NIGHTMARER - Cacophony of Terror
SOM430LP Gatefold (LP1042) v2Genre: Extreme Metal
Label: Season of Mist
Veröffentlichung: 23.03.2018
Bewertung: Bombe (9/10)

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Chaos bricht in Wellen zusammen. Muster entstehen aus wirbelnder Energie. Die Dunkelheit verschmilzt aus Fragmenten zu bizarren Formen und seltsam gewinkelten Formen. Was sich liest wie eine Liste von Einträgen in H.P. Lovecrafts Schreckenswörterbuch, ist die alptraumhafte musikalische Vision, die NIGHTMARER auf ihrem Debütalbum „Cacophony of Terror“ anbietet.

Scheinbar aus dem Nichts, haben NIGHTMARER Anfang 2016 mit ihrer ersten EP „Chasm“ den extremen Metal-Underground getroffen. Dieser furiose Wirbelwind aus Low-End-Dissonanzen, verheerender Härte und majestätischen Klangwänden eroberte die Szene im Sturm.

Dieses internationale Trio, das 2014 von ehemaligen Mitgliedern von Bands wie GIGAN, THE OCEAN und WAR FROM A HARLOTS MOUTH ins Leben gerufen wurde, bezieht nur die extremsten Elemente ihrer vorherigen musikalischen Arbeiten und bringt diese in eine andere höllische Dimension.

Mit ihrem eindeutig persönlichen und einzigartigen Weg in die dunkle Materie, die DEATHSPELL OMEGA, DODECAHEDRON und ULSECT erforscht haben, wollen NIGHTMARER nun eines der düstersten und erdrückendsten Alben von 2018 veröffentlichen.

Alles fängt mit dem düsteren Intro „The Descent“ an. Was sich am Anfang anhört wie ein Bienenschwarm, endet in einer bedrückenden Orgie aus Schlagzeug, Gitarren und Bass.

„Stahlwald“ beginnt mit Blastbeats, die wie eine Nähmaschine zustechen, und dem fiesen Gegrunze von Sänger John Collet. Dann der Mittelteil, der beängstigend vor sich hinplätschert und einen an ältere Gruselfilme erinnert. Jedoch wird auch rasch wieder das Tempo aufgenommen, bis am Ende eine gruselige Sequenz folgt.

Weiter geht es mit „Skinner“. Gitarren und das Schlagzeug mit Doublebass leiten den Song ein, bis der Growlgesang einsetzt. Erneut schließen sich Blastbeats an, immer wieder wird das Tempo angezogen.

„Bleach“ wird eröffnet mit kleinen Gitarrenriffs, bevor das Maschinengewehrschlagzeug den Song bombardiert. Zwischendurch kleine Breaks, jedoch besticht „Bleach“ hauptsächlich durch hartes Geknüppel.

„Cave Digger“ ist ein sehr düsterer Song, man bekommt wirklich den Eindruck, man ist in einer Höhle tief unter der Erde. Der Gesang hat einen leichten Hall, die Atmosphäre wird hier an den Zuhörer originalgetreu weitergegeben.

Mit „Fetisch“ wird dann aber auch wieder geknüppelt. Eingängige Riffs im Mittelteil, bevor die Schießbude erneut losballert.

„Tidal Waves of Terror“ hat dann mal kurz einen ruhigen Moment zu Beginn. Dann wird gewohnt das Tempo angezogen, immer mal von Breaks unterbrochen.

Auch der Song „Ceremony of Control“ schlägt in die düstere Kerbe. Brutalität spiegelt sich in der Stimmung des Stückes wieder.

Mit „Death“, dem längsten Lied von fast fünf Minuten, geht es dem baldigen Ende entgegen. Beklemmend, beängstigend, Horror. Diese drei Worte geben wohl am besten wieder, wie „Death“ auf den Zuhörer wirkt.

Das Outro „Swansong“ ist eigentlich nur noch ausknüppeln, bis ein Piepen der Nullinie dieses Album beendet.

Alles in allem ein wirklich sehr gutes, beeindruckendes Debütalbum. Man darf gespannt sein, wie der Weg von NIGHTMARER weiter geht. Die Stimmung dieses Werks wird auch soundtechnisch sehr gut wiedergegeben. Willkommen im Horrorkabinett.