SLEGEST - Introvert
KAR158LP_Slegest-Introvert_LPcover.inddGenre: Heavy / Black Metal
Label: Dark Essence Records
Veröffentlichung: 16.11.2018
Bewertung: Bombe (9/10)

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Es lebe die Innovation! Genregrenzen zu überschreiten ist schon lange kein Skandal, aber auch schon lange kein Einzelfall mehr. Umso schöner, dass es immer noch neue Ideen in der Szene gibt, die was Spannendes auf den Plattenteller zaubern und nicht immer nur den gleichen Einheitskartoffelbrei servieren. Ihren dritten Longplayer schmeißen die Norweger SLEGEST mit „Introvert“ auf den winterlichen Markt. Zu hören gibt es musikalisch modernen Heavy Metal, der leicht verdaulich ist, verbandelt mit blackig-kratzigen Growls. Man könnte also sagen, es handelt sich um Blackenend Heavy Metal oder auch Black ‚n‘ Roll. Das Label Doom, das man im Zusammenhang mit dem Bandnamen auch gern mal liest, empfinde ich dagegen als unpassend, auch wenn „Maler Lys I Moerketid“ zunächst etwas schleppend daherkommt. Die Düsternis des Black und Doom Genres fehlt aber, dafür geben sich die Kompositionen leicht, was sicher auch an dem nicht zu basslastigen und nicht zu tief gestimmten Sound liegt, der die Heavy Richtung vorgibt. Möchte man einen Vergleich bemühen, bewegen sich die Norweger im Fahrwasser ihrer Landsleute Kvelertak oder den Schweden Witchery, die aber beide wesentlich düsterer zu Gange gehen. Das Coverart wurde im Übrigen vom norwegischen okkulten Künstler Anders Røkkum entworfen. Die Lyrics sind durchgängig unverständlich – das liegt aber wohl an meinen fehlenden Norwegischkenntnissen. Die Aussage der Texte erklärt Frontmann Ese so: “Introvert — a person who is predominantely interested in their own inner experiences. The album is born out of a mindset and lifestyle characterized by introversion. Slegest’s music has always been feeding on inner moods, feelings, nostalgia and heavy rock. Nevertheless, this inspiration from within has led to our most outgoing and in your face material ever! We are surpassing ourselves on this one, let it spin in the face of life itself!”

Schlussendlich ist die Platte durch ihr Grenzgängertum, was Genres angeht, für viele Fans zugänglich. Wer also normalerweise eher auf den härteren Sound steht, aber auch mal zum Nachmittagstee ein bisschen Verdauungshilfe sucht, der ist hier genau richtig. Die Scheibe besticht durch Groove, leichte Heavy Riffs und Melodien, lässt aber durch den kehligen Black Metal Gesang auch die nötige Härte nicht vermissen. Solltet ihr nicht verpassen!