214139Genre: Melodic Death Metal
Label: M-Theory Audio
Veröffentlichtung: 26.10.18
Bewertung: Gut (6/10)

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Nach zehn Jahren veröffentlichen die Kanadier ein neues Album, welches überraschenderweise erst das sechste ist, obwohl die Band schon 20 Jahre lang existiert. Doch man muss nicht immer alle zwei Jahre Musik veröffentlichen, manchmal ist eine längere Schaffensphase von Vorteil. Ob das bei INTO ETERNITY auch der Fall ist, wird sich zeigen.

Zunächst beginnt das Album mit einem Klavierintro, welches eher eine leicht melancholische Atmosphäre vorgibt, doch noch im selben Lied setzen alle Instrumente ein und ändern schlagartig das Tempo. Wilde Gitarrensoli entsteigen den Lautsprechern, bis nach einer Weile erst der Gesang einsetzt. Sobald alle Komponenten erklungen sind, merkt man schnell, dass sich ein klanglicher Vergleich mit Genre-Kollegen wie Arch Enemy kaum vermeiden lässt, weil die Ähnlichkeiten in so großer Zahl vorhanden sind. Weiterhin wird beim Hören des Albums klar, dass sich die Band klanglich eher auf die Instrumente konzentriert, allen voran den Gitarren. Denn es gibt kaum ein Lied, in dem nicht mindestens ein Solo drin vorkommt.
„Nowhere Near“ ist der erste überraschende Moment auf dem Album. Während die Band vorher konstant durch ihre Kompositionen ballert, wird hier ein wenig das Tempo gedrosselt. Die erste Hälfte des Liedes ist schon fast balladesk, doch auch hier wird später wieder nachgelegt. Der nachfolgende Song „Devoured by Sarcopenia“ ist der erste Song, welcher wirklich Spaß macht. Er ist gut strukturiert mit Variationen im Tempo und in der Instrumentalisierung, sowie im Gesang. Doch leider war’s das auch schon mit den Highlights auf dem Album.

Insgesamt findet sich auf „The Sirens“ recht wenig Abwechslung, da vorrangig die Songs durchgeballert werden. Durch den Fokus auf den Instrumenten kommt der Progressive-Aspekt der Musik von INTO ETERNITY raus, auch weil man sich hier bemüht, besonders aufwendige Soli einzubauen. Aber wenn diese in so gut wie jedem Track vorkommen, wird es auch schnell langweilig. Die Soundabmischung hätte auch ein wenig dynamischer und weniger stumpf sein können, dann hätten die Songs mehr Energie ausgestrahlt. Das Tempo ist zwar zügig, aber so richtig will sich der Drang nach Eskalation nicht einstellen. Somit ist das Hörvergnügen schnell vorbei, ohne dass man beim ersten Hören einen guten Eindruck vom Album bekommen kann.