TRIBULATION – Down Below
Tribulation_Down_Below_Cover_2018Genre: Progressive Death Metal
Label: Century Media
Veröffentlichung: 26.1.2018
Bewertung: Klasse (8/10)

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Die Schweden von TRIBULATION wählen auf ihrem vierten Studioalbum erneut einen ganz anderen Ansatz im Bereich des Death (?) Metals. Textlich nähern sich die vier mit Neu-Drummer Jakob Johansson dem Thema auf die okkulte Art und Weise, man beschäftigt sich mit klassischen Horrorthemen wie Vampiren, Necromanten und anderen dämonischen Kreaturen der Nacht. Dass es nicht so ganz einfach ist, dieses Thema klischeefrei und ernsthaft zu erörtern, darauf weist Gitarrist Zaars hin: “We have been writing about the vampire theme for a while now, a theme that is very, very cheesy if you do it in the wrong way (which to me is pretty much every way). Vampires and folk influences, it sounds like a pretty horrible mix, but it’s all very dear to us and so we treat it with respect”. Auch ihre Outfits, wie auch ihr “Corpsepaint” weisen sie in diese Richtung und mögen dem ein oder anderen Hardliner suspekt vorkommen, erschaffen aber die richtige Atmosphäre für die Musik, die außer dem krächzig-growligen Gesang vor allem in die rockige Ecke geht. Groovige Gitarren, versonnene Soli, zurückhaltende, aber kräftige Drums und ein verspielter Bass, der nicht immer nur das Schlagzeug unterstützt, dominieren das Album. Das Cover, das von Gitarrist Hultén gemalt wurde, zeigt ein schwarzes sphynxartiges Fabelwesen, das auf eine blutrot erhellte Stadt herabblickt. Das Licht bringt dabei eine Frauengestalt „Lady Death“ hervor, die sich an das untote Wesen anschmiegt.

„The Lament“ beginnt nach einem akustischen nachdenklichen Gitarrenintro mit einem leicht dissonanten rockig-groovigen Riff, bevor die rauen Vocals und der hämmernde Bass miteinsteigen. Im Zwischenteil bleibt der Gesang prominent, die Melodien werden in ihren Variationen weitergetrieben, der Bass präsentiert sich verträumt im Hintergrund. Die verzerrten, auf die Rhythmusgitarren fokussierten Parts sind groovig und rockig. „Nightbound“ folgt einem ähnlichen Muster, soloartige Gitarren wechseln sich mit dem starken Gesang ab, im Hintergrund halten Drums und Bass den gleichmäßigen Rhythmus. Die Arrangements wirken filigran und gleichzeitig angenehm reduziert, Modifikationen des eigentlichen Riffs bilden den Kern des Songs. Die einzelnen Teile des Tracks werden durch episch-verspielte Gitarrenmelodien verbunden.

Die vorher bereits ausgekoppelte Single „Lady Death“ zeigt den Zusammenhang zum restlichen Album durch das stetige Geklopfe des Schlagzeuges und die klangvollen Melodiebögen der Gitarren. Ohne ein besonderes Highlight im Refrain ist dieser Song dann verhältnismäßig schnell vorbei. „Subterranea“ entwickelt einen musikalischen Spannungsbogen, der sich immer weiter aufbaut und dann gegen Ende in einem Schwall entlädt und in einem glasklaren Pianooutro mündet. Er bietet einen klaren Refrain, in dem die Worte „deep down below“ schön mit der Tiefe der Instrumente korrespondieren. „Purgatorio“ entpuppt sich als geheimnisvoll-mystisches Zwischenspiel mit einem Glocken- und Windspiel im Hintergrund. „Cries From the Under“ wandelt versonnen zwischen ruhigeren, teils unverzerrten Parts und mächtig-groovigen Passagen, die mühelos dahinmäandern, Glockengeläut inklusive. Dieser Song hat wohl die schönsten Melodielinien, die einen auf ihren Flügeln sanft durch den Song tragen und die düsteren Lyrics überdecken.

„Lacrimosa“ ist dahingegen schon wesentlich aufgebrachter und grollend, die Gitarren schreien ihre Soli, unterlegt von rätselhaften Geräuschen und steigen und fallen wie in anderen Songs auch in Halbtönen durch die Tonleiter, endend in einem schwarzen 20er Jahre Pianostück. „The World“ wird von klingelnden Spieluhren und schellenden Gitarren beherrscht, die von majestätisch wirkenden Rhythmen unterlegt sind, der Gesang tritt hier etwas zurück. Der achtminütige Song „Here Be Dragons“ rundet das epische Werk mit einem komplexen Arrangement ab, die schaurigen Glöckchen kommen wieder zum Einsatz und gegen Ende gibt das Schlagzeug noch einmal richtig Zunder, während die Gitarren dem Tempo folgen, das Outro schließt den Kreis zum Intro.

Alles in allem zeigt das Album, wie ausgereift sowohl das musikalische Konzept als auch das Songwriting der Schweden sind. Die verspielten Melodien nehmen den Hörer auf Flügeln mit durch die Songs, die Growls bieten einen brillanten Kontrast zu den rockigen Riffs. Der Sound ist glasklar, genügend basslastig und ohne viel Gedöns. Gut gefällt, dass nicht zu viele Schnörkel die Songs unterbrechen, einen Jahrhundertsong wie auf dem letzten Album gibt es aber zunächst nicht.

 

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