GOATS RISING - NecroGoaticon
Goats Rising - NecroGoaticonGenre: Ambient Goat Metal
Label: Kernkraftritter Records
Veröffentlichung: 05.12.2015
Bewertung: Bombe (9/10)

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In Braunschweig geschmiedet, schwingen Goats Rising den Ziegenhammer seit 2009. 2012 wurde die erste EP „Rise of the Monkeygoat“ veröffentlicht, welche man in Eigenregie produzierte. Stilistisch wird sich aus diversen Schubladen der härteren Gangart bedient: Thrash, Death, Doom, Heavy und Rock stehen auf der Speisekarte und werden gnadenlos in die Hartmetallform „Ambient Goat Metal“ gehämmert. Ihr Debütalbum „Necrogoaticon“ erschien am 05.12.15 über Kernkraftritter Records.

Die dunkle Messe beginnt mit Orgeltönen, mähenden Ziegen und der Eröffnungspredigt Satans. Nach diesem kurzen Intro legt „Perfect Murderer“ auch schon los. Rhythmische Gitarrenriffs und dazu passende schnelle Drums feuern durch die Boxen, bevor die hasserfüllten Vocals erklingen. Zwischendurch immer mal wieder cleaner Gesang, der sich gut mit dem dunklen, kratzenden Gesang abwechselt. Auch Growls ertönen immer wieder mal.

„We are the people“ hört sich auch gleich gut an. Richtig fette Nummer zum Abgehen. Eingeleitet wird das Ganze mit einem kurzen, eintönigen Gitarrenriff, wo sich immer mal kurz der Bass mit einklinkt. Und schon legen die Drums los, bevor die fiesen Vocals wieder ertönen. Alles in allem eine sehr schnelle, kurzweilige Nummer.

„Final Destination“ beginnt mit sanften Gitarrentönen, bis ein Schrei das Ganze in eine andere, sehr dunkle Richtung prügelt. Bis jetzt von der Stimmung her der bedrückendste Song. Hier wird eine sehr düstere Atmosphäre geschaffen, die ihren Höhepunkt in den letzten eineinhalb Minuten erreicht.

„Prayers“ fängt eher etwas rockiger von den Gitarren an, was sich aber doch recht schnell ändert. Auch wieder etwas böser der Song, aber irgendwie auch fetzig. In diesem Stück vereinen sich Rock, Metal, Blues (ja, ich denke, ich habe da etwas Blues rausgehört) und eine Prise Thrash, geiles Teil.

Mit „Redemption“ drückt man wieder merklich aufs Gaspedal. Sehr schnelles Lied, was nach Bass- und Gitarrensoli doch gewaltig an Tempo zunimmt. Mittendrin mal kurze Verschnaufpausen, aber man ist weiterhin flott unterwegs.

Bei „Bloody Roots of the Prosperity“ denkt man natürlich an ein abgeändertes Sepultura-Cover, aber völliger Irrtum in diesem Fall. Mit langsamen Gitarren eröffnet man den Song, ehe die Drums einsetzen. Abwechselnder Cleangesang und Gebrüll, dann nimmt der Song kurzzeitig mal gewaltig an Tempo zu. In den langsameren Abschnitten wird die Stimmung wieder düster.

„Stillborn Child“ ist für mich so die thrashigste Nummer auf dem Album, was die Musik angeht. Vom Gesang geht es da eher in den Death Bereich.

Nach kurzem Intro geht „Total Obedience“ sofort in die Vollen. Moshpit ole`. Danach folgt erneuter Cleangesang, zwischendurch Gitarrenrhythmen, die im Ohr bleiben. Nach einer kurzen Auszeit wird wieder richtig die Keule geschwungen.

Zum Schluss der Titeltrack „NecroGoaticon“, wo wir im Death Metal landen. Da holt man noch mal alles aus der Trickkiste heraus. Neben den schnellen Passagen geht man in den langsameren mehr ins Doom über.

Auch wenn die Veröffentlichung schon eine Weile her ist, bin ich froh, dass ich mich an dieses Klassealbum setzen und euch meine Eindrücke schildern durfte. Es besticht durch seine ungeheure Vielfalt an musikalischen Ideen, die man meiner Meinung nach perfekt umsetzt. Hier erwartet euch ein sehr abwechslungsreicher Longplayer, der so schnell nicht langweilig wird und echt Bock auf mehr macht.