MENSCHENFRESSER - SterbenGenre: Horror Metal
Label: Boersma-Records
Veröffentlichung: 21.12.2018
Bewertung: Klasse (8/10)

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Thrashiger Black/Death Metal gekreuzt mit Horrorfilmen ergibt MENSCHENFRESSER. Die Menschenfresser aus Trier fanden sich bereits im Jahre 2006 zusammen und mit Christian Knechtel an der Gitarre und Holger Rodammer an Gesang und Schlagzeug frönte die Band auf der „Esst mich“ Single sowie der „Moorgott“ Demo ihren morbiden Gelüsten. Die Gier nach Menschenfleisch war unersättlich und im Jahre 2011 veröffentlichten die MENSCHENFRESSER ihr Debütalbum „Menschenfresser“. Durch die guten Kritiken wuchs der Appetit immer weiter und im Jahre 2014 erhoben sich die faulenden Kadaver der MENSCHENFRESSER aus ihrer Gruft, um das nächste full-length Album „Der Nachzehrer“ zu präsentieren. Im August 2015 fand sich mit Robert Trierweiler ein neuer Bassist, und die Band war wieder bereit für Studio und Auftritte. Getrieben vom ewigen Hunger sattelten die Kannibalen im Oktober 2017 ihre Pferde und zogen mit ihrer „Kannibalistische Reiter“ EP durch das deutschsprachige In- und Ausland. Im Februar 2018 hat die Band beim Essener Plattenlabel „Boersma Records“ einen weltweiten Plattenvertrag unterschrieben und im Dezember 2018 wurde das nächste Studioalbum veröffentlicht.

Die Band sollte jedem Horror-Film-Fan ein Begriff sein:
Die Bilder für die Cover der Alben „Menschenfresser“, „Der Nachzehrer“ und „Sterben“ wurden von Horror-Film-Legende Tom Sullivan gestaltet. Die Picture-LP und die beiden Alben stehen im „Evil Dead Museum“ in den USA und die Band durfte vier Songs zur Bonus-CD der „Evil Dead“-Dokumentation („Invaluable“, 2016) beisteuern. Auch in den Horror-Filmen „The Evil Within Us“ (Brandon Medina, 2015) und „The Expressionless” (Israel Laboy, 2015) werden Songs der Band verwendet.

„Morbus“ fängt mit einem düsteren Intro an, Gitarren und der beängstigende Gesang folgen. Gesungen wird hier über den Richter „Morbus“ aus der Hölle und seine wilde Zerstörung. Er arbeitet mit dem Tod Hand in Hand. So hört sich dann auch der schnelle Mittelteil mit Blastbeats an. Ein recht gruseliger Auftakt von „Sterben“.

Düster geht es natürlich mit „Wer ist da?“ weiter. Dämonische Dialoge zu Beginn, bis Sänger Holly fragt: “Wer ist da?“ Haben wir uns das nicht schon alle mal gefragt? Irgendwo hört man ein Geräusch, ein Kratzen, ein Flehen…….“Wer ist da?“ ist da die logische Frage. Hier werden zusätzlich noch Knochen zermalmt und der Körper in Stücke gerissen. Wahrer Horror ist hier zu hören, dazu die Bilder, die sich einem vor den Augen zeigen.

Nun zum Albumtitel „Sterben“. Zu Beginn recht rockig gleitet man in Rammstein-Manier zum Refrain „Sterben“. Ein schöner eingängiger Song, der zum Mitsingen einlädt und live bestimmt ein Renner wird. Mittendrin meint man, Golum zu hören, nur noch gruseliger.

„Mittagssonne“ legt anfangs ein rasantes Tempo vor, richtig geil thrashig Old School. „Tanz mit mir in die Nacht” heißt es dort. Kann eigentlich nur eine Pogo-Fetzerei sein. Drei Minuten Vollgas, dann lässt man „Mittagssonne“ mit den Stimmen der Hölle ausklingen.

Als Nächstes folgt der „Übergang“ zu „Frontfleisch“. Der Anfang klingt wie eine Ballade, doch dann meldet sich wieder der Dämon zu Wort. Langsame Riffs, begleitet von Schlagzeug, schippern in der Melodie vor sich hin. Gegen Ende hin folgt dann noch ein kleiner Trommelmarsch.

„Gehirnmassaker“ legt dann wieder fünf Schippen drauf. Wie eine trabende Zombieherde wird hier über das Gehör gepflügt. Ein sehr nackenfreundlicher Track. Und wenn Holly „Gehirnmassaker“ singt, klingt das echt grausam und Furcht einflößend, irgendwie krank. Man nimmt ihnen den Horror voll ab. Echt geiler, kranker Scheiß.

Und wie bei jedem Film ein „Ende“ kommt, so ist es auch bei dieser Horrorscheibe „Sterben“. Eingängige Riffs, unterstützt von Doublebasses und Chorgeräuschen im Hintergrund, leiten das „Ende“ ein. Der Instrumentalsong spiegelt eine gewisse Dramatik wider. Netter Ausklang einer Metzelorgie.

Was hier übrig bleibt, ist ein starkes, kurzweiliges Album, dessen Inspiration natürlich aus Horrorfilmen und sonstigem Kram kommt. Ich hatte als Fan von Horrorfilmen einen Riesenspaß, dem Treiben auf dem Longplayer zuzuhören. Mal auf die Musik geachtet, dann auf die Texte und sich alles zusammen bildlich vorgestellt. Eine Empfehlung für den Samstagabend, lasst das Kino sausen und hört MENSCHENFRESSERs „Sterben“. Dort werdet ihr genug Szenen vor euren Augen haben, wenn ihr euch die Texte zu Gemüt führt. Popcorn, Bier und MENSCHENFRESSER, die perfekte Mischung für einen gruseligen Samstagabend.