Alles Gute nachträglich, Klaus Meine! Meine ganz persönliche SCORPIONS-Geschichte.

Am Freitag, den 25.05.2018, hat Klaus Meine seinen 70. Geburtstag gefeiert. Seine Karriere ist beispiellos: Seit 1969 rockt er mit den SCORPIONS rund um den Globus und hat dabei unvergessliche Songs veröffentlicht und große Erfolge gefeiert.

Während mir also im Internet zahlreiche Berichte über seinen Geburtstag entgegenschlugen, kam ich ins Grübeln. 70 Jahre, davon 49 Jahre als Musiker und er steht immer noch auf der Bühne. Unglaublich, eigentlich.
Was die Band dabei erreicht hat, ist nur schwer zusammenzufassen. Als eine der wichtigsten Stationen gilt zum Beispiel ihr Besuch in Tokio am 24. und 27. April in der Sun Plaza Hall, da sie sich hier dem Publikum eines der größten Musikmärkte der Welt präsentieren konnten. In New York schrieben sie Geschichte, als sie vom 6. bis 8. Juni 1984 als erste deutsche Band an drei Abenden in Folge für einen ausverkauften Madison Square Garden sorgten. Einen ganz besonderen Volltreffer landeten sie jedoch im Jahre 1989, denn der Besuch der Band beim Moscow Music Peace Festival gab Klaus Meine die Inspiration zu dem Lied „Wind of Change“, der wie kein anderer Song als Sinnbild für den Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges steht. Durch diesen Hit erlangte die Band einen ganz neuen Bekanntschaftsgrad, der sie endgültig zu weltweiten Größen des Rock machte. Als weiterer wichtiger Gradmesser des Erfolges (zumindest in der Popkultur) gilt wohl die Aufnahme auf den Walk of Fame in Los Angeles, wo die SCORPIONS seit 2010 verewigt sind.
Wollte man die Erfolgsgeschichte der SCORPIONS vollends zusammenfassen, so müsste man wahrscheinlich ein Buch schreiben. Oder einen Film drehen. Der 2010 veröffentlichte „Forever and a day“ dokumentiert die Geschichte der Band ausführlicher.

Trotz all des Ruhmes, der die Band ereilte, konnte ich persönlich, das muss ich ehrlich zugeben, lange Zeit nicht so viel mit den SCORPIONS anfangen. Musikalisch schienen sie irgendwie nicht meine Welt zu sein… Und trotzdem haben sie mich in gewisser Weise schon eine Weile begleitet. Sie sind Namenspaten des Eishockeyteams der Hannover Scorpions und somit Namensgeber für meine größte Leidenschaft, neben dem Heavy Metal. Schon allein dafür sollte ich ihnen dankbar sein. Seit Jahren ertönt ihr Hit „Rock you like a Hurricane“, wenn die Spieler die Eisfläche betreten und sorgt für Gänsehaut unter den Anwesenden. Sie haben diesem Team einen Namen, ein Gesicht gegeben. So wie sie gewissermaßen auch ihrer Heimatstadt Hannover ein Gesicht gegeben haben. Rockig, rebellisch, weltoffen. Die Stadt zeigt dieses Gesicht zwar nur von Zeit zu Zeit, doch wenn sie es tut, dann umso eindrucksvoller. Hervorgebracht hat sie seit dem Bestehen der SCORPIONS nicht nur deren unsterbliche Rocksongs, sondern auch einen Deutschen Eishockey Meister. Und dass Manowar sich ausgerechnet Hannover ausgesucht haben, um hier 1994 ihren Guinness Weltrekord als lauteste Band der Welt aufzustellen, kann doch eigentlich kein Zufall sein, oder?
Die Weltoffenheit, die bei den SCORPIONS in ihrem Song „Wind of Change“ gipfelte, hat sich die Stadt Hannover vermutlich auch bei ihnen abgeguckt. Durch die Ausrichtung der Expo 2000 schaffte sie es erstmals ins internationale Rampenlicht. Seitdem wurden auf dem Messegelände zahlreiche internationale Gäste begrüßt und das bis zu 90 000 Besucher fassende Konzertgelände lockte zahlreiche Musiker wie ACDC und Guns n Roses an. Ein Wunder eigentlich, dass sich die SCORPIONS noch nicht zu einem Heimspiel auf Hannovers größter Open Air Fläche haben hinreißen lassen. Wie viel Zeit ihnen dazu noch bleibt, ist fraglich, bereits 2010 hatte die Band vor ihre Karriere zu beenden.

Heute bin ich froh, dass die Band ihren Ruhestand noch weiter hinauszögert, denn inzwischen gab es bei mir den musikalischen „Wind of Change“. Die Songs der SCORPIONS gehören seit einiger Zeit auch zu meinem Repertoire. Titel wie „Big City Nights“, „Lovedrive“ oder „The Zoo“ dürfen auf keiner Party mehr fehlen. Umso mehr freue ich mich, dass ich die SCORPIONS im Juli beim Rock Fest Barcelona erstmals live sehen darf.
Hoffen wir, dass es noch viele weitere Gelegenheiten geben wird.