GUNS N‘ ROSES – Veltins Arena Gelsenkirchen – 12.06.201829178673_10155781725999331_6009540643469021273_n

Im Rahmen ihrer ‚Not in this Lifetime‘ Tour spielten GUNS N‘ ROSES am 12.06. ein Konzert in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen.

Die Vorzeichen für das Konzert waren alles andere als gut. Vom Tourstart in Berlin hörte man überwiegend schlechte Kritik und im voraus zeichnete sich ab, dass der Veranstalter mit den Ticketverkäufen nicht ganz zufrieden war. Kurz vor dem Konzert gab es deshalb eine Rabattaktion, sodass man Tickets für die hinteren Plätze für weniger als die Hälfte des Originalpreises bekam. Letztendlich war die Arena ganz gut gefüllt, aber längst nicht ausverkauft.

So zäh wie der Ticketverkauf gestaltete sich zunächst auch die Anreise. Sowohl Zugreisende als auch Autofahrer hatten mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, sodass, während vor dem Front of Stage Bereich noch eine lange Schlange war, bereits die erste Vorband begann. Ich selbst hatte ein normales Stehplatzticket, wo der Einlass zügig von statten ging. THE PINK SLIPS, die den Abend eröffneten, habe ich aber trotzdem verpasst, denn Small Talk und Döner waren verlockender.
Zum Ende der zweiten Vorband MANIC STREET PREACHERS habe ich es dann auch in den Innenraum geschafft. Gemessen an dem Bandnamen habe ich mir deren Musik etwas punkiger vorgestellt, aber mehr als einen kurzen Eindruck konnte ich mir ohnehin nicht verschaffen.

Schon bald nach Beendigung des Auftritts erschien dann das Intro zu GUNS N‘ ROSES auf den großen Displays, links und rechts neben der Bühne. 10 Minuten später war es dann so weit, unter lautem Jubel betraten die Gunners die Bühne. Der Beginn des Konzerts gestaltete sich ähnlich zäh wie der Anreiseverkehr und dass, obwohl sie mit einigen Hits wie ‚It’s So Easy‘ und ‚Mr. Brownstone‘ starteten. Nach den ersten beiden Songs wurde ein Gitarrensolo eingefügt, immer wieder gab es hier und da ein wenig Geplänkel und es schien ein bisschen so, als würde Frontmann Axl Rose jede Sekunde umfallen. An vierter Stelle kam ‚Welcome To The Jungle‘ und bis hierhin hatte ich das ungute Gefühl, dass die schlechten Konzertberichte aus Berlin sich auch hier bewahrheiten. Axl wirkte erschöpft, schien sich zu Bewegungen auf der Bühne zu zwingen. Der Sound war etwas schrabbelig, die Höhen klangen unausgewogen und aus dem hinteren Teil der Halle schallte das dumpfe Echo der Bässe zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Konzert so etwas wie seinen Tiefpunkt erreicht, denn ab sofort ging es steil bergauf. Die Schwächen beim Sound schienen behoben zu sein, die Stücke wurden besser vorgetragen und die Band kam in Spiellaune. Axl sprintete etwas seltener über die Bühne, was seiner Verfassung sichtlich gut tat und durch die zahlreichen Soloeinlagen hatte er ohnehin einige Verschnaufpausen.
Die Gitarreneinlagen von Slash dienten immer wieder als Brücke zwischen den Songs. Hier und da spielte er ein paar bekannte Melodien, wie zum Beispiel Ballroom Blitz, an. Der Unterhaltungsfaktor war zwar hoch, aber es fehlte der Wow-Effekt. So wurde das Konzert stellenweise etwas unnötig in die Länge gezogen.
Stimmlich war Axl Rose übrigens gut aufgelegt. Wer der bessere Sänger ist, zeigte sich aber nach gut zwei Stunden, als Duff McKagan ‚New Rose‘ von THE DAMNED coverte. Definitiv einer der musikalischen Höhepunkte des Konzerts und nur einer von vielen Coversongs an diesem Abend. Als Axl dann wieder das Mikro übernahm, hatte er ein wenig mit Stimmverlust in den Höhen zu kämpfen. Über den gesamten Abend gesehen hat er aber eine ordentliche Leistung hingelegt, zumal er sich nach dieser Einlage erstmal wieder während eines Solos von Slash erholen konnte, der diesmal zur Akustikgitarre griff und sich kurz darauf noch gemeinsam mit Duff McKagan das Rampenlicht auf der Bühne teilte.
Nach der überragenden Spieldauer von drei Stunden fand das Konzert mit ‚Paradise City‘ seinen gelungenen Abschluss.

Setlist:

It’s So Easy
Mr. Brownstone
Chinese Democracy
Welcome to the Jungle
Double Talkin‘ Jive
Better
Estranged
Live and Let Die
(Wings cover)
Slither
(Velvet Revolver cover)
Rocket Queen
Shadow of Your Love
(Hollywood Rose cover)
You Could Be Mine
New Rose
(The Damned cover)
This I Love
Civil War
Speak Softly Love (Love Theme From The Godfather)
(Nino Rota cover)
Sweet Child O‘ Mine
Used to Love Her
Coma
Wichita Lineman
(Jimmy Webb cover)
Wish You Were Here
(Pink Floyd cover)
November Rain
(„Layla“ intro with Axl on grand piano)
Black Hole Sun
(Soundgarden cover)
Knockin‘ on Heaven’s Door
(Bob Dylan cover) („Only Women bleed“ intro)
Nightrain
Don’t Cry
(„Melissa“ intro)
Yesterdays
The Seeker
(The Who cover)
Paradise City