TOMORROW'S EVE - Mirror Of Creation III - Project Ikaros
Adobe Photoshop PDFGenre: Progressive Metal
Label: Baze Records
Veröffentlichung: 27.04.2018
Bewertung: Klasse (8/10)

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Keys eröffnen „Welcome To The Show“, kurz sind leise Synthies zu vernehmen, bevor es dann losgeht und sie die Melodieführung vor der gesamten Band übernehmen, was schonmal sehr opulent klingt. Der sodann einsetzende Gesang erinnert zunächst an AVANTASIA, passt hier aber sehr gut und entfaltet mit der Zeit seine Macht. Alles in allem ein guter Opener!

„Morpheus“ beginnt mit schwerem, fettem Riffing, das sehr plötzlich vom Gesang abgelöst wird. Sobald wieder das komplette Bandgefüge einsteigt, wird der Song wieder sehr mächtig. Durch die Wechsel in der Instrumentalisierung gelingt es der Band sehr gut, ruhige und härtere Passagen zu akzentuieren.

Der Einstieg in „Bred And Circuses“ ist schwer zu beschreiben, wirken doch sehr viele Instrumente auf verschiedene Weise zusammen. Dominant sind hierbei die Synthies und Drums. Mit dem Gesang beruhigt sich das Geschehen wieder und zeitgleich wird alles wieder strukturierter, bis bei der Bridge das bekannte Muster auftaucht. Die Vocals zeigen sich hier sehr varbiabel und stets passend, ebenso die Instrumentalfraktion, die sehr gut aufeinander abgestimmt ist, beispielsweise entspricht nach dem Gitarren- und Synthie-Solo der Rhythmus der Drums exakt dem des Gitarrenlicks.

„Imago“ beginnt recht düster, hellt aber mit der Zeit etwas auf. Hier sticht der Abwechslungsreichtum der Band im Songwriting hervor: Die verschiedenen Passagen mit ihren Atmosphären sind klar erkennbar, aber fügen sich sehr gut in das Gesamtmuster, sodass der Song immer noch eine Einheit darstellt. Sehr cool!

Mit opulenten Streichern beginnt „The System“, bald übernehmen die Drums die Führung und Bass und Gitarren gesellen sich schnell hinzu. Der Gesang ist hier sehr stark und aggressiver als bisher gesungen, zeigt sich aber auch von seiner ruhigeren Seite. Cool ist auch, dass sich das Streichermuster weiterhin unauffällig im Hintergrund aufhält. Insgesamt ein sehr cooler Song, der stets überzeugt!

„Law And Order“ ruht in sich, bis die Drums Unruhe stiften und schließlich die Schrauben härter angezogen werden. Bis kurz vor dem Einsatz des Gesangs geht es schneller zur Sache mit Läufen und hartem Riffing. Die Wechsel von harten und ruhigeren Passagen sind auch hier wieder sehr gut gelungen, der Gesang entfaltet sich sehr schön, sodass alles ineinandergreift.

„Dream Within A Dream“ ist dann entschleunigter und hat viele clean gespielte Parts vorzuweisen. Diese und die verzerrten Riffs bilden wieder eine passende Einheit und fügen sich sehr gut in die etwas gedrücktere Stimmung des Songs.

Zügiger geht es dann wieder bei „Terminal“ zur Sache und die Stimmung hellt auch wieder etwas auf. Die Vocals bewegen sich mittlerweile fast schon im Spektrum von Bruce Dickinson. Auch die „Oh-Oh-Oh“-Gesänge im Refrain tragen zur positiven Atmosphäre des Songs bei und sorgen sofort für Mitsingcharakter.

Einen ungewöhnlichen ersten Eindruck vermittelt „Inner Sanctum“, der sich aber schnell relativiert, da man sich schnell wieder im altbekannten Muster wiederfindet. Die Gesangspassagen sind hier sehr tragend und bilden wieder eine schöne Einheit mit der Instrumentalisierung.

„Somnium Ex Machina“ hat bereits einen vielversprechenden Titel und ist auch genauso cool. Riffing und Drumming passen hier wieder sehr gut zusammen, der Gesang besticht durch die Anpassungsfähigkeit an härtere und ruhigere Parts.

„Gods Among Each Other“ beschließt das Album und beginnt mit einem langsamen, aber stampfenden Riff, das in der Entwicklung von Synthies begleitet wird. Dieses Zusammenspiel führt genau zum Einsatz des Gesangs hin, der auf dem Abschlag einsetzt. Das Schema entspricht dem der Vorgänger und ergibt einen starken Song!

TOMORROW’S EVE überzeugen mich mit „Mirror Of Creation III – Project Ikaros“ auf ganzer Linie und zeigen, dass guter Progressive auch aus Deutschland kommen kann. Das Songwriting ist stets gut durchdacht und sehr abwechslungsreich, sodass kein Song langweilig wird. Der Gesang und die gesamte Instrumentalfraktion ist sehr stark und facettenreich, was dazu führt, dass nichts erzwungen wirkt, sondern immer natürlich und passend.