Ground - I
ground_coverGenre: Sludge/Doom
Label: Estudio Aqueron
Veröffentlichung: 15.09.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

Website

Getreu dem Motto „weniger ist mehr“ startet das Duo aus Barcelona mit entsprechendem Tempo in den Opener „Ritual“. Ab der Mitte zieht ebenjenes an und gleicht die anfangs vergeblich erwartete Überraschung mit coolem Riffing und einem asynchron wirkenden Drumbeat aus.
Was dann mit „Penumbra“ über den Hörer herfällt, bringt dann aber definitiv die Überraschung hervor: Schnelles, aggressives Riffing mit treibendem Drumbeat und einem Gitarrensolo – sehr erfreulich. Ebenso wie die Wechsel zwischen treibenden und entschleunigten Parts in Kombination mit dem Gesang, der nach wie vor mit cleanen Parts geizt.
Nahtlos schließt sich „Destello“ an, was die Spannung auf das, was kommt, zunächst hochhält und sich anschließend in einem groovigen Riff mit Gitarrenmelodie entlädt. Der Gesang ist sehr akzentuiert, der Kopf nickt unbewusst mit. Hier fällt besonders die starke Arbeit an den Drums auf, die sich gut in die Gitarrenarbeit einfügt, und der gegen Ende des Songs cleane Gesang.
Jetzt wird es zügig mit „Implora“, ja es klingt fast schon nach Death Metal. Doch die coolen Grooves lassen nicht auf sich warten und erzeugen Bewegungsdrang! Ein wirklich gelungenes Wechselspiel aus aggressiv-treibenden und doomig-mächtigen Riffs!
Langsam und disharmonisch beginnt „Tormenta“, das langsame Tempo wird konsequent weitergeführt und mit einem Gitarrensolo gepaart, das etwas schneller und technischer ist, was dem ganzen eine starke Atmosphäre gibt. Der einsetzende Gesang sorgt dann für die Härte und dafür, dass das Tempo steigt. Bereits ab der Hälfte ist der längste Song zugleich auch der Kandidat für den besten des Albums.
„Cazador“ zieht das Tempo wieder etwas an und startet mit gutem Zusammenspiel zwischen Gitarre und Drums. Die Geschwindigkeit bleibt hoch, der Gesang schiebt gut an. Insgesamt geht dieser Song eher Richtung Thrash, ohne jedoch ein anderes Gefühl als die bisherigen Songs zu erzeugen. Ab der Hälfte dann erfolgt die Rückkehr zum Doom, indem das Tempo kontinuierlich gedrosselt wird und bis zum Ende gehalten wird.
„Destierro“ ist anfangs das Herrschaftsgebiet der Drums, die hier durch präzises Spiel überzeugen. Der Gesang fügt sich gut in das langsame Riffing ein und verleiht dem Ganzen zusätzliche Härte und Variation durch die Wechsel zwischen tiefen Growls und Screams. Das Ende ist überraschend breakdown-ähnlich und wirkt sehr erfrischend.
Grooviger wird es wieder mit „Inmundo“, bei dem sich treibende mit fließenden Riffs abwechseln und zusätzlich mit der Kombination der Gesangsstile der beiden Mitglieder schöne Kontraste gesetzt werden. Nachdem die ersten beiden Drittel im typischen Doom gehalten sind, würde der Song schon fast im Stoner enden, wenn der Gesang entsprechend gestaltet wäre, was aber nicht negativ ins Gewicht fällt.
Was zunächst ruhig anmutet, bricht bald schon hart und dynamisch über den Zuhörer hinein: „Maldito“ – ein cooler, energetischer Song mit angenehmen Riffs, der aber leider nicht aus den vorhergehenden heraussticht.
Mit einem Drumsolo und Gitarre im Hintergrund beginnt „Cenizas“ und zündet bei Einsetzen des Gesangs. Generell geht es hier etwas zügiger zur Sache, die Riffs machen Lust auf mehr. Schließlich wird aber auch hier wieder gebremst und wir finden uns in einem fuzzigen Gitarrensolo wieder. Ein gelungener Abschluss eines gelungenen Albums!
Das Duo Cordo/Malagón hat mit „I“ ein schönes Doom-Album geschaffen, das mit gutem Songwriting und gutem Sound überzeugt. Letzterer ist umso mehr hervorzuheben unter Anbetracht der Tatsache, dass Bass und Gitarre von ein und derselben Person eingespielt wurden. Hoffentlich gibt es hier noch mehr zu hören!