Armored Dawn_Barbarians in BlackGenre: Heavy Metal
Label: AFM Records
Veröffentlichung: 23.02.2018
Bewertung: Gut (06/10)

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Wie der Albumtitel schon vermuten lässt, bietet die sechesköpfige Kombo aus Brasilien inhaltlich mit dieser Platte Viking-Gedöns an, allerdings bewegen sie sich musikalisch eher in Richtung Heavy Metal gepaart mit Elementen epischer Hymnen.

Mit dem ersten Song, „Beware Of The Dragon“, werden auch direkt alle Register in Sachen epischer Hymnen gezogen: Die Intro ist bereits mit sanften Geigen- und Klaviertönen, tiefen Kriegstrommeln und choralem Gesang gespickt, bevor die Saiteninstrumente und Drums Vollgas geben. Schnelle Passagen wechseln sich immer wieder mit langsameren ab, wobei gerade die langsamen Parts die epische Stimmung tragen. Die Tempowechsel sind dabei zwar teilweise realtiv harsch, aber immer harmonisch. Auf jeden Fall schon mal ein guter Start in die Platte!
Auch „Bloodstone“ hat einen überaus vollmundigen Sound. Außerdem bekommt man deutlicher einen Eindruck der unterschiedlichen Stimmfarben von Sänger Eduardo Parras. Der Gesang in den Strophen ist ein wenig dunkler, wirkt aber auch leicht gezwungen und unauthentisch. Immerhin eröffnet er sich damit wieder Spielraum nach oben…

„Men Of Odin“ kommt durch den vielschichtigen Sound kraftvoll und gleichzeitig äußerst melodisch daher. Das gedrosselte Tempo im Refrain, der zig-mal wiederholt wird, der hier eher weiche Gesang und eine langsame Bridge mit gefühlvollem Gitarren-Solo laden zum Schmachten ein und bringen gleichzeitig etwas Episches mit sich. Eigentlich ganz cool, dass dieses ganze „Wir sind so harte Krieger“-Gedödel mal sanfter rübergebracht wird.

Die Tracks „Chance To Live Again“, „Unbreakable“ und „Eyes Behind The Crow“ schlagen noch mal genau in die selbe musikalische Kerbe wie ihre Vorgänger und spielen sich am gleichen Schema ab. Es wird gefühlt nichts. neues. eingebracht. Meiner Meinung nach kann man sich die Songs in die Haare schmieren, es sei denn man will x-mal das gleiche in leicht unterschiedlichen Aufmachungen hören, dann sind sie gold richtig.

An dieser Stelle des Albums wird es Zeit für die obligatorische Ballade. Geschmachte hatten wir ja schon, aber „Sail Away“ bietet noch mal besonders nachdrücklich die Möglichkeit: langsames Tempo, in die Höhen kletternde Vocals, die sachte wieder abfallen und ausklingen, Klavier-Sound im Hintergrund, langgezogene Backing-Vocals, ein poppiger Beat und eine kreischende E-Gitarre in der Bridge. Insgesamt wirkt der Song aber authentisch und leidenschaftlich, was ihn von der 08/15 Metal-Ballade abhebt, also nichts für ungut!

„Gods Of Metal“ geht dann noch mal mit ein bisschen härterem Riffing und weniger Schnörkeln zur Sache. Das hier noch mal auf ‚hart‘ gemacht werden soll, zeigt sich auch an den Backing-Vocal-Spuren: In der Strophe werden einzelne Worte des Gesangs dunkel und leicht verzerrt wiederholt und im Refrain wird das Wörtchen „fight“ reingeschrien. Böse oder sonst wie wirkt das aber nicht, eher leicht lächerlich.

„Survivor“ feuert dann auch noch mal das bekannte Schema ab, wobei die Keyboard-Effekte nicht ganz so intensiv genutzt werden. Was hier echt cool rüberkommt, ist, dass die Lead-Gitarre im Refrain fast gleichberechtigt neben dem Gesang steht und ordentlich powert. Dafür fällt dann das Solo in der Bridge ein bisschen kürzer aus, was auch nicht so schlimm ist. Und der Titel-Track am Ende der Platte? – Gibt auch noch mal Gas, geht gut ins Ohr, bringt aber auch nichts wirklich neues mit sich.

Nach dem Schreiben des Reviews, habe ich mich dabei erwischt, wie ich den ein oder anderen Refrain der Platte vor mich her gesungen habe. Also gibt es definitiv noch einen Pluspunkt für Eingängigkeit und Ohrwurmpotenzial! Das Album ist insgesamt nicht übel, die Songs sind alle für sich stimmig. Aber auf Dauer wird das Schema F einfach langweilig. Allerdings muss ich noch mal betonen, dass ich gerade von den langsameren Songs echt angetan bin!

Wer wissen möchte, wie sich die Jungs live schlagen, findet hier noch unseren Bericht vom Heathen Rock Festival in Hamburg, auf dem sie am 24.02.2018 gespielt haben!