NINO HELFRICH - Hourglass
Nino Helfrich - HourglassGenre: Modern Metal
Label: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 01.09.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

Website

Hockey Goalies sind wirklich eine eigene Rasse. Als Individuen in einem Mannschaftssport werden sie oft als komisch und skurril bezeichnet. Eine besondere Art, die für Nino Helfrich nicht nur im Sport, sondern auch in der Musik gut funktioniert hat. Nachdem er den Hockeyschläger fallen gelassen und die Gitarre aufgenommen hatte, erreichte Helfrich ein hohes technisches Niveau und wurde so vollständig autodidaktisch unterrichtet.

Die Veröffentlichung seines Debütalbums „Dead Bodies In Motion“ markierte den Beginn seiner Solokarriere im Jahr 2016. Mit seiner technisch-melodischen Instrumentalmusik ist er in guter Gesellschaft. Auf dem Album arbeitete er mit dem US-Gitarrenvirtuosen Angel Vivaldi zusammen, der ein Gastsolo zum Lied „Welcome To the Wasteland“ beisteuerte. Nach dem Album spielte Helfrich mehrere lokale Instrumental Shows und unterstützte die ukrainische Band JINJER im Juli 2017.

Mit seinem zweiten Album „Hourglass“, das im September 2017 veröffentlicht wurde, zeigt Helfrich nicht nur sein Gitarrenspiel, sondern bringt erstmals auch Gesang in seine Musik ein. So arbeitete Helfrich mit den bekannten Gastsängern Björn Strid von Soilwork, Chris Clancy von Mutiny Within und Wearing Scars, sowie Christoph Wieczorek von Annisokay zusammen.

Und es geht auch gleich flott los. Schöne Gitarrenriffs mischen sich mit den Drums, dem Cleangesang und den Growls. Das könnte auch ein Song auf dem neuen Trivium-Longplayer sein, wo aber Nino Helfrich seine eigenen Ideen einbringt. Und das mit dem Trivium-Vergleich möchte ich an dieser Stelle als großes Lob herausheben. Bei „Your own Way“ gibt sich Björn Strid von Soilwerk an den Vocals zu erkennen.

Chris Clancy leiht „The End“ seine Stimme. Auch ein sehr guter moderner Metalsong, der durch die Drums sehr druckvoll wirkt. Bei „Let me sleep“ steht Christoph Wiezzorek an den Vocals. Dieser Song gehört trotz seiner ganzen Power, die er hat, aber doch zu der ruhigeren Sorte. Schöne Instrumentalparts mischen sich unter den Gesang.

Mit „Day of Reckoning“ geht es corelastig derbe los. Starker Song, wieder mit Björn Strid am Gesang. Hier geht es jedenfalls mit viel Power geradeaus nach vorne. Also wer auf modernen Metal steht, der ist bei diesem Album richtig gut aufgehoben. Immer wieder schöne Instrumentalpassagen, wie auch bei dem Titelstück „Hourglass“ zu hören, gemischt mit den unterschiedlichen Sängern, machen den Longplayer zu einem abwechslungsreichen Metalerlebnis.

Mit „Facing Fear“ geht es wieder etwas in den Corebereich. Man merkt bei diesem Album immer, wenn Björn Strid von Soilwork an den Vocals ist, dann ist auch sofort mehr Aggressivität in den Gesangparts.

„Apocalypse Inside“ gehört da zu den ruhigeren Nummern. Das Stück weiß aber trotzdem zu begeistern. Die Vocals von Chris Clancy geben dem Song das gewisse Etwas.

Mit dem aggressiven „Pull the Trigger“ wird die gute Scheibe schließlich beendet. Für mich definitiv ein kurzweiliger Trip durch die moderne Metalwelt. Man fühlt sich gut unterhalten und es wird zu keiner Zeit langweilig.