VEILED - Black Celestial Orbs
Veiled album cover_cGenre: Black Metal
Label: Iron Bonehead
Veröffentlichung: 08.02.2018
Bewertung: Sehr Gut (7/10)

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„Luminous“ startet medias in res und treibt sofort an, eine melancholische Atmosphäre ist von Anfang an vorhanden. Der Gesang passt klanglich zur Musik und hat eine angenehme Farbe. Die Gitarren und Drums sind aggressiv und sehr sauber gespielt. Insgesamt eine sehr runde Sache.
Clean und unheimlich beginnt „Portal“, jedoch bricht es schnell in aller Härte über den Hörer hinein. In diesem Song gestaltet die Gitarre zusätzlich zum Gesang die Melodie des Songs mit, was gut zur Dynamik beiträgt. Ein guter Kontrast ist dem Duo mit der entschleunigten Passage in der Hälfte des Songs gelungen, die dazu führt, dass der folgende Teil direkt mehr Kraft hat.
„Enshrouded“ nimmt die Geschwindigkeit des Vorgängers direkt mit auf und lädt dazu ein, sich tragen zu lassen. Aus dem Fluss wird man gerissen, als ein langsamer cleaner Part die Spannung auf die nächste Entladung wachsen lässt. Dieses Gefühl ziehen VEILED gekonnt in die Länge, bis es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder weitergeht und das zuvor clean gespielte Thema verzerrt und schneller fortgeführt wird. Das macht Laune!
Ohne Verschnaufpause geht es mit „Omnipotent“ weiter. Hier glänzt der Gesang von Anfang an mit starker Leistung und mächtigen in die Länge gezogenen Schreien. In Kombination mit der Melodieführung der Gitarre sehr geil! Auch hier wird wieder einmal mächtig auf das Bremspedal getreten, bevor es wieder zur Sache geht – zwar etwas langsamer als zuvor, aber dafür sehr episch!
Zum Schluss folgt der Titelsong in zwei Parts:
„Black Celestial Orbs I“ startet entschleunigt, erfährt aber allmählich eine Steigerung. Trotz der vorherrschenden Monotonie wird es nicht langweilig, ganz im Gegenteil trägt gerade das den Zuhörer mit. Nach einer in Relation zur Songlänge kurzen Verschnaufpause geht es nochmal härter zur Sache, die Atmosphäre bleibt aber bis zum Ende erhalten.
Bei „Black Celestial Orbs II“ sind zunächst nur cleane Akkorde zu hören, bevor im Hintergrund Naturgeräusche hörbar sind und sich ein Gitarrensolo in den Vordergrund spielt. Eine mit viel Hall versehene Männerstimme, Donnergrollen und das heulen der Wölfe beenden das Album.

Lange habe ich mich nicht mehr ausgiebig mit Black Metal beschäftigt – leider, wie ich nach diesem Album gestehen muss. „Black Celestial Orbs“ ist ein sehr atmosphärisches Album, das Black Metal at its finest präsentiert. Die Musiker haben es geschafft, die Monotonie so zu gestalten, dass die Songs zu keiner Zeit langweilig werden oder an Emotion verlieren. Auffällig ist, wie viele Facetten der Gesang hat: von Mgla bis Mayhem hört man hier diverse Stile heraus – sehr cool! Weiter so!