CRIPPLED BLACK PHOENIX – Hamburg, Hafenklang – 14.11.17

Bildergebnis für crippled black phoenix tour 2017

Mitte November, es ist bereits dunkel, die an der Elbe langführende Straße ist fast leer und der Hafen am anderen Ufer ist nur durch einen leichten Nebel zu erahnen. Die perfekte Kulisse also für eine Band wie CRIPPLED BLACK PHOENIX. Als Support wurden JONATHAN HULTEN und EARTH ELECTRIC engagiert. Die Leute strömen langsam und nach und nach in das ehemalige Tonstudio am Elbufer. Der Raum ist noch recht leer, als JONATHAN HULTEN seinen Auftritt beginnt. Wer mit der Band „Tribulation“ aus Schweden bekannt ist, mag hier einen der Gitarristen wiedererkennen. Doch bietet sich dem Publikum ein ganz anderes Klangbild als sonst. Ein Mann (optisch eine Kunstfigur), eine Akustikitarre, mehr brauchte es nicht. Handgemachte Musik, die nur gelegentlich durch im Hintegrund abgespielte Soundeffekte untermalt wurde. Eine ruhige, sehr interessante und leider viel zu kurze Perfomance.

Als nächstes kamen EARTH ELECTRIC auf die Bühne. Das erste und einzige Mal war zu erleben, dass bei einem Künstler der Sound nicht richtig saß, da der Gesang der Sängerin etwas zu gedämpft klang, doch die restlichen Instrumente waren alle gut zu hören. Nach einer Weile kam der Gesang dann doch bekannt vor und siehe da, Carmen Susana Simões war zuvor die Stimme von „Ava Inferi“. EARTH ELECTRIC sind deutlich progressiver und dadurch auch oftmals zackiger, doch trotz allen Bemühungen seitens der Band war das Publikum nicht richtig in Schwung zu versetzen.

Dann stand der Auftritt von CRIPPLED BLACK PHOENIX an. Die Band tat einem doch recht leid, da die sieben Mitglieder kaum alle auf der kleinen Bühne im Hafenklang  genügend Bewegungsfreiheit hatten – der Keyboarder musste abgeschlagen in der Ecke stehen, von anderen Kollegen isoliert. Doch davon hat sich die Band nicht beeinflussen lassen, oder zumindest nicht merklich. Mit „Rise Up and Fight“ wurde die Setlist mit einem Klassiker eröffnet, der nicht mehr fehlen darf. Nun war auch deutlich mehr Publikum vorhanden, welches sich auch offensichtlicher zur Musik bewegte als zuvor. Mit dieser Tour möchte die Band ein letztes Mal ihr neustes Album „Bronze“ unter die Menschen bringen, deshalb spielten sie auch zum Beispiel „No Fun“ und „Champions of Disturbance“. Aber auch die neue EP und alte Songs kamen nicht zu kurz, so wurde Belinda Kordic abermals als Gastsängerin zu Songs wie „444“ und „NO!“ mithinzugezogen. Zum Schluss wurde obligatorisch „Burnt Reynolds“ gespielt, bei welchem das Publikum nun inbrünstig mitsang, und welches Justin Greaves dazu verleitete, mit seiner Gitarre ins Publikum hinabzusteigen und gemeinsam zu singen. Zur letzten Zugabe packten einige Gäste nun ihre ganze Energie aus und bewegten sich ausgelassen zur Musik, doch im Großen und Ganzen war dies eine Veranstaltung, die jeder individuell für sich genossen hat, gerne auch mit geschlossenen Augen. Außerdem war es interessant zu beobachten, dass viele Vertreter der Generation dabei waren, die noch mit Led Zeppelin, Deep Purple und Pink Floyd aufgewachsen sind. Es ist aber auch durchaus kein Wunder, diese Leute dort anzutreffen, da CRIPPLED BLACK PHOENIX als eine Fortsetzung dieser Musik angesehen werden und dementsprechend gut ankommen. Trotzdem war bei anderen Konzerten der Band in Hamburg oftmals sichtbar mehr los. Vielleicht war die ruhige Stimmung vor der der Tür des Hafenklangs ansteckend. Aber es muss ja nicht immer der Schweiß von der Decke tropfen. CRIPPLED BLACK PHOENIX lieferten ein klasse Konzert ab mit einer gut durchmischten Setlist und wie immer unschlagbaren Sound.

Setlist:

  1. Dead Imperial Bastards
  2. Rise Up and Fight
  3. False Spring
  4. The Heart of Every Country
  5. Rotten Memories/ Champions of Disturbance
  6. No Fun
  7. NO!
  8. Human Nature Dictates the Downfall of Humans
  9. Will-O-The-Wisp
  10. 444
  11. We Forgotten Who We Are
  12. Burnt Reynolds

Zugabe:
Hold On/Storms