WOODHAWK - Beyond The Sun
coverGenre: Stoner Rock
Label: Independent
Veröffentlichung: 07.04.2017
Bewertung: Heavy! (10/10)

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Sehr entspannt, aber dennoch atmosphärisch beginnt „Beyond The Sun“ und man hat das Gefühl, man sei dort, wo der Titel es impliziert. Die Steigerung erfolgt sehr passend, der härtere Part überzeugt durch guten Sound und kraftvollen Gesang.
Ähnlich zügig geht es dann bei „The High Priest“ weiter. Das Riffing ist hier lockerer und nicht mehr so stampfend wie zuvor. Der Refrain hat erheblichen Ohrwurmcharakter und treibt ordentlich nach vorne. Nach einer ruhig gestalteten Bridge folgt ein Gitarrensolo, das die Dynamik nochmal anhebt.
„Living In The Sand“ ist von Anfang an straight forward, zügige und entschleunigte Riffs wechseln sich passend ab. Sehr cool kommt der lediglich von den Drums begleitete Gesangspart rüber, der nach und nach von Gitarren durchsetzt wird. Für den Rest des Songs gilt, dass mit geilen Riffs nicht gegeizt wird.
Ungewöhnlich fällt „Magnetic North“ aus, das anfängliche Muster erzeugt das Gefühl, dass man durch unbekanntes Gefilde wandert, immer darauf bedacht, nicht falsch aufzutreten. Nach den immer wieder eingeschobenen fülligeren Passagen wird das Riff weiter aufgebrochen, sodass der Song zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.
Zügiger, mit der Gitarre in der Melodieführung, geht es bei „Lawless“ weiter, die Hammond Orgel im Hintergrund tut ihr Übriges dazu, dass der Song schon fast episch rüberkommt.
Bei „Quest For Clarity“ darf im Intro mal der Bass ran. Mit einem etwas entspannteren, aber nicht langsameren oder druckloseren Riff, macht auch dieser Song sehr viel Spaß. Die Kanadier reihen auch hier härtere und ruhige Passagen gekonnt aneinander und bieten jedem Musiker eine angemessene Bühne.
„A New Hope“ impliziert in seiner anfänglichen Gestaltung die Abwesenheit ebendieser. Aber schnell ist sie wiederhergestellt und der Song gewinnt an positiven Emotionen. Dass das Riffing hier weniger verschnörkelt ist, stört überhaupt nicht, sondern passt sehr gut in die Atmosphäre.
Das Interlude „Foresee The Future“ bringt durch cleane und langsame Gestaltung Ruhe ins Geschehen.
„Chrononaut“ wirkt dem schon eher entgegen, ohne zu sehr auf das Gaspedal zu treten. Der Gesang glänzt, die Instrumentalfraktion passt sich gut an dessen Verfahren an. Etwas unerwartet, aber nicht ohne Ankündigung wird es nach der Hälfte ruhiger, Lautstärke und Tempo werden heruntergefahren. Jedoch nur, um diese Ruhe wieder zu durchbrechen und einen sehr melodischen Part anzuhängen, der dadurch noch besser durchkommt.
Was das Trio WOODHAWK mit „Beyond The Sun“ abgeliefert haben, verdient definitiv das Prädikat „Geil“. Ganz deutlich im Vordergrund steht, dass die Band sehr Riff-fixiert arbeitet. Kein Song auf diesem Album klingt gleich, jeder hat seinen eigenen Spirit, Abwechslung wird groß geschrieben.