DISTRESSED TO MARROW - La Violencia
la_violencia_coverGenre: Doom/Death
Label: Independent
Veröffentlichung: 10.11.2017
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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„Violencia is Born“ beginnt etwas entschleunigt, zieht aber trotzdem sehr gut! Die Spannung wird stets hochgehalten. In den doomigen Passagen entfaltet der Song seine Macht. Steigerungen, Tempowechsel und Rhythmik sind sehr passend arrangiert, sodass „Violencia is Born“ Lust auf das, was noch kommt, macht.
Mit Feedback und einem Drumsolo starten DISTRESSED TO MARROW in „Absorbing Maggots“. Der Song nimmt sodann an Fahrt auf und mündet in ein hartes Riff mit krächzendem, aber nicht unpassendem Gesang. Schnelle und ruhige Passagen, harte und melodische Riffs wechseln sich gut akzentuiert ab.
Mit „Phalance“ bahnt sich der erste Song an, der länger als 10 Minuten ist. Generell etwas düsterer gehalten, treibt er dennoch nach vorne, stampft von Anfang an schön. Wieder reihen sich Härte und Melodie sehr passend aneinander und werden geschickt kombiniert. Sehr cool sind auch die Einspieler im Song, diese sorgen für passende Abwechslung.
Mit dem Fadeout des Einspielers des Vorgängers beginnt „Right Foot Killer“ und langsam schält sich klar ein cleanes Gitarrenintro heraus, das sich mit Sreichern paart – sehr schön! Die traurige Atmosphäre wird von der brachialen Instrumentalfraktion durchbrochen, die bald schon von den Vocals unterstützt wird. Auch dieser mehr als 10 Minuten lange Song besticht durch gutes und abwechslungsreiches Songwriting. Kurz vor der Mitte wird es dann fast schon doomig und zwei parallel gespielte Gitarrensolos bilden den Höhepunkt, bis der Song dann wieder an Fahrt aufnimmt und wie gewohnt endet.
„Metric Medusa“ beginnt schön langsam und melancholisch und wird bald schon aus dieser Stimmung gerissen, als das Tempo beschleunigt und die Härte angezogen wird. Spätestens hier dürfte jeder Kopf mitwippen. Rhythmisch ist dieser Song sehr gut gearbeitet.
Mit einer cleanen Gitarre beginnt „Lick My Bayonet“, der dritte Song über 10 Minuten, alles bleibt, wie es ist, und der gegrowlte Gesang kann seine volle Wirkung entfalten. Gesteigert wird das dann mit einsetzen der verzerrten Gitarren. Das Zusammenspiel innerhalb der Band ist auch in diesem Song sehr gut und aufeinander abgestimmt, was sich in der Melodieführung der Gitarren, dem dazu passenden Drumbeat und dem passenden Gesang zeigt.Sehr cool ist auch, dass die Melodie des Anfangs am Ende in härterer Form auftaucht.
Was „Violencia is Born“ begonnen hat, wird von „Violencia is Dead“ beendet und wir befinden uns beim letzten Song des Albums, der mit einem Klavier- und Streicherintro beginnt. Langsam durchbricht die Band die klassischen Instrumente und als diese verdrängt sind, setzt der Gesang ein und man findet schnell zurück zur bewährten Härte. Die Arbeitsweise der vorherigen Songs ist auch hier wieder erkennbar, alle Instrumente interagieren wunderbar miteinander, der Gesang passt hervorragend. Ein gelungener Abschluss, bei dem die Tempoabnahme durch den kompletten Song erfolgt!

DISTRESSED TO MARROW haben mit „La Violencia“ ein spannendes Album abgeliefert, dass einerseits monoton gehalten ist, aber andererseits zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Die Songs sind durchwegs gut ausgearbeitet und haben einen klaren Spannungsbogen! Weiter so!