SECRET RULE - The 7 Endless
SECRET RULE - The 7 EndlessGenre: Melodic Metal
Label: Pride & Joy Records
Veröffentlichung: 25.01.2019
Bewertung: Klasse (8/10)

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SECRET RULE bringen im Januar ihr mittlerweile viertes Studioalbum heraus. Dieses Mal handelt es sich um ein Konzeptalbum. Das neue Konzeptalbum erzählt die Geschichte eines Mädchens von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod, wie ein Weg, um ihre Seele durch verschiedene Geisteszustände zu entwickeln, die sich auf die 7 Endless beziehen. Es ist eine Geschichte, in der jeder sich selbst und seine Gefühle erkennen kann.

Das Konzept ist inspiriert von Endless-Charaktären, die von Neil Gaiman für das Graphic Novel The Sandman entworfen wurden. Darin wird die Geschichte des Königs der Träume und seiner Familie fantastischer Personifikationen kosmischer Kräfte beschrieben. Beschrieben als „Eine Geschichte über Geschichten“, war The Sandman eine Comic-Serie, die zu jeder Zeit, in jedem Stil und in jeder Umgebung jede Geschichte erzählen konnte. Historische Persönlichkeiten waren häufig, genau wie Anspielungen und Hommagen auf viele klassische Werke wie die Arabian Nights und die Stücke von William Shakespeare. Im Zentrum der Serie steht Dream, auch bekannt als Morpheus, der Sandmann und Dutzende anderer Titel. Er regiert über die träumende Welt, die Sterbliche betreten, wenn sie schlafen, und er ist auch der Patron von Schriftstellern und Geschichtenerzählern, da eine Geschichte und ein Traum in vielerlei Hinsicht dasselbe sind (er wird als „der Herr von allem, was nicht ist“ beschrieben).

Dream hat Schwestern und Brüder. Es gibt sieben Wesen, die keine Götter sind, die existieren, weil wir tief in unserem Herzen wissen, dass sie existieren. Sie sind Traum, Tod, Schicksal, Verlangen, Verzweiflung, Zerstörung und Delirium.

Los geht es mit „The Endless“, was quasi die Einleitung für dieses Album ist. Ein flottes Stück zum Auftakt. Und dann wird die Geschichte erzählt:

Als erster Song der Geschichte steht „Birth“ an. Auch ein Song mit eingängigen Riffs untermalt von Keyboards. Die Melodie prägt sich nach kurzer Zeit im Gehörgang ein.

„Dream“ wird mit schönen Doublebasses eröffnet, im Hintergrund wieder die Keyboards. Die Strophen sind etwas ruhiger, zum Refrain hin wird es dann schneller, in der Mitte wird Sängerin Angela von einem kleinen Backgroundchor unterstützt.

In „Desire“ wird das Verlangen gut umgesetzt mit fast flehendem Gesang. Zwischendurch stehen immer wieder Gitarren und Doublebass im Vordergrund.

„Alone“ wird durch den Gesang dramatisch dargestellt, unterstützt von harten Riffs. Auch ein kurzweiliger Song.

„Destiny“ ist die bislang härteste Nummer, dementsprechend schnell beginnt das Stück. Ganz klar die Headbang-Nummer des Longplayers. Hier wird das Thema Schicksal musikalisch wie ein Tornado durch den Song gehetzt. Wird später auf jeden Fall noch mal angespielt.

Dagegen ist „Hidden into a Dream“ eher die Elektro-Nummer. Beginnt das Stück doch mit Elektropop-Elementen nach erfolgter Einleitung. Anschließend ist man wieder im gewohnten SECRET RULE Modus mit Gitarre und Keyboards.

„Desperation“ klingt dagegen wieder mehr nach SECRET RULE. Der Refrain hallt auch länger im Ohr. Dann wieder die gewohnt harten Gitarrenriffs. Die Verzweiflung wird auch durch die zwischendurch weiter entfernt klingenden Vocals ausgedrückt.

„Delirium“ ist die erste Ballade auf der Scheibe. Ein recht ruhiges Stück, welches das Delirium als Zustand beschreibt. Musikalisch finde ich das Thema perfekt umgesetzt.

Bei „Destruction“ erwartet man wieder eine schnellere, härtere Nummer, die dann schließlich auch serviert wird. Eingebremst wird es hier und da von Angelas Gesang. Doch dann finden sich Gesang und Melodie und es wird ein schnelles, abwechslungsreiches Stück.

Nun schon zum letzten Song „The Awakening“. Mit folkloristischen Klängen beginnt das letzte Stück. Auch „The Awakening“ schlägt in die Kerbe Ballade, welche recht feierlich musikalisch umgesetzt wird.

Mit „The 7 Endless“ haben SECRET RULE ein gewagtes aber durchaus gelungenes Konzeptalbum vorgelegt. Die Geschichten wurden allesamt perfekt in Gesang und Melodie erzählt und gespielt. Eventuell hätte man sich hier und da mehr Stücke wie „Destiny“ gewünscht, aber ich denke, dass die Geschichte das nicht zugelassen hat. Dennoch haben wir hier ein Album, welches mich in der Idee und Umsetzung überzeugt hat.