Goat Explosioin-Rumors Of Man_CoverGenre: Doom/Stoner
Label: Into Endless Chaos Records
Veröffentlichung: 16.07.2018
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Bei „Rumors Of Man“ handelt es sich zwar um das Debüt-Album der Leipziger Formation. Allerdings sind alle vier von ihnen keine blutigen Anfänger, sondern sie kommen aus den unterschiedlichsten Bands und Genres zusammen. Mal sehen, was dabei so rumkommt und wie brauchbar das ist:

Die Band kombiniert relativ geschickt und zusammenhängend die Stoner und Doom Elemente und Passagen. Ein gutes Beispiel dafür liefert direkt der erste Song, „Wandering Spectre“, wenn die Mucke im zweiten Drittel des Tracks ins Düstere abfällt. Passend wirken zu den Klangbildern auch die Vocals, die teilweise eher nach lustvollem Gejammer klingen. Allerdings bleibt der Gesang meist auch dann noch recht langsam, wenn an den Instrumenten die Geschwindigkeit variiert wie in „Vulgar Saints“. Das hält vielleicht einerseits den roten Faden zusammen, aber meiner Meinung nach wird das Ganze dadurch ein wenig zu breiig.

Auch eine Härte in den Metal ragende Gangart haben sie drauf, wie sich im Titeltrack zeigt und auch „Where Shadows Hide“ zeigt die scheppernde Seite der Kapelle mit ordentlich Bassgehämmer. Der Stoner Rock Anteil kommt aber auch nicht zu kurz und in der Bridge wird es noch mal richtig gediegen, wobei der Track damit ein bisschen zu vollgestopft wirkt.

Appropos gediegen: Mit „Dionysian Reveries“ wird es richtig schmachtend, ruhig und in den ersten 4:30 Minuten recht monoton. Ich habe beim Zuhören ein bisschen das Gefühl, als würde ich versuchen, einen rohen Fisch zu packen, der mir hundertmal wegglitscht, bis ich ihn zu fassen bekomme und der bekannte Sound wieder einsetzt (der Song hat übrigens eine Gesamtlänge von 9:05 Minuten!). Auch „Stairway Through The Sun“ bedient sich des sachten Geklimpers, bis das Instrumentarium einsetzt und bleibt im langsameren Tempo – oder erscheint es nur so durch den drückend langsamen Gesang? Mittlerweile fängt alles um mich herum an zu wabern und zu verschwimmen. Da holt mich die klare E-Gitarrenspur aber auch schnell wieder heraus. Im Anschluss wird es noch mal ein bisschen rougher und doomiger, bis wieder ans vorige Motiv angeknüpft wird. Auch dieser Song zieht sich mit 7:12 Minuten ganz schön und bringt einen Beigeschmack von dezent vollgestopft mit sich.

Alles in allem lässt sich sowohl im Album als auch in den einzelnen Liedern trotz der wechselnden Soundmotive ganz gut der rote Faden erkennen. Die Motive sind eigentlich immer gut kombiniert, auch wenn für mich persönlich die ein, zwei Songs damit ein bisschen voll und lang werden, was aber in Anbetracht des Genres kein Manko ist. Und trotz der unterschiedlichen Spielarten wird stets eine drückende Atmosphäre aufrecht gehalten, die wohl nicht zuletzt durch den gequälten Gesang getragen wird und den roten Faden zusammenhält. Mit den konstant jaulenden Vocals entsteht ein bisschen das Bild, als ob sich irgendjemand an diesem roten Faden aufhängen möchte. Auf Dauer entwickeln die gut passenden Vocals aber für meinen Geschmack doch auch etwas Nerviges, sodass ich mir ein bisschen mehr Variation in Stimmfarbe und Intonation wünschen würde. Genug gemeckert und gejammert! Nein stopp. Hier und da ist der Sound mit ein wenig Geschnarre und Gepolter ein klein wenig unsauber. Das sind aber auch nur seltene Ausnahmen und man könnte fast meinen, dass es zum Klangbild dazugehört. Jetzt aber genug! Eine wirklich runde Platte mit ein bisschen Ausbaubedarf – für ein Debüt ganz wunderprächtig!