AZZIARD - Metempsychose
AZZIARD-cover-600x600Genre: Black Metal 
Label: Malpermesita Records
Veröffentlichung: 08.12.2017
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Die Franzosen von AZZIARD gibt es schon seit 2001, doch „Metempsychose“ ist erst ihr drittes Album. Zunächst wird der Hörer mit einem ruhigen Intro konfrontiert, welches von zwei Gitarren dominiert wird, doch man erahnt schon den Sturm, der sich ankündigt. Schon bricht gleich darauf die Hölle los, was passend ist, da der Song „L’Enfer“ (zu deutsch „Hölle“) heißt. Obwohl das Intro es andeutet, ist der Schnitt extrem hart, denn sofort werden die Knüppel ausgepackt. Ballenders Schlagzeug, verzerrte Gitarren und typischer Black-Metal-Gesang werden dem Hörer um die Ohren gehauen, doch recht schnell wird auch eine langsamere Passage eingebaut, sodass man kurz Luft holen kann. Die eben genannten Komponenten sind in so gut wie jedem Lied auf „Metempsychose“ zu finden.

Interessant ist, dass der Sänger eine überraschende Bandbreite an Stimmverzerrungen vorweisen kann. So ist das klassische Gekeife vorhanden, wie auch tiefe Growls, gequälte Schreie und teils sogar Pig Squeals wie in „Archetype“. In der Hälfte gibt es nochmal ein kleines Intermezzo. AZZIARD haben einen roten Faden, der sich durch das Album zieht, da die erste Hälfte mit „Premier jour“ und die zweite mit „Second jour“ eingeleitet wird, also dem ersten und dem zweiten Tag. Man erahnt hier einen thematischen Zusammenhang. Wie die Band angibt, behandeln die Songs die menschliche Psyche und ihre Abgründe, doch die religiöse Metaphorik ist unübersehbar. Der letzte Song beinhaltet auch ein kurzes Outro, welches episch-melancholisch mit einem Frauengesang das Album ausklingen lässt.

AZZIARD bieten Black Metal mit Death-Metal-Einflüssen. Die Mischung kommt einem bekannt vor? Die hier angebotenen Songs sind stilistisch doch recht nah an dem, was Behemoth anbieten, der Vergleich lässt bereits nach kurzem Hören nicht lange auf sich warten. Leider muss das in diesem Fall bemängelt werden, denn die Musik ist der der jetzigen Stars des Genres sehr ähnlich, ohne dass AZZIARD es schaffen, eine eigenständigen Eindruck beim Hörer zu hinterlassen.
Trotzdem ist „Metempsychose“ ein gutes Album, da die Produktion sehr solide ist und Fans des gnadenlosen Geknüppels auf ihre Kosten kommen. Dabei sind die Songs in sich geschlossen und verschwimmen nicht zu einem langweiligen Brei, da noch genug melodische Abschnitte vorhanden sind. Genreliebhaber dürfen hier gerne mal reinschnuppern.