BLOOD OF SEKLUSION – Servants of Chaos
a3971864577_10Genre: Death Metal
Label: FDA Records / Soulfood Music
Veröffentlichung: 11.8.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Das Cover des zweiten Albums der Italiener BLOOD OF SEKLUSION vereint bereits alle Zutaten für ein klassisches Death Metal Album: ein etwas lädierter, von einer Art Halo umgebener Totenkopf blickt den Betrachter aus untoten Augen und einem noch funktionierenden Blutkreislauf trübe an, während um ihn herum allerlei Panzer, Geschütze, Waffen und Patronen aufgereiht sind – das Thema wäre damit auch abgesteckt: Tod, Verderben, Gewalt und Krieg. Der erste Song „The Desert of Lost Soul“ des Duos Dettori (Bass/Vocals) und Malagoli (Drums/Vocals) – die Gitarren und Soli wurden von Gastmusikern beigesteuert – dient als eine Art Intro und nähert sich langsam den tiefen Tönen der Todeswalze. Thematisch fallen die Stichworte Angst, Hölle und verlorene Seelen. Schon hier präsentiert sich das Schlagzeug zwar etwas abgehackt und wenig flüssig, aber durchaus spielfreudig-variabel, begleitet vom verzerrten Bass.

„Theatre of Madness“ beginnt danach gleich mit einem Brecher-Riff in typischer Old School Schweden-Manier mit passenden Growls. Das Schlagzeug bietet ordentlich Doublebass und Geprügel, wie auch Galopp-Toms. Im Refrain ist das Tempo nicht besonders hoch, die Bridges sind sogar recht groovig gestaltet. Die Saiteninstrumente sind auf Z gestimmt und ordentlich verzerrt, so dass es gewaltig knistert und nicht zu einem klaren, dafür aber mächtigen Sound reicht. Die Basslastigkeit unterscheidet die Italiener etwas von ihren Vorbildern wie ENTOMBED oder DISMEMBER und rückt sie eher in die CANNIBAL CORPSE oder GRAVE-Ecke.

„Unconventional Warfare“ bietet textlich jetzt auch keine hohe Literatur, überzeugt aber klanglich durch groovige, sogar etwas melodische Midtempo-Passagen und gemäßigtes Geknüppel, das die wütend-keifenden Growls ganz gut unterstützt. Das Gitarren-Solo ist nicht übertrieben quietschig oder mit Tremolo versehen und passt gut zu dem nicht zu verspielten Songwriting, das ordentlich in die Fresse tritt. „Willie Pete“ beschäftigt sich mit der gleichnamigen chemischen Phosophor-Waffe und erinnert an SODOMs „Agent Orange“ – rein textlich versteht sich. Musikalisch prügeln sich die Italiener durch den Song, der recht schnell vorbei ist und keine Abschweifungen bietet. Der Titeltrack „Servants of Chaos“ gibt dagegen etwas mehr Gas, schiebt sich aber auch durch die tiefsten Bässe und einfachen, aber gelungenen Riffs – hier endlich das schreiende Thrash-Solo, das den Song etwas auflockert. „First Blood“ galoppiert vor allem im zweiten Teil sensationell groovig durch die Handvoll Töne des Riffs. Aber keine Angst -die übrige Zeit ist durch gepflegtes Gehacke ausgefüllt.

„Lands of Desecration“ experimentiert zwischenzeitlich mehr mit höheren Gitarrenläufen, die melodisch wirken und das Ganze wieder etwas schwedischer machen, der Gesang liegt zwischen Growls und Shouts. „The Sun Shines No More“ drückt ganz ordentlich aufs Blastbeats-Gaspedal und vertont ganz deutlich, dass dort kein Gras mehr wächst. „King of Serpents“ (ein weiterer Themen-Klassiker) führt das Konzept der basslastigen Riffs, in denen die Gitarren den Basslines folgen, fort, während der Sänger Gift und Galle spuckt. „Amen“ bietet ganz am Ende ein paar erfrischende spielerische Gitarren, die sich in die Höhen aufgeschwungen haben.

Alles in allem ist den Italienern ein wirklich gutes Old School Schweden Death Metal Album gelungen, das mit basslastigem groovigem Sound punktet und das Trommelfell nicht mit zu viel Krach überstrapaziert. Die Songs sind allerdings recht knapp und immer etwas schnell vorbei, die ein oder andere zusätzliche Idee hätte hier vielleicht noch Eingang finden können. Die stereotypen Klischee-Lyrics reißen mich jetzt nicht vom Hocker, aber das darf in dem Genre auch nicht wirklich erwartet werden. Alle Old School Elchtod Kenner können getrost zugreifen.