HARMDAUD – Blinda Dödens Barn (Kurzreview)
harmdaud_AlbumCoverGenre: Atmospheric Black Metal
Label: The Cave and The Temple Records
Veröffentlichung: 18.8.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Das Cover der CD zeigt das bekannte Gemälde von Caspar David Friedrichs „Wanderer im Meer“ in einer düsteren Variante: ein einsames Wesen in einem schwarzen Gewand aus Fetzen, „ein blindes Kind des Todes“,  steht auf einem schneebedeckten Fels und blickt durch Rauch und Nebel auf finstere Türme in einer fernen und kargen Landschaft. Die dargestellte Bedrohlichkeit der Herr der Ringe-ähnlichen Apokalypse und der dunklen Seite des Lebens spiegeln sich natürlich ebenso in der Musik wieder. Die Songs sind geprägt von starken heiser-krächzig-gurgelnden Screams, die von einer Ausgeburt der Hölle stammen, und Blastbeats gepaart mit atmosphärischen Gitarren-, aber auch meist zurückhaltenden (wenngleich nicht zwingend notwendigen) Synthie-Klängen.

Das Ein-Mann-Projekt überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Härte, die vor allem durch den Gesang und das wirbelnde Schlagzeug erzeugt wird, und dunklen Melodien, die eine teils nachdenkliche, teils trostlose Stimmung erzeugen. Die Lyrics werden durchgängig in der Muttersprache von Andreas Stenlund, Schwedisch, erzählt. Der größte Prozentsatz der Songs bewegt sich im Midtempo, es gibt aber auch langsame Zwischenpassagen und mächtigere Blastbeat Strecken, auf denen der Sound etwas zu einem Brei verkocht ist und den Ohren keinen neuartigen Genuss kredenzt. Hier fehlt dann auch der Druck der basslastigen Rhythmusgruppe. Die Songs verfolgen nie eine ganz gerade Linie, sondern sind in mehrere Teile zerlegt, die lose durch die meist ruhigeren Bridges zusammengehalten werden.

Insgesamt ist das Album für ein Black Metal Album recht leichte Kost und berührt auf Anhieb angenehm, der Sound ist nicht norwegisch-demo-artig, sondern wie für das Land der Elche zu erwarten, klarer und differenzierter. Die misstönigen Mollpassagen halten sich in Grenzen, so dass die Abgründe der Boshaftigkeit und Dunkelheit noch etwas weiter entfernt liegen. Man kann das Album also durchaus für Fans von gediegenerem und nicht ganz so krachigem Black Metal empfehlen, eine Scheu für Melodie und ruhigeren Passagen sollte man nicht mitbringen.