VIRVUM - Illuminance
Virvum-IlluminanceGenre: Technical Death Metal
Label: Season of Mist
Veröffentlichung: 24.11.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

Website

Als eine relativ unbekannte Schweizer Band ihr Debütalbum „Illuminance“ im Jahr 2016 veröffentlichte, vermuteten nur Insider den massiven Einfluss, den sie auslöste. Doch aufgrund dieser Veröffentlichung wurde VIRVUM angeboten, bei Season of Mist zu unterschreiben. Jetzt gibt ihr neues Zuhause „Illuminance“ neu heraus, das zum ersten Mal auf Vinyl erhältlich sein wird.

Los geht es mit einem etwas hymnenhaften aber recht wirren Intro. Setzen zu Beginn die Gitarren mit rhythmischen Riffs ein, so meint man mittendrin, man wolle jemandem huldigen. Das Ende hingegen wirkt verschleppend und wird mit einem Growl beendet.

„Earthwork“ wächst mit der Zeit. Sind es am Anfang Puzzleteile, die sich im Laufe des Songs zu einem echten Brecher entwickeln. Überraschend das langsame Outro, das aber in einem übergeht zum Titelsong „Illuminance“. Nach den eineinhalb Minuten Vorspiel geht es auch schon richtig zur Sache. Klirrende Gitarren, tiefdunkle Growls und Blastbeats begleiten einen durch den Orkan der Instrumente. Der Mittelteil ist etwas ruhiger und aufgeräumter, bis jedoch auf das Finale des Stücks losgestürmt wird. Melodische Gitarrenriffs, zwischendurch immer Doublebass und Blastbeats, die Growls von Bryan Berger. Alles das macht „Illuminance“ zu einem abwechslungsreichen Song mit einem Ende, da meint man, das Lied säuft ab, bevor die eingängigen Riffs und Drums dem Ganzen einen würdigen Schlusspunkt setzen.

Auch die nächsten Titel „Ad Rigorem“ und „Tentacles Of The Sun“ sind Songs, die zu begeistern wissen. Geht der Erstere ziemlich auf den Nacken, so bietet „Tentacles Of The Sun“ doch Zeit zum Verschnaufen. Mit den weiterhin melodischen Riffs und den Growls wird aber das Tempo wieder rasch angezogen.

„Elemental Shift“ legt mit hysterischen Gitarren los, Growls und dann der Bombenhagel der schnellen Drums. Es wird auf das Finale des Longplayers zugesteuert, welches in zwei Stücke aufgeteilt ist.

Glaubt man zu Beginn von „A New Journey Awaits“ , da kommt gleich Heidi den Berg heruntergelaufen, so wird man mit den einsetzenden Gitarren und langsamen Drums nach einer halben Minute gänzlich enttäuscht.

„A Final Warming Shine: Ascension And Trespassing“ legt gleich los, wie die Feuerwehr. Die Gitarren erinnern manchmal an Luca Turilli bei den langsameren und melodischen Teilen des Songs. Dann wird das Tempo wieder merklich angezogen. Trotz der zehneinhalb Minuten wird es bei dem letzten Stück des Albums nie langweilig.

Mit ihrer professionellen Einstellung, dem außergewöhnlichen technischen Können jedes einzelnen Musikers und nicht zuletzt mit den hervorragenden kollektiven Songwritingfähigkeiten sind die Schweizer nun bereit für den nächsten Schritt. Während VIRVUM im Studio eine neue monströse Platte kreiert, wird ihr großartiges Debüt ‚Illuminance‘ wiederveröffentlicht.