Revolt! mit HERBSTSCHATTEN & AU DESSUS, Hamburg / Bambi Galore, 30.11.18 (Konzertbericht)

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Ist Ihnen die Welt auch manchmal zu bunt und fröhlich? Strahlt der lange Sommer immer noch in Ihrem Herzen nach und Sie werden ihn partout nicht los? Dann probieren Sie jetzt: Black Metal! Wir empfehlen Ihnen einmal wöchentlich eine vierfache Dosis brutales Geknüppel, um den Permafrost in Ihrer Seele stabil am absoluten Nullpunkt zu halten!

Ideal dafür geeignet war das Konzert der REVOLT!-Reihe am Freitag im Bambi Galore in Hamburg. Neben den lokalen Helden von HERBSTSCHATTEN und den Bremern FIAT NOX hieß die kleine aber feine Location im Stadtteil BiIllstedt auch AU DESSUS aus dem schönen Litauen und unsere polnischen Nachbarn FURIA willkommen. Während AU-DESSUS erst verhältnismäßig kurz dabei sind (ihre erste EP schien 2015) können FURIA auf eine lange Bandgeschichte bis ins Jahr 2004 zurückblicken.

Trotz kurzer Anreise und heimischem Publikum war es auch für HERBSTSCHATTEN ein besonderer Auftritt, denn nach ihrem 2013 erschienenen Debütalbum „Liv og Død“ kam an diesem Tag die neue EP „Bergtempel“ heraus. Daher (und weil der Chefredakteur dieses noblen Magazines „zufällig“ auch Bassist dieser Band ist *hust hust* SCHLEICHWERBUNG! *hust hust*) wollen wir nun einen etwas genaueren Blick auf deren Auftritt werfen.

FIAT NOX hatten als erste Band des Abends die Ehre, dem Publikum schon mal ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Die Band schlug ein wie eine Bombe und das Publikum wurde schnell warm. Nachdem FIAT NOX dann als erste Band des Abends die Nackenmuskulatur des Publikums gut vorgewärmt und hier dem Publikum schon ordentlich eingeheizt hatte, erschienen HERBSTSCHATTEN mit anständiger Kriegsbemalung im Gesicht auf der Bühne und gingen direkt mit „Jotunheim“ in die Vollen. Danach folgten auch schon die ersten Klänge der neuen EP „Bergtempel“. „Weg“ bereitete als Intro den Weg  für „Geistergedanken“. Der Song kommt an, denn er bietet neben dem obligatorischen AAAAAARRRGHS auch entspannte und abwechslungsreiche Passagen zum mitwippen und um schwungvoll die Haare kreisen zu lassen. Die Setlist folgte der Tracklist der EP, und somit ging es über „Irrweg“ weiter zum Titeltrack „Bergtempel“. Ein hartes Brett, bei dem die Pommesgabel-Quote unter den Zuschauern ansehnlich stieg und sich neben die alteingesessenen Fans wohl auch einige neue gesellten, die in dem ansonsten leicht zurückhaltenden, aber interessierten Publikum die Stimmung in Schwung brachten. Mit „Tote essen“ folgte dann auch der letzte neue Track, aber damit war der Auftritt zum Glück noch nicht zu Ende. Mit dem groovigen Titeltrack des Erstlings „Liv og Død“ gab es noch einmal die Möglichkeit, ordentlich den Kopf zu schütteln und mittels Windmühlen-Technik die Band als Ventilator zu unterstützen, bevor mit „Vollstreckung“ das Finale folgte.

Tracklist HERBSTSCHATTEN:

Jotunheim
Weg
Geistergedanken
Irrweg
Bergtempel
Tote Essen
Liv og Død
——
Vollstreckung (Zugabe)

Ein absolut gelungener Auftritt ist vorbei, zwei weitere großartige Bands folgten, und während so die letzten Gitarrentöne verklingen, sehe ich ein kuschelndes Pärchen im Publikum und denke mir: Black Metal ist vielleicht nicht immer Krieg, sondern manchmal auch Liebe.

Weiter geht es mit AU DESSUS aus Polen, dem wohl heimlichen Headliner des Abends. AU DESSUS erinnern ein wenig an eine Mischung aus Behemoth und Agalloch. So richtiges Geknüppel im ersten Moment und kurze Zeit später könnte man direkt in Melancholie versinken. Das Bambi ist gut gefüllt und die Stimmung ist gut, im Bambi Galore allerdings auch nicht wirklich überraschend. Das Metal-Wohnzimmer in Billstedt ist meistens gut besucht und die Stimmung ist immer super. Dazu dann noch ein totaler Abriss von AU DESSUS und der Abend ist super.

Aufgrund von Unterhopfung konnte ich dann FURIA leider nicht mehr so richtig wahrnehmen, allerdings sollen diese auch richtig das Bambi zerlegt haben. Die Band ist so trve, sie hat nicht einmal eine Facebookseite! Heavy!

Gastautor: Hannes C., ehemaliger stellv. Chefredakteur