Genr450999e: Black Metal 
Label: Iron Bonehead Productions 
Veröffentlichung: 08.03.2019
Bewertung: Sehr Gut (7/10)

Bandcamp

Nach einer Demo im Jahr 2017 mit dem treffenden Namen „Demo I“ folgt nun die EP „II“. In der Benennung ihrer Werke ist MALAKHIM auf jeden Fall konsequent. So uninspiriert diese Namen sind, desto ausgefallener ist das Artwork. MALAKHIM sind wieder einer dieser Bands, bei der man erst nach mehreren Versuchen, aus dem Band-Logo auch nur ansatzweise etwas herauslesen kann. Zum Glück spiegelt sich die Einfachheit der Namen der Diskographie nicht auf den einzelnen Titeln wieder.

MALAKHIM kommen aus Schweden und besinnen sich der nordeuropäischen Wurzeln des Black Metals. Insbesondere TRVE Metal-Vertreter dürften Lusttröpfchen in ihre schwarzen Unterhosen abgeben, nachdem in letzter Zeit ja eher viele großartige Alben von Vertretern des modernen Post Black Metals das Licht der Welt erblickt haben. Hier gibt es in 21 Minuten auf vier Songs ordentlichen, klassischen und satanischen Black Metal, der auch noch ordentlich produziert ist, was das Hörvergnügen steigert.

„In the Rays of a New Sun“ beginnt mit melodiös einsetzenden Gitarren und nimmt nach rund eineinhalb Minuten richtig Fahrt auf. Dann folgt ein kurzes Zwischenspiel zum Durchatmen, bevor der restliche Song einem den Gehörgang wieder ordentlich durchrüttelt. Die Lead-Gitarre drängt sich deutlich in den Vordergrund und wiederholt gebetsmühlenartig das Grundriff des ersten Lieds. Soweit wird sich also daran bedient, was den Black Metal ausmacht. MALAKHIM erfinden das Rad hier nicht neu, wollen sie auch nicht. Dafür machen sie ihre Sache aber auch gut. Anders verhält es sich mit dem Gebrüll des Sängers. Dieser ist nicht wie üblich durch gekrächzte, hohe Screams geprägt, sondern deutlich tiefer. Am Anfang wundert man sich etwas, da man rein musikalisch etwas anderes erwartet hätte. Man hat das Gefühl, der Gesang würde oberhalb der Instrumente schweben. Tatsächlich braucht man hier einen ganzen Durchlauf um sich dran zu gewöhnen. Dann allerdings kommt der Gesang sehr fett rüber.

„Triumphant Spears“ knüppelt von Anfang bis Ende durch und auf „He Who Devours“ geht’s wieder melodiöser an. An den etwas langsameren Stellen merkt man, dass Andreas Nilsson von NAGLFAR die Gitarre schwingt. Betrachtet man die EP in ihrer Gesamtheit, hat man entweder flottes Geknüppel oder halt die Stellen, an der das Tempo etwas runtergeschraubt wird. „Sworn to Satan’s Fire“, so stereotypisch dieser Titel auch sein mag, ist der beste Song der Ep, einfach weil er aus diesem Schema herausbricht und abwechslungsreicher ist. Das merkt man sowohl am Gesang, als auch an den Instrumenten. Hier werden Songstrukturen aufgebrochen und sogar ein Soli gespielt. Besonders lecker ist ein Riff nach rund 1:40 Minuten, welches schon fast an Groove-Metal erinnert. Vielleicht fällt es auch einfach an dieser Stelle besonders auf, weil eben die ersten drei Songs so geradlinig sind. Ich will auf keinen Fall sagen, dass es uninspiriert daherkommt, es fehlt einem lediglich die Abwechslung. Aber genau darauf zielt die Band wahrscheinlich ab.

Die Scheibe ist professionell produziert, Gesang und Instrumente sauber abgemischt. Das hebt sie auf jeden Fall von anderen klassischen Black Metal Werken ab. Für mich persönlich hätten es ruhig mehr kreative „Spielerein“ sein können. Wer allerdings im klassischen und flotten Blackt Metal seine Erfüllung findet, wird mit dieser EP sehr zufrieden sein und sollte die Band auf jeden Fall im Blick behalten.