THE DEAD CENTURIES - Race Against Time
coverGenre: Progressive Metal
Label: The Dead Centuries
Veröffentlichung: 26.01.2018
Bewertung: Gut (6/10)

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Wenn etwas als Progressive deklariert ist, ist das Grund genug, sich genauer damit zu beschäftigen, daher liegt also „Race Against Time“ von DEAD CENTURIES vor mir.

Der Beginn fällt mit „Freddy Lounds“ zügig aus und erinnert klanglich an IN FLAMES. Obwohl kein Gesang involviert ist, ist der Song ziemlich cool, abwechslungsreich gestaltet und macht wegen der guten Arbeit an den Instrumenten Lust auf mehr.

Mit ähnlicher Ausgestaltung geht es bei „Gotham“ weiter, zügige Gitarrenläufe und interessante Rhythmen greifen gut ineinander. Das Drumming ist sehr akzentuiert und verleiht dem ganzen noch mehr Druck. Überraschend endet der Song und ein Klavier übernimmt das Ende des Songs.

„Reboot“ mutet mit der Melodieführung etwas an Folk an. Das Riffing ist sehr gut, die Licks sind ausgeklügelt, jedoch fehlt hier tatsächlich der Gesang, da sich die Songs mittlerweile stark ähneln.

Der Start von „Tree Fort“ ist gut gestaltet, was Rhythmik, Melodie und Riffing angeht. Das zieht sich durch den ganzen Song hindurch. Die Arbeit an den Gitarren ist sehr präzise, die Wechsel zwischen verzerrten und cleanen Abschnitten sind gut gelungen.

„Blood Dragon“ beginnt mit düsterem Riffing und schnellen Gitarreninterludes und groovt direkt. Nach einer anfänglichen Drosselung des Tempos geht es schnell wieder etwas zügiger zur Sache, bevor eine leicht verzerrte Gitarre vor einer cleanen soliert, was ziemlich cool kommt und dann wieder in gutes Riffing mündet.

„Attack Of The Mutant“ startet stampfend und findet sich bald in einem treibenden Riff wieder. Die Drums unterstützen das Geschehen sehr passend und treiben ordentlich. Insgesamt ist dieser Song härter als die bisherigen. Die Breaks sind sehr geil und bilden in Kombination mit den Interludes der Gitarren einen coolen Kontrast.

Ruhiger geht es bei „Venus Gospel“ los, doch urplötzlich bricht ein hartes Riff über den Hörer hinein, das direkt in die Nackenmuskulatur geht. Ausgesprochen gut gefallen mir hier die gut kontrastierten Wechsel zwischen langsameren und schnellen, harten Passagen! Das Riff gegen Ende hin erzeugt Assoziationen zum Black Metal und weckt nochmal auf, bevor sich der Song sehr ruhig mit dem Muster aus dem Intro dem Ende entgegen neigt.

Ebenso clean gestaltet sich der Beginn von „Overdrive“, doch der Song wird schnell seinem Titel gerecht, als sowohl Tempo als auch Härte angezogen werden – im Verhältnis zu den Vorgängern jedoch noch gemäßigt. Cool ist das Vorgehen der Musiker, das Tempo im Spiel merkbar, aber gleichmäßig zu steigern. Auffällig gut ist auch das Gitarrensolo, dessen technisch hoher Anspruch nicht zu verkennen ist.

Mit einem Indie-mäßigen Muster, dass in einem entschleunigten, unisono gespielten Gitarrenlauf endet, beginnt „Attack Of The Mutant Pt. II“. Auffällig: das Muster des Intros kommt wiederholt vor, aber vor dem Hintergrund härterer Riffs – sehr cool!

Schnell und mit hartem Riffing geht es in „Souvenir“ los. Das Tempo bleibt hoch, die Riffs werden gekonnt aneinandergereiht. Die Arbeit an allen Instrumenten ist hier wieder sehr durchdacht und kommt sehr stark und druckvoll rüber. Nach einem Klavierinterlude wird es nochmal melodisch bevor der Song endet.

Das Trio THE DEAD CENTURIES hat mit „Race Against Time“ ein gutes Album abgeliefert. Das Zusammenspiel ist sehr gut, der Sound stets druckvoll und satt. Das Songwriting ist sehr stark, die Technik der Musiker ebenso. Jedoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass das Album für eine Band mit Gesang konzipiert war. Ganz deutlich merkt man das in den rhythmisch gehaltenen Passagen.