ATROX - Monocle
Atrox-Monocle_coverGenre: Progressive Metal
Label: Dark Essence Records/Soulfood
Veröffentlichung: 08.09.2017
Bewertung: Durchschnitt (5/10)

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Mit schwerem Riffing und melodischem Gesang startet „Mass“ ins Album und bereitet gleich Freude. Der Song stampft ruhig, aber bestimmt, der Sound ist modern gehalten, jedoch wird der Song etwas monoton, macht deshalb aber nicht weniger Spaß!

Direkt und mit etwas höherem Tempo beginnt „Vacuum“. Der Gesang ist nach wie vor stark. Die Instrumentalabteilung hat hier mehr zu tun, was sehr erfreulich ist. Hervorzuheben ist deshalb auch das Zusammenspiel der Instrumente, insbesondere Gitarre, Keys und Bass, die zwar verschiedene Muster spielen, was zunächst verworren klingt, aber bei genauerem Hinhören doch zu einer Einheit verschmilzt. Wie der Vorgänger endet auch dieser Song sehr aprupt.

Mit einem Rammstein-ähnlichen Riff beginnt „Heat“. Dieses bricht mit Einsetzen des Gesangs etwas auf und geht eine passende Verbindung mit den Keys ein. In der Strophe wird eine Spannung aufgebaut, die eine unerwartete Wendung nimmt, da in der Bridge die Härte herausgenommen wird und ein ruhiger, cleaner Teil folgt. Letztendlich kommt man wieder zum ursprünglichen Muster zurück, das etwas dynamischer umgesetzt ist, aber nicht die erwartete Entladung bringt.

„Finger“ beginnt doomig mit starkem Gesang. Wieder erinnert das Riffing an Rammstein. Leider bleiben hier die großen Überraschungen aus, sodass der Song schnell monoton wird. Doch Rettung naht durch einen elektrolastigen Part, der bewirkt, dass das anschließende Riffing seine Wirkung entfacht und im Wechsel mit den Keys eine schöne Atmosphäre bereitet.

Wer jetzt Marilyn Manson–Style erwartet, täuscht sich, denn beim Einsatz der Musik ist klar, dass gerade das bei „Suicide Days“ nicht der Fall sein wird. Der Song folgt zwar den vorherigen Schemata, wirkt in sich sehr stimmig, hat aber eine bessere Dynamik und bringt somit frischen Wind auf das Album. So finden auch disharmonische Riffs Verwendung und stampfende wie treibende Parts geben sich die Hand, wobei die Drums keine unwesentliche Rolle spielen. Der bisher beste Song des Albums!

„For We Are Many“ beginnt mit einer von allen Melodieinstrumenten unisono gespielten Melodie, in die sich dann der Gesang passend einfügt. Langsam bricht die Struktur auf, bis nur noch Bass und Gesang allein auf der Fläche sind. Die Wechsel in der Instrumentalisierung sorgen für gute Abwechslung, sodass das Riff, dass durchgehend gespielt wird, nicht langweilig wird. Nach der Hälfte erfolgt ein Break, der einen ganz neuen Abschnitt einläutet, mit einem bisher unbekanntem Riff aufwartet und eine gekonnte Steigerung erfährt.

Mit einem Techno-Beat beginnt „Movie“ und entlädt sich bald schon in einem coolen Riff, das das Thema des Beats mit aufnimmt. Wie in allen Songs, arbeiten die Drums sehr präzise und passend, ebenso ist auch der Gesang wieder sehr stark. Hier wartet dann die größte Überraschung des Albums: der anfängliche Beat wird wieder aufgenommen und entlädt sich in härterer, schnellerer Ausgestaltung.

Gitarren mit Samples zu hinterlegen finde ich spätestens seit Eskimo Callboy cool, außerdem greift es in „Target“ gut ineinander, was den Song direkt spannend macht. Mit dem mächtigen Gesang kombiniert, ist „Target“ ein starker Abschluss des Albums. Das alles und die guten Wechsel in der Instrumentalisierung und Rhythmik lösen „Suicide Days“ in seiner Position als den besten Song des Albums ab.

Den Norwegern ATROX ist mit „Monocle“ ein Album gelungen, das einerseits Spaß macht, andererseits aber leider Potential einbüßt, da es an einigen Stellen sehr monoton und ereignislos ist, was an der kompletten Ausreizung vieler Riffs liegt, die an und für sich sehr gut sind. Was dagegen sehr positiv auffällt, sind die Verwendung der Keys und der sehr starke Gesang.