PESTEROUS MIND - Infinite Abyss
Pesterous Mind-Infinite AbyssGenre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 23.09.2017
Bewertung: Bombe (9/10)

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Gegründet wurde PESTEROUS MIND im Oktober 2015, sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Untergrund ordentlich aufzumischen. Aus ihren früheren Bands (Senicide, Hate Ignition, Violation, Rising Hate/They Peed on my Rug, Angelus Mortis, Hellscape) haben sie genug Erfahrung gesammelt, um nun ein Biest von einer Band zu erschaffen, welches euch nicht mehr loslassen wird.

„Am 23.3.16 haben wir eine Drei-Song-Demo via Soundcloud veröffentlicht. Im September 2017 kam unser erstes Album „INFINITE ABYSS“ raus“, so lautet deren Beschreibung auf ihrer Seite bei Facebook.

Für PESTEROUS MIND steht der Spaß und die Liebe zur Musik im Vordergrund. Sie wollen das Maximale aus dieser Band herauskitzeln, jeder neue Fan ist es wert. Um eines vorneweg zu nehmen, mit mir haben sie definitiv einen neuen Fan. Aber lest euch dieses Review erst mal durch, dann hört sie euch an und bildet euch dann eure eigene Meinung.

Das mit dem Biest hat mich natürlich schon neugierig gemacht. Der erste Track geht sofort in die Vollen. Auf ein Intro wird komplett verzichtet, wofür braucht man auch so etwas, wenn das Biest von der Leine gelassen wird. „Sentenced to Live“ besticht durch starke Vocals, die Jungs an ihren Instrumenten verstehen ihren Job. Immer wieder Tempowechsel, die flüssig ineinander übergehen. Was für ein Auftakt.

Düster beginnt „Until Dawn“, doch dann nimmt der Song richtig Fahrt auf. Geile Gitarrenriffs, das Geknüppel hinter der Schießbude, dazu die bitterbösen Growls und immer wieder die Screams von Sänger Sascha. Nach den ersten beiden Songs denke ich schon: „Wow, wenn das so weitergeht…“

„Idiocracy“ stürmt mit heftigen Blastbeats los, bevor Saschas Growls einsetzen. Immer wieder wird hier schön das Tempo gewechselt. „Don’t Let This World Tear You Apart“ geht auch steil vorwärts, kommt dabei ziemlich thrashig rüber.

Im „Laboratory of the Devil“ ist nicht gut Kirschen essen. Nach kurzem Intro wird man vom Teufel persönlich angeschrien. Blastbeats, bis die Growls wieder einsetzen, danach ein etwas langsameres Instrumentalteil. Zwischendurch etwas Gesang, bis der Song so richtig loslegt. Zusammenfassend verbreitet das Stück sehr düstere Stimmung.

„Post Nubila Phoebus“ fängt sehr sanft an, was aber nur von kurzer Dauer ist. Ja, das Biest ist losgelassen worden. Ein Abrisskommando kommt auf einen zu, ohne Rücksicht auf Verluste. Derbe Growls, schnelle Doublebasses, klirrende Riffs, dann wird es doch wieder etwas ruhiger, bis das Ende des Tracks das Gaspedal durch den Boden drückt.

Beim Lesen vom Namen des nächsten Stückes „Inferno“ dachte ich zuerst, mich erwartet ein Donnerwetter. Aber Irrtum, hier wird man mit einem Instrumentalsong überrascht, der sehr dramatisch daherkommt. Er dient quasi als Intro für das darauffolgende „Flower of Flesh and Blood“. Damit gibt es auch wieder ordentlich auf die Fresse. Eingängige Riffs, Screams wechseln sich mit Growls ab, klar dürfen die Drums nicht fehlen. Schon ein kleines musikalisches Schlachtfest, was man ruhig ausklingen lässt.

Auch „Samhain“ legt mit Mach1 los. Hier wird niemand verschont. Es ist schon beeindruckend, mit was für einer professionellen Konstanz hier abgeliefert wird. Teilweise erinnert mich der Gesang kurz mal an Heaven Shall Burn, wo sich die Screams mit den Growls abwechseln.

Der Titeltrack „Infinite Abyss“ kommt dem Zuhörer da fast entspannend vor, jedoch hält dieses Gefühl nicht lange an. Was dem Song vielleicht diesmal an Tempo fehlt, wird hier gekonnt durch brutale Vocals ersetzt.

Als ich mich damit abgefunden habe, mit „Paragon of Perfection“ einen weiteren Instrumentalsong zu hören, überraschen mich auf einmal Screams und Growls. Das Ganze kommt aber doch eher langsam und schleppend rüber.

Grunzend beginnt „Obese Atrocity“ auch in diesem Sinne als übergewichtige Grausamkeit. In diesem Stück steckt wieder viel Dampf und Dynamik, im Gesang viel Hass und Wut.

Der letzte Song „F65“ ist genauso gestrickt, Hass und Wut. Was sollte „F65“ bedeuten habe ich mich gefragt? Da man ja den Text nicht immer versteht und mir kein Songbook vorlag, habe ich den allwissenden Gandalf Google gefragt. Nun, dieser gab mir mehrere Antworten zur Auswahl. Ich gehe mal stark davon aus, dass mit „F65“ die psychische Störung der Sexualpräferenz gemeint ist. Denn warum sollte eine Death Metal Band über eine Spiegelreflexkamera oder über ein Laufband singen. Hinter diesem Hintergrundwissen begreift man auch die Brutalität des Songs.

Und nun zu den Schwächen des Albums: Fehlanzeige !!!
Dieses Album begeistert durch seine Eigendynamik, die wie ein Orkan durch die Lieder stürmt. Ohne Frage für mich eines der besten Death Alben des Jahres 2017. Ist schon Wahnsinn, was die vier Jungs aus Oberfranken/Berlin da auf die Beine gestellt haben. Hoffentlich wird dieses Biest nie eingesperrt, lasst es laufen. Ich tue es auch, indem ich dieses Album nochmal höre.