumente, als im Vordergrund zu stehen. Die Gitarren verklingen und lassen Raum für die eindrücklichen Syntheziser, die von den Drums weiter untermalt werden. Der Abschluss ist gut, wäre aber noch besser gelungen, wenn er mehr Zeit zum Ausklingen gehabt hätte.
„Vultures Circle Overland“ – wiedereinmal ein harter, eher schneller Beginn. Drums und Gitarren rocken, die Stimme des Sängers klingt etwas nasal und steht hier wieder im Vordergrund. Sie wird besonders von den Drums betont, und beginnt, wenn die Instrumente einsetzen, zu rufen; ab jetzt nimmt der Song Fahrt auf. Zwischenzeitlich  wird er wieder durch die Strophen und instrumentale Parts abgeschwächt, verliert deshalb aber nicht an Intensität. Der Refrain lädt zum Mitgehen ein und das einsetzende Keyboard bringt eine ganz neue Note in das Lied. Zum ersten Mal nehme ich den Songtitel bei einem Lied wirklich wahr und höre den Refrain deutlich heraus.
Lied Nummer fünf bietet uns wieder einen harter Start und eine andere und doch schmetternde Melodie, bis die ruhigen Syntheziser in den Vordergrund treten. Sie unterstreichen dunkel, ja richtig düster, zusammen mit den Drums den eindringlichen Gesang. Die Lyrics sind unheimlich; bei „All The Colours Of The Dark“ höre ich bei zum ersten Mal wirklich, was inhaltlich auf dem Album erzählt wird. Der Gesang wird von harten Riffs abgelöst, die die Stimme unterstützen, die weiterhin im Vordergrund steht. Die Drums geben weiterhin einen coolen Rhythmus vor, der die unheimliche Stimmung des Songtextes widerspiegelt. Durch die Gitarren werde ich wieder aus meinen Gedanken über den hypnotischen Gesang gerissen; der Refrain ist einfach gut. Ein  instrumentaler Zwischenpart mit genialen Synthies folgt: Oh mein Gott! Sie klingen fast wie die hellen Schreie einer Frau und unterstreichen die Lyrics des Songs. Das ist ja mal richtig, richtig gut! Das Verklingen der Gitarren geht mit der unterschwellig zu hörenden Stimme des Sängers einher und das Ende fühlt sich an, als wäre ich benommen, fast wie in Trance.

Der letzte Song von „The Horrific Case Of Bloody Hammers“ startet mit ruhigen Orgelklängen, die vom Schlagzeug abgefangen werden; es ist ein seltsames Zusammenspiel, aber kein schlechtes. Die Melodie verliert dadurch leicht an Intensität, aber die Drums bringen dafür den nötigen Rhythmus hinein. Der Gesang wird leicht vom Scheppern der Drums übertönt, da er eher ruhig ist, und hält sich damit zumindest im Refrain im Hintergrund. Die Lyrics kommen hier wieder mehr heraus, die Stimme ist jedoch eher monoton. Die Syntheziser bringen mit ihrem Einsetzen auch den Gesang jedes Mal wieder auf Vordermann, der dann etwas mehr Fahrt aufnimmt. Das Gitarrensolo ist genial; damit hätte ich (schon wieder) nicht mit gerechnet. Ganz besonders im Zusammenspiel mit den Synthezisern. Dieser Part hätte ruhig etwas länger sein können, denn der Gesang kehrt eintönig zurück. Das Lied ist langsam, aber nicht unbedingt langweilig (allerhöchstens die Strophen) und sehr atmosphärisch. Die Drums lassen „The Bloodsucker Leads The Dance“ zusammen mit den Synthezisern ausklingen; das Ende hätte aber ruhig noch etwas länger sein können.
Fazit: Das Albumcover passt wie die Faust auf’s Auge; es erinnert an schwarz-weiß Horrorfilme von früher, ebenso wie die CD, wenn man sie sich anhört. Die Syntheziser sind genial und ich würde mir wünschen, dass diese auch bei etwas härterer Musik öfter zum Einsatz kämen. Die Stimme von Anders könnte manchmal etwas diverser sein, aber ich bin begeistert von der Eigenheit dieser Musik – das ist mal was anderes!