KORPIKLAANI - Kulkija
http _www.nuclearblast.de_de_data_bands_korpiklaani_releases_korpiklaani-kulkijaGenre: Folk Metal
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 07.09.2018
Bewertung: Gut (6/10)  

Website

„Kulkija“ ist mittlerweile das zehnte Album der allseits beliebten Finnen. Auf den vorherigen Alben waren eigentlich immer mindestens zehn (wenn nicht sogar mehr) Songs zu finden. Dieses Mal gibt es ganze 14! Aber ob „je mehr, desto besser“ wirklich das richtige Motto ist, soll ich noch zeigen.

Gleich das Einstiegslied „Neito“ beinhaltet alles, was man von Korpiklaani gewohnt ist. Eine flotte Melodie, ein Rhythmus zum Mitstampfen, ein wenig Akkordeon hier, finnische Texte da. Alles, was typisch ist, ist hier zu finden, aber das macht noch keinen Knaller aus. So geht es auch zunächst weiter im zweiten Lied, wobei dann hier mehr die rockige Seite zum Vorschein kommt. „Aallon alla“, welches auch als Single erschienen ist, kommt ziemlich recht ruhig, poppig und eingängig daher, sodass man sich dieses Lied sogar gut im Radio vorstellen kann.

Der Song „Kallon malja“ sticht heraus, da er vergleichsweise lang ist für eine Nummer von KORPIKLAANI, auch wenn es in der Vergangenheit ab und zu mal solche Lieder schon gab. „Kallon malja“ ist eher eine ernste, teils andächtige Nummer. Die Folgenummer ist nochmal etwas rauer, sodass die Metalseite im Vordergrund steht. Aber deswegen geht es dort noch lange nicht zur Sache. Unglücklicherweise sind keine vernünftigen Übersetzungen vorhanden, sodass man nur mutmaßen kann, dass in diesem Fall eher eine Geschichte erzählt wird, als dass es um das Feiern geht.

„Pellervoinen“ würde sich gut an einem Abend im Pub machen, da hier mehr Geige und Akkordeon rauszuhören sind. Perfekt zum Schunkeln also. Auch die nächsten Lieder sind etwas flotter. Für ein Mitnicken reicht es, aber so richtig mitgerissen fühlt man sich nicht. Mit „Tuttu on tie“ erfährt das Album einen recht melancholischen Ausklang.

KORPIKLAANI sind nun schon etwas länger ziemlich erfolgreich unterwegs, aber so langsam scheint die Luft raus zu sein. Schon die Vorgängeralben waren keine richtigen Kracher mehr und auf „Kulkija“ bekommt man auch nur noch Altbewehrtes, obwohl die richtigen Stimmungskanonen nicht mal vorhanden sind, was das Ganze wenigstens etwas auflockern würde. Ein paar Überraschungen hätten der Platte gut getan. Wer Schunkellieder und Hintergrundmusik für Lagerfeuerabende haben möchte, ist hier weiterhin richtig, aber so richtig Spaß macht das Album nicht. Diejenigen, die die gute alte KORPIKLAANI-Mischung haben wollen, werden sicherlich zufrieden sein, wer aber mit dem Bär steppen möchte, wird nicht wirklich auf seine Kosten kommen. Vielleicht hat die Band ihren Höhepunkt bereits erreicht.