JAYA THE CAT - A Good Day For The Damned
jaya-the-cat_a-good-day-for-the-damned_coverGenre: Reggae-/Ska-/Punkrock
Label: Bomber Music
Veröffentlichung: 17.11.2017
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Reggae-/Ska-/Punkrock klingt nach einer coolen Mischung für den Abend, also führe ich mir „A Good Day For The Damned“, das aktuelle Album der Wahl-Amsterdamer JAYA THE CAT zu Gemüte.

„Wine Stained Futon“ startet erwartungsgemäß Ska-Lastig und macht sofort Partylaune, der Gesang von Jan Jaap „Jay“ Onverwagt überzeugt mit einer sehr interessanten Stimme, die sanft, aber gleichzeitig rau ist. Die Hook ist sehr eingängig, die zeitweise verzerrten Gitarren passen sehr gut.
„A Rough Guide To The Future“ beginnt direkt mit Gesang und wird anschließend von einem coolen Gitarrenlick weitergeführt. Auch hier wird das Rezept aus dem vorherigen Song übernommen, der Refrain ist wieder sehr cool rockig gestaltet.
Elektronisch beginnt „Sweet Eurotrash“ und die Keys werden weiterhin präsent bleiben. Insgesamt zeigt sich die Band hier von ihrer rockigen Seite und schafft es, die Wechsel zwischen den schnelleren zu den langsameren Parts gut rüberzubringen.
An Seemannsmusik erinnert das Intro von „Black Heart“ – ein Feeling, dass über den Song hinweg beibehalten wird, während der Gesang Assoziationen zu Bob Marley hervorruft. Sehr gut gelungen!
Lagerfeuerstimmung kommt dann bei „Hudderfield Rain“ auf, wobei es etwas rockiger zugeht, die Gitarren verzerrt bleiben und im Refrain die Keys dominieren. Die Band schafft es hier, eine entspannte Atmosphäre entstehen zu lassen.
Ohohoh-Chöre eröffnen „Just Leave Me There“ und es geht direkt zur Sache: Der Gesang aggressiver, das Tempo höher, der Drumbeat treibend. In der Mitte des Songs nimmt das Tempo etwas ab, um dann gegen Ende wieder anzuziehen, was sehr cool kommt.
„Wreckage“ startet mit einer cleanen Gitarrenmelodie und einer Ska-Begleitung. Der Song bleibt komplett clean, sehr cool kommt dabei die Melodie der Gitarre im Refrain rüber.
„Amsterdam“ ist eine Würdigung der Wahlheimat der Band, die ursprünglich aus Boston stammt. Ein sehr cooler, abwechslungsreicher Song mit starker Ausarbeitung der Riffs. Gut kommt der Break nach den Nananana-Chören rüber, dem der Refrain und ein kurzes Gitarrensolo folgt.
Die Keys läuten (im wahrsten Sinne des Wortes) „The Palmreader“ ein und beim Einsatz des Schlagzeuges wird das Tempo gekonnt gesteigert, bis es dann wieder wie gewohnt weiter geht. Auffällig ist hier die gute rhythmische Ausarbeitung des Songs.
„Fucking In Love“ wartet mit interessantem Titel und Trompeten auf. Musikalisch wird sich wieder an Bob Marley orientiert, was viel Spaß bereitet. Insgesamt ein in sich sehr stimmiger Song, bei dem die Trompeten frischen Wind in die Sache bringen und auch die Gitarre Raum für ein Solo erhält.
Effektlastig beginnt „Sunday Morning“ und wird vom Gesang unterbrochen, woraufhin die Gitarren die typische Begleitung verzerrt übernehmen. Der Gesang wird hier im Refrain ungewohnt laut, was aber positiv ins Gewicht fällt. Der Refrain hat übrigens große Mitsingqualität!
Mit „A Good Day For The Damned“ kommt nun der Titeltrack, dieser beginnt zunächst fast schon melancholisch, kommt dennoch cool rüber. Generell ist dieser Song ruhiger gestaltet, ohne dabei an Dynamik zu verlieren.
Mit einer ungewohnten, aber passenden Hook geht es bei „The Streets Of Shoreditch“ los, die dann von der gewohnten Gestaltung abgelöst wird, aber im Refrain wieder auftaucht. Cool ist die Veränderung im Rhythmus nach dem zweiten Refrain, der weiterhin triolisch gestaltet ist, aber mehr „Chaos“ enthält.
Mit „Mad At You“ widmen wir uns dem ersten Bonustrack der Platte und dieser ist wieder in der Hand des Reggae, jedoch aggressiver gesungen. Der Refrain ist dann klar Punkrock – der Wechsel zwischen diesen Genres ist sehr gut gelungen!
Der zweite Bonustrack trägt den Titel „Drunk Balloon“ und ist nochmals melancholisch gestaltet. Entsprechend ruhig ist auch das gesamte Feeling. Somit stellt dieser Song einen gelungenen Abschluss dar und lässt das Album gut ausklingen.

Die Jungs von JAYA THE CAT haben mich als eher geringfügigen Reggae-/Ska-/Punkrock-Kenner mit ihrem Album „A Good Day For The Damned“ sehr überzeugt. Zwar ist nach den ersten Songs absehbar, was passieren wird, dennoch macht die Platte durchgehend Spaß und regt zum Mitwippen an. Die Live-Qualitäten der Band haben sich ja bereits herumgesprochen und das auch zu Recht, denn bei dieser Musik kann man nicht stillstehen.