KARKAOS - Children Of The Void
Karkaos - Children of the VoidGenre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 18.05.2017
Bewertung: Bombe (9/10)

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2003 von Vincent Harnois unter einem anderen Namen gegründet, entwickelte sich Karkaos bald zu einem der angesehensten und gefeierten Metal-Acts aus Montreal, Kanada. Melodisch und heavy, gelingt es der Band, ein breites Publikum anzusprechen und innerhalb weniger Jahre eine große Anhängerschaft aufzubauen. Mit Veronica O. Rodriguez als ihrer charismatischen Sängerin und Frontfrau veröffentlicht die Band ihre erste E.P. mit dem Titel „In Burning Skies“ im Jahr 2010, dicht gefolgt von einem professionell aufgenommenen Musikvideo und einem Liveauftritt auf Montreals renommiertem Musiksender „Musque Plus“.

Nach einem großartigen Empfang und positiven Kritiken wird die Band eingeladen, an lokalen Wettbewerben teilzunehmen und mit internationalen Acts wie Into Eternity, Enslaved, UneXpect und Unleash the Archers aufzutreten. Die exponentiell wachsende Band zieht neue Veteranen der lokalen Musikszene an, bevor sie ins Studio zurückkehrt, um ihr Debütalbum „Empire“ aufzunehmen. Mit einem neuen soliden Line-Up veröffentlicht die Band im Dezember 2013 das Musikvideo zu „Depths of Madness“ und ihr Debütalbum im März 2013 unter großem Beifall.

Für die stetige Weiterentwicklung, teilte Karkaos mit, dass sich die Wege mit ihrer engagierten Sängerin Veronica trennen würden, indem sie eine fokussiertere und professionellere Richtung einführen und Viky Boyer, eine junge talentierte Extremsängerin und Musikerin, rekrutierten. Mit Viky an der Spitze ist Karkaos bereit für neue Unternehmungen und treibt immer die Grenzen des extremen melodischen Metal voran.

Im Jahr 2015 rekrutierte Karkaos die immens talentierte und experimentierfreudige Schlagzeugerin Justine Ethier (Blackguard, Sykode). Mit dieser neuen Besetzung hat die Band ein noch melodischeres Album namens „Children of the Void“ herausgebracht, das sowohl in den angesehenen The Grid als auch in den Silverwings Studios produziert wurde.

Das Intro „Babel“ klingt schon mal sehr dramatisch. Meeresrauschen, das Klavier ertönt, man hat den Eindruck, im Hintergrund spielt ein Orchester (was uns übrigens durch diese ganze Platte begleiten wird).

Auf einmal legt „Skymaster“ los. Eine wilde Schlagzeugprügelei beginnt und Sängerin Viky legt los. Mal mit cleanem Gesang, mal mit Growls, wo sie Gitarrist Vincent Harnois bei unterstützt.

Bei „Kolossos“ geht es nicht ganz so schnell ab, wie noch beim Vorgänger. Dieser Song lebt eher von seiner Aggressivität in den einfach gestrickten Riffs und der Growls der beiden Gesangsprotagonisten. Zur Mitte hin klingt das Ganze etwas balladesk.

Bei „Let the Curtain Fall“ wird wieder ordentlich auf die Tube gedrückt. Musikalisch gibt es an der Scheibe eigentlich nichts auszusetzen. Immer mal wieder hört man orchesterbegleitende Passagen, was der Platte meiner Meinung nicht schadet. Im Gegenteil, dadurch kommt eine Menge Abwechslung in die Lieder.

Bei „Pale“ ist wieder mehr Aggressivität am Werk, weniger vom Gesang her, sondern musikalisch. Hier wird durch die Bank weg abgeliefert. Man gönnt sich bei „Pale“ keine Verschnaufpause. Entweder sind es die durchratternden Drums oder aber die Gitarren, die pausenlos schreddern.

Nun zum Titeltrack „Children of the Void“. Mit Growls stimmt man sich ein. Auch hier ein enormes Tempo, dazu immer wieder der cleane Gesang mit den Growls zusammen, eine gute Mischung. Beim Refrain sogar ein kleiner Chor, man hat sich viel einfallen lassen.

Mit „Rèverie“ läutet man die Halbzeit des Albums ein, eine kleine Oper, die da vor sich hinopert.

Und schon stürmt „Tyrants“ wie aus dem Nichts durch die Boxen. Wow. Dachte ich bis eben noch „Pale“ wäre mein jetziger Favorit gewesen, hat sich das soeben zerschlagen. „Tyrants“ überzeugt in ganzer Hinsicht: Wahnsinnstempo, gesangstechnisch, musikalisch. Eine Dampfwalze, die über einen drüberrollt, da sage ich schon mal danke für diesen Song.

„Where Mushrooms Grow“ beginnt eher verhalten mit einem Klaviersolo, ehe Schlagzeug und Gitarren erklingen. Dann setzen die Growls ein, kommt aber anschließend wieder in ruhigeres Fahrwasser. Dieser Song ist eher von dem Orchester im Hintergrund geprägt, ohne ihn aber dadurch zu versauen. Das Ganze passt halt irgendwie, mir sagt es zu. Es wird mit Sicherheit Stimmen geben, die werden sagen, das brauche ich nicht, das geht gar nicht.

Auch „Lightbearer“ ist wieder ein schneller Song mit allem, was dieses Album bisher ausgezeichnet hat: Tempo, Cleangesang, Growls, Effekte. Ich höre da zum Schluss sogar eine Prise Running Wild heraus beim Gitarrenriff.

Bei „The Beast“ stehen die Growls wieder im Mittelpunkt. Schöner harter Heavysong, der von der Aggressivität des Gesangs lebt.

Den Schluss leitet „Bound by Stars“ ein. Und UPS, in dem Gitarrengezupfe auf einmal eine deutschsprachige Introansage. Bevor ich mich weiter wundern konnte, schreddern schon die Gitarren los und Viky fängt an zu singen. Die Ballade des Albums, da fällt mir auch eigentlich nur ein Wort zu ein: GEIL.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir KARKAOS bis dato unbekannt waren. Das wird sich nach diesem Album zu 100% ändern. Ich war echt angetan von der Art, wie dieses Album auf den Zuhörer wirkt. Wie gesagt, das Orchester ist Geschmackssache, aber ist in meinen Augen (Ohren) das i-Tüpfelchen, was dieses Album von manch anderen abhebt.