EPICA – Hamburg, Markthalle – 13.11.17

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Die Symphonic-Metal-Größen aus den Niederlanden laden zum Feiern in die Markthalle ein und haben interessante Gäste mitgebracht. Da lässt man sich nicht zweimal bitten und wird zum Dank mit enthusiastischen Musikern und hochmotivierten Konzertgängern belohnt, die sich alle zusammen für einen Montagabend doch sehr ins Zeug legen. Als erstes entern MYRATH aus Tunesien die Bühne. Zwar ist der Saal noch nicht komplett mit Zuschauern gefüllt, doch diejenigen, die sich die Mischung aus Progressive Metal mit orientalischen Klängen bereits zu Gemüte führen, sind der Musik sehr zugeneigt. Wirklich schade, dass die Band nicht mehr Zeit hat, weitere Songs zu präsentieren, denn dem Publikum hätte dies durchaus gefallen.

Als zweiten Support geben sich VUUR die Ehre. Das neue Progressive-Metal-Projekt um Anneke van Giersbergen  kann neben der wohlbekannten Sängerin auch weitere hochkarätige Mitglieder nachweisen wie Ed Warby oder Ferry Duijsens. Die Halle ist etwas leerer als zuvor, aber dafür machen die vorderen Reihen gut Stimmung. Zu hören gibt es hier natürlich vor allem die Songs aus dem Debütalbum, doch zum Schluss gab die Band den The-Gathering-Klassiker „Strange Machines“ zum Besten, zur Freude der Anneke-Fans im Saal.

Dann ist es soweit. Licht aus, Intro an. Während „Eidola“ vom Band erklingt, ist merklich auszumachen, dass die Spannung im Publikum steigt und viel Energie rausgelassen werden möchte. Nun ist die Halle von der ersten bis zur letzten Reihe gefüllt. Zunächst eröffnen EPICA mit „The Edge of the Blade“ vom aktuellen Album. Gleich danach geht es weiter mit dem etwas älteren „Unleashed“. Beide Songs werden von den Zuschauern frenetisch bejubelt. Auch die EP „The Solace System“ wird mit „Wheel of Destiny“ angespielt, welches die super Stimmung im Saal nur noch weiter ankurbelt. Die Band ist sichtlich beeindruckt, da sie dem Publikum für ihr ausgelassenes Feiern an einem Montagabend danken. Es wird mitgeklatscht, mitgesungen und die Haare durch die Luft gewirbelt. Bei „The Obsessive Devotion“ steht dann wirklich so gut wie niemand mehr im Saal still, irgendeine Art von rhythmischer Bewegung lässt sich bei jedem einzelnen Zuschauer ausmachen. Währenddessen lässt sich immer wieder gut beobachten, wie sehr die Band ihren Auftritt genießt und wie gut die Mitglieder unter- und miteinander klarkommen. Coen Janssen (Keyboards) ist hier wohl der Bandclown, der an seinem halbmobilen Instrument allerlei Tänzchen und Grimassen veranstaltet. Oder sich aber zwischendurch an Bandmitglieder kuschelt. Zu „Ascension – Dream State Armageddon“ holt er sein Umschnallkeyboard raus und steckt mit seiner guten Laune alle Anwesenden im Saal an. Zu „Unchain Utopia“ fliegt ein Kleidungsstück auf die Bühne, welches Simone Simons damit kommentiert, ob jemand seine dreckige Unterhose geworfen hätte. Die Band interagiert viel mit den Fans, ob durch Aussagen oder durch Blickkontakt und Aufforderungen zum Mitmachen. EPICA würdigen das Hamburger Publikum als das bisher lauteste auf der Tour, was umso lauter von diesem selbst bejubelt wird. Die Fans legen sich nochmal richtig ins Zeug, als die Band „Cry for the Moon“ ankündigt. Danach geht die Band von der Bühne, um kurz darauf unter „Zugabe“-Rufen zurückzukehren, um die Zuschauer mit drei weiteren Songs zu belohnen. Als erstes spielt die Band „Sancta Terra“, bei dem abermals besagtes Umschnallkeyboard zum Einsatz kommt. Janssen entscheidet sich in den Fotograben abzusteigen und lädt seine Bandkollegen ein, es ihm gleich zu tun. Auch möchte er Simons dazu überreden, auf seine Schultern zu klettern, doch diese lehnt lachend ab. Zu „Beyond the Matrix“ wird das Publikum aufgefordert mitzuspringen, welches das auch tut, und zum Schluss möchte die Band eine Wall of Death sowie einen anschließenden Moshpit sehen, da sie ihren letzten Song für den Abend, „Consign to Oblivion“, spielen. Da ist es schön zu sehen, dass nicht nur die jungen, sondern auch einige ältere Fans, sich der pogenden Masse anschließen. Am Ende sind alle Teilnehmer glücklich, zufrieden und definitiv erschöpft.

An diesem Abend stimmte einfach alles: Der Sound, die Stimmung im Publikum, die Stimmung innerhalb der Band und der Energieaustausch beider Parteien. Es ist immer schön zu sehen, wenn die Bandmitglieder sich auch untereinander verstehen und dies nicht nur auf der Bühne spielen. Ein rund um gelungenes Konzert.

Setlist:

  1. The Edge of the Blade
  2. Unleashed
  3. Wheel of Destiny
  4. The Essence of Silence
  5. Universal Death Squad
  6. The Obsessive Devotion
  7. Ascension – Dream State Armageddon
  8. Dancing in a Hurricane
  9. Unchain Utopia
  10. Cry for the Moon
    Zugabe:
  11. Sancta Terra
  12. Beyond the Matrix
  13. Consign to Oblivion