SPITFIRE – Hamburg / MS Stubnitz – 17.03.18

29196276_1576074435822996_5848604596588736595_n

Der FCB ist Platz 1 in der 1. Bundesliga und der HSV letzter. Da haben sich die Jungs aus München ja den perfekten Tag ausgesucht, um den Hamburgern einen Besuch abzustatten, so geschehen am 17.03. auf der MS Stubnitz. Doch damit nicht genug: Die drei Bayern hatten lokale Unterstützung von HARDBONE, SLOPPY JOE’S und einem ominösen DJ, der Bingo spielen wollte.

Trotz der Eiseskälte fanden zahlreiche Fans den Weg auf die MS Stubnitz in Hamburg, um den drei Bands Tribut zu zollen. Mit einer kleinen Verspätung fingen SLOPPY JOE’S an und eröffneten den Abend. Die Band klingt ein wenig nach einem alten, fettigen Burger, den David Hasselhoff auf dem Badezimmerboden mampft – und der Bandname klingt genauso. Musikalisch kann ich der Band absolut gar nichts abgewinnen. Instrumental nicht wirklich überragend und gesanglich ein wenig an einen wütenden Justin Bieber erinnernd. Amüsant anzusehen – aber nicht a zuhören. Jedoch muss man der Band zu Gute halten, dass sie Stimmung machen und die Fans mitreißen. Ganz alleine Schuld an dem Sound sind sie allerdings auch nicht, denn die Technik und der Sound der MS Stubnitz sind wirklich nicht für gute Performances bekannt.

Nachdem SLOPPY JOE’S ihre Show vollendet hatten, ging das wahre Grauen los. „Maschine“ und sein Bingo. Wieso spielt man auf einem Rock-Konzert Bingo mit einem schlechten Moderator? Wie kommt man darauf? „Hey Leute, demnächst spielen doch SPITFIRE bei uns auf der Stubnitz. Wisst Ihr was gut dazu passt? Bingo“! Ja nee, ist klar. Zugegeben, die Gewinne (z.B. W:O:A VIP-Tickets) und das Grundprinzip der „Verlosung“ ist nicht verkehrt, die Umsetzung leider schon. Vielleicht fanden meine hübschen Begleitungen und ich das allerdings nur aufgrund des mangelnden Alkohols so daneben.

Weiter ging es dann mit den lokalen Helden: HARDBONE! Längst keine Unbekannten mehr im Rock‘n‘Roll und schon lange über die Grenzen der Hansestadt bekannt. HARDBONE liefern ordentlich ab und die Fläche vor der Bühne ist gut gefüllt – hier ist Party angesagt. HARDBONE haben in den letzten Jahren viel Erfahrung gesammelt und dies sieht man auch, denn die Performance stimmt absolut und reißt die Zuschauer mit. Blöd nur, dass der Sound größtenteils echt daneben ist, je nachdem wo man sich gerade befindet, aber gesamt betrachtet halt echt daneben.
Nach einer kleinen Umbaupause und nach der Tortur von „Bingo-Maschine“, ging es dann endlich mit dem Headliner des Abends los: SPITFIRE!

Fuck yeah! Seit 2016 wartete ich darauf, endlich einmal ein Konzert in Gänze zu sehen. Durch die Arbeit beim HeathenRock und des „Mimimi“ beim Summer Breeze leider nie möglich gewesen – dafür jetzt! Die Band gibt gleich richtig Vollgas und haut nur einen Kracher nach dem anderen raus. Leider fallen hier gleich zwei Punkte negativ auf: Der Sound ist, wenn auch schon deutlich besser als vorher, immer noch eher dürftig (zumindest ganz vorne) und die Hamburger haben keinen Musikgeschmack, denn das Publikum ist ordentlich ausgedünnt. Davon lassen sich die Jungs jedoch nicht aus der Fassung bringen und zocken ihr Set souverän durch. Die kleine Frage, wie es denn beim HSV so läuft, kann sich Sänger Dick Dropkick dann doch nicht verkneifen. Die Fans nehmen es gelassen. Die Stimmung steigt immer weiter, als SPITFIRE Songs wie „Devil’s Dance“ oder „Fall From Grace“ auspacken und den Hamburgern zeigen, was Kick Ass Rock‘n‘Roll ist. Was soll man sagen? Die Jungs wissen wie es geht. Kleine Probleme mit dem In-Ear-Monitoring werden gekonnt überspielt und das Trio beweist auf der Bühne, dass Bayern eben doch mehr können als Fußball spielen.

Der Weg durch die Kälte und das lange Warten auf die Band hat sich gelohnt, auch wenn der Sound und das Bingo die Nerven wirklich ganz schön strapaziert haben. Wer SPITFIRE nicht kennt, sollte das mal umgehend ändern, denn die Band wird noch einmal ganz groß. Und wenn nicht, ist das nur wieder ein Beweis dafür, dass in unserer Welt irgendwas komplett schief läuft.