arsis_visitantGenre: Technical Melodic Death Metal
Label: Agonia Records / Soulfood
Veröffentlichung: 2.11.2018
Bewertung: Heavy! (10/10)

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Mit „Visitant“ veröffentlichen ARSIS ihr erstes Album in fünf Jahren, aber bereits ihr insgesamt sechstes Studioalbum. Nicht nur ist hier der Gitarrist von THE BLACK DAHLIA MURDER mit von der Partie, auch deren Sänger Trevor leiht der Platte als Gastsänger sein Goldkehlchen. Ich würde zwar nicht behaupten, dass das Ganze nun wie ein THE BLACK DAHLIA MURDER Klon klingt, dennoch muss der Style ein jeden Fans Herz höherschlagen lassen. Hier batteln sich ausgeklügelte Fast Speed-Gefriemel Gitarren, die von einer Melodie ins nächste Solo hasten, mit Doublebass-Schützenfeuer. Der Sound ist glasklar, aber nicht ohne den nötigen Druck der Basslines. Die Screams sind in guter Melo Death Manier im höheren Keif-Growl-Bereich angesiedelt und vervollständigen den typischen Sound. Dass Sänger und Gitarrist James eine klassische Violinen- und Komponistenausbildung genossen hat, ist augenfällig bei den ausgeklügelten und aufeinander abgestimmten Passagen, die trotz aller Variationen stets bedacht im Thema bleiben.

Die Geschwindigkeit der Gitarrenläufe mag dem ein oder anderen hektisch und anstrengend erscheinen, wie das bei anderen Technical Death Bands wie OBSCURA schon manchmal vorkommen kann, wenn die Musiker Musik für Musiker machen, Kennern und Liebhabern des Genres gereicht dies aber zu einem verlängerten Hörgenuss, da die Songs sicher nur partiell auf Anhieb hängen bleiben können. Wie auf „Easy Prey“ galoppiert das Schlagzeug mit einem Frickelbass unaufhörlich davon. Textlich bewegen sich die Songs im Übrigen im klassischen Horrorbereich, Sänger James orientierte sich beim Schreiben an seinen Lieblingsfilmen wie „Silver Bullet“ oder „Prince of Darkness“. Die Single „Tricking the Gods“ ist z.B. von ersterem inspiriert, in dem Stephen King eine Werwolf-Story erzählt. Einige ruhigere Passagen haben sich dennoch auf das Album verirrt, wie z.B. „A Pulse Keeping Time With The Dark“, das eher bedächtig beginnt und in ein fast grooviges Midtempo mündet, ehe es sich in eine dramatische Strophe aufschwingt.

Meiner Meinung hat das Album alles, was ein gutes Melo Death Album ausmacht – es ist voll mit unzerstückelten Melodien und Gitarren-Soli, der Sound ist schleierfrei und hat genügend Bass, ohne übertrieben auf dicke Hose zu machen, jedes Instrument darf gleichberechtigt mitspielen und hörbar sein und der Sänger spuckt mühelos Screams ins Mikro. Hinzu kommt, dass der Schlagzeuger vermutlich acht Arme hat oder mit dem Animal aus der Muppetshow verwandt ist. Als Goodie gibt es dann noch die zwei Stars von THE BLACK DAHLIA MURDER obendrauf – ja Leute, sorry, was wollt ihr mehr??