KROH - Pyres
kroh_pyres_coverGenre: Stoner/Doom
Label: Devizes Records
Veröffentlichung: 13.10.2017
Bewertung: Sehr Gut(7/10)

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Stoner/Doom mit weiblichem Gesang klingt zunächst befremdlich, jedoch wurde bereits aus anderen Subgenres des Metal gezeigt, dass das auch gut gehen kann. Sehen wir, wie sich die Sache bei KROH verhält.

Aus undefinierbaren, atmosphärischen Klängen schält sich leise eine Gitarrenmelodie hervor, die schnell zu einem schönen Doom-Riff wird, das das Intro „Triumph Of Death“ darstellt.

Nahtlos schließt sich „Rigor Morits“ mit einem schönen Riff, das mit dem Einsatz des Gesangs der Frontfrau Oliwia Sobieszek endet, an. Die Strophen sind passend ruhig gehalten, zum Refrain hin steigert sich die Dynamik der Hintergrundmusik, sodass alles in der Kombination mit dem starken Gesang hier seinen Höhepunkt findet. Ein Song, der anfangs gewöhnungsbedürftig wirkt, aber – wenn man sich darauf einlässt – hohen Ohrwurmcharakter entwickelt.

Drums und Bass eröffnen „Nemertean Girl“, dem sich zunächst nur der Gesang anschließt. Recht schnell fügt sich wieder die Gitarre mit einem doomigen Riff ein. Die Kontraste zwischen ruhigen Abschnitten und den harten Parts sind sehr gut akzentuiert, der weibliche Gesang sehr passend. Zudem überzeugt der Song mit einer durchdachten und hochwertigen musikalischen Ausarbeitung.

Orientalische männliche Gesänge, die bald von verhältnismäßig schnellen Gitarren begleitet werden, läuten „Moriah“ ein. Dem harten, schnelleren Anfang folgt eine ruhige, cleane Strophe, die die Spannung, auf das, was kommt, hochhält. Mit Einsatz der fuzz-lastigen Gitarren und der Rhythmusfraktion steigen Härte und Dynamik und die Spannung löst sich. Das Riff ist sehr cool, fließt locker durch die Gehörgänge und ist dabei angenehm hart. Auch hier greifen die harten und ruhigen Passagen wieder sehr gut ineinander und die schließliche Zunahme der Dynamik und Härte, machen „Moriah“, den längsten Song, zum besten Song des Albums.

Ruhig, aber dennoch spannungsvoll beginnt „Despair Resolve“, dass sich schnell in schönstem Doom wiederfindet, der trotz der Besetzung Gitarre-Gitarre-Bass-Drums sehr episch ist. Vergeblich wartet man hier auf den Gesang, bis sich eine gezupfte Gitarrenmelodie einschleicht, die klar macht, dass der Zuhörer leider jetzt schon am Ende dieses Albums angekommen ist.

Der Stoner/Doom-Band KROH aus Birmingham ist mit „Pyres“ ein starkes Werk gelungen, das kaum Wünsche offenlässt. Der Sound ist cool fuzz-lastig, die Kontraste gut akzentuiert, die Atmosphäre passend, lediglich fehlen mir die Überraschungen an den Gitarren und den Drums. Zudem sticht der Bass sehr wenig heraus. Doch das alles ist nur Feinschliff, das Album weiß auf jeden Fall zu überzeugen und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Hier zeigt sich, dass weiblicher Gesang auch in diesem Genre gut passt.