LUCIFER - LUCIFER II 
Lucifer_-_Lucifer_II_-_2018_-_Cover - KopieGenre: Psychedelic Rock’n’Roll 
Label: Nuclear Blast 
Veröffentlichung: 06.07.2018 
Bewertung: Gut (6/10) 

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Drei Jahre nach dem Erscheinen von Lucifer I steht die zweite Scheibe der Band LUCIFER in den Regalen. Und sie heißt.. richtig: Lucifer II. Während die Albentitel also nicht auf besonders viel Einfallsreichtum schließen lassen, soll im Folgenden überprüft werden, ob dies auch für den musikalischen Aspekt gilt, oder ob die Band hier mehr Abwechslung bieten kann, als der Titel vermuten lässt. Wirft man einen Blick auf die Tracklist kann zumindest schon mal festgestellt werden, dass die Titel im Vergleich zum Vorgänger weniger okkult, sondern eher weltlich erscheinen.

Bei „Califonia Son“ darf Sängerin Johanna Sadonis direkt mal ihre kraftvolle Stimme unter Beweis stellen. Unterlegt mit einem gleichmäßigen Gitarrenriff ohne große Schnörkel und spielerische Finessen liefert die Band hier trotz aller Einfachheit einen geilen Song, bei dem man am liebsten direkt mit dem Cabrio über einen kalifornischen Highway düsen möchte.
Der folgende Song „Dreamer“ ist dann ein ganzes Stück ruhiger und wird mit weniger Geschwindigkeit vorgetragen. Die schleppende Bassgitarre gibt hier den Takt vor, während im Hintergrund hin und wieder mal die E-Gitarre aufheult. Ein toll komponierter Song, der zum Nachdenken anregt.
Etwas verspielter und verschnörkelter geht es beim Titel „Phoenix“ zu. Es gibt immer wieder leichte Änderungen im Rhythmus und der Refrain beispielsweise wird von einem ruhigen Frauenchor begleitet, was dem Ganzen etwas mehr Variation und Tiefe verleiht. Der Frauenchor wird auch beim folgenden „Dancin With Mr. D“ eingesetzt.
Spätestens beim Song „Reaper On Your Heels“ ist ein kleines Zwischenfazit notwendig, denn es fällt auf, dass die Gestaltung der Titel doch recht ähnlich ist. Immer wieder ist die tiefe Bassgitarre im Vordergrund und wird hier und da von der E-Gitarre durchzogen. Das, in Kombination mit dem schleppenden Rhythmus, erweckt einen recht monotonen Eindruck.
An dieser Stelle scheint die Band auch bereits ihr Pulver verschossen zu haben. Einzig „Before The Sun“ bietet nochmal so etwas wie ein kleines Highlight. „Aton“ und „Faux Pharaoh“ lassen das Album ausklingen. Letzterer Titel bäumt sich gegen Ende nochmal regelrecht gegen den bisherigen melodischen Einheitsbrei auf und alle Instrumente vermischen sich zu einem lauter werdenden „Grande Finale“, das von dem Gesamteindruck des Albums jedoch nicht ablenken kann.

Wenn man sich die Songs einzeln anhört, kann ich ihnen einiges abgewinnen. Die Stimme von Johanna Sadonis passt sehr gut in das Gesamtgefüge. Doch hört man sich das Album am Stück an, so kann schnell der Eindruck entstehen, dass man die selben Elemente mehrfach hört. Einigen Titeln fehlt der Wiedererkennungswert und das liegt auch an der Stimme der Sängerin. Sicherlich bildet sie eine gute Einheit/Harmonie mit den Melodien und ist für dieses Genre sehr passend, aber insgesamt erscheinen die Lieder nicht besonders abwechslungsreich. Fans des Genres werden hier sicherlich ihren Spaß haben, für alle anderen kann LUCIFER II nur als gelegentliche Ablenkung dienen.