ORPHANED LAND – Unsung Prophets & Dead Messiahs (Review)
Unsung Prophets & Dead MessiahsGenre: Oriental Metal
Label: Century Media
Veröffentlichung: 26.01.18
Bewertung: Klasse (8/10)

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Während der Präsident der Toupets immer weiter gegen alles und jeden hetzt und damit den Konflikt im Nahen Osten immer weiter anheizt, bringt die Band der Völkerverständigung, ORPHANED LAND, ein neues Album auf den Markt. Die Band verbindet bekanntlich die Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum und hat damit bereits in der Vergangenheit ein Zeichen gesetzt.

ORPHANED LAND lassen sich wahrlich schwierig beschreiben, aber dafür sind wir Journalisten ja da. Man stelle sich einfach jegliche orientalische klischeehafte Musik vor, gemixt mit ein paar passenden Texten über die abrahamitischen Religionen, gepaart mit E-Gitarren und Hansi Kürsch. Et voila! ORPHANED LAND. Das ganze klingt jetzt schlechter, als es ist, denn selbst mich als bekennenden „Ich hasse alle Texte die ich verstehen kann“ Metaller, haben die Jungs überzeugt!

Los geht es auf der neuen Scheibe mit „The Cave“. Der Song startet erst recht langsam mit gefühlvollem Frauengesang, der orientalische klänge von sich gibt. Es kommt ein entspanntes Gefühl auf und ein Sonnenaufgang im Heiligen Land erscheint vor dem inneren Auge, bis die Band dann Vollgas gibt. Oud und Gitarre geben sich die Ehre und werden vom typischen Gesang von Sänger Kobi begleitet, hier und da wird sogar etwas gegrowlt, was eine schöne Abwechslung zum sonst sehr harmonischen Song ist.
Weiter geht es mit „We Do Not Resist“ und hier bedient sich die Band gleich wieder in der Effekt-Trickkiste. ORPHAND LAND sind bekannt dafür, viele Backingtracks und Sampels zu verwenden und auch hier startet der Song mit dem berühmten „weißen Rauschen“ eines Fernsehers, bis es dann in ziemlich brutal los geht, um nach wenigen Sekunden wieder in das klassische Muster zu verfallen. Die Jungs verstehen es wirklich, alle Genres und Stilmittel die so existieren perfekt zu nutzen, fehlt eigentlich nur noch doubletime Rap.

Was meiner Meinung nach dann jedoch ein kompletter Griff ins Klo ist, ist der Song „Like Orpheus“. Gesanglich von Kobi absolut top, tief, entspannt und sehr ekstatisch. Auch instrumental lässt sich hier nichts dran aussetzen und der Song spielt mit den Emotionen des Hörers. Eingänge Melodien werden gepaart mit schon beinahe balladenartigen Passagen. Doch eine Sache ist hier fehl am Platz: Hansi Kürsch. Stimmlich ergänzen sich die beiden zwar, jedoch finde ich persönlich seine Stimme penetrant nervig, auch wenn der Erfolg Hansis nicht von der Hand zu weisen ist.

Kurz vor Schluss kommen die Jungs dann mit „Only The Dead Have Seen The End Of War“ um die Ecke, hier sollte man sich einmal die Zeit nehmen, um alles auf sich wirken zu lassen. Das konstante Piepen eines Narkosemonitors in Verbindung mit dem Titel lässt einen schon etwas mehr über das Dasein nachdenken. Der Song baut langsam Spannung auf, wie ein gutes Buch, um dann bei exakt 05:00 Minuten einen Schnitt zu machen – der Rest des 05:43 langen Stücks ist Stille. Einsame, tote Stille. Der Song geht ins Gedächtnis, anders kann man es nicht sagen.

„Unsung Prophets & Dead Messiahs“ ist definitiv keine leichte Kost und eher etwas für den anspruchsvollen Hörer. Wer das Album nebenbei im Auto hört, wird das ganze Ausmaß gar nicht begreifen und wer sich entspannt auf die Couch setzt und nur der Musik lauscht, wird eventuell schnell gelangweilt. Hier und da sind einfach zu viele Elemente zusammengeschustert – und dann noch Hansi. Jedoch ist die Musik absolut grandios, top produziert, famose Message und einfach nur fesselnd. Nichts für jeden aber wer es mag, wird es auch lieben!

 

 

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