Dr. Death Flyer

Nun war er also da, der Tag der Auferstehung von DR. DEATH und das noch vor Ostern. Man hat zur Reborn Party ins Vortex nach Siegen eingeladen. Nach Bekanntgabe des Reunion Konzerts im November war die Veranstaltung innerhalb weniger Tage ausverkauft. Alle 250 Tickets gingen über die Ladentheke. Das Motto des Abends lautete „Back From The Dead“.

Als Support Bands konnte man GOREZILLA und ACT OF CREATION für diesen Abend gewinnen. Und diese machten ihren Job als Einheizer fantastisch, das Publikum war begeistert, was man so aus der Masse raushören konnte. Zu meiner Entschuldigung, die Bands nur mit einem Auge und Ohr beachtet zu haben, muss ich sagen, dass bei diesem Vereinigungskonzert nicht nur die Band wieder zusammengefunden hat, sondern sich auch viele alte bekannte Gesichter dort wiederfanden. Da hat man sich natürlich die ein oder andere Anekdote zu erzählen. Also sorry wegen der zu kurzen Berichterstattung an die beiden Vorbands, Eure Zeit kommt das nächste Mal. Aber das war diesem Abend quasi wie ein großes Klassentreffen.

Nun zum eigentlichen Höhepunkt des Abends, das erste Konzert von DR. DEATH seit 20 Jahren und das in der Originalbesetzung von 1991. In alter Tradition wurde Sänger Volker in einem Sarg zur Bühne getragen und davor doch recht unsanft zu Boden gelassen. Nach dem Intro folgte mit „Decision to Hate“ der erste Klassiker. Leider hatte Sänger Volker diesen Abend große Soundprobleme am Mikro. Doch diese wurden mit seiner Aura gekonnt überspielt und bei der Show nur zur Nebensache.

Für diese Show hat man sich einiges einfallen lassen. Entweder wurde das eigens für die Band hergestellte HELL-BIER mit DR. DEATH-Logo ins Publikum geworfen (ich glaube, die ein oder andere Dose flog gegen Köpfe). Oder es waren nagelneue T-Shirts von DR. DEATH, womit sich die Band jedoch erst den Schweiß abwischte. Ungewaschen werden diese Shirts natürlich unbezahlbar sein, ist doch der Schweiß des Messias darin verewigt (die Messiasgeschichte dazu ist bei „Jesus Looks Like Me“ kurz erklärt).

Auch bei den Songs gab es einige Überraschungen. Zu „Flesh Consumed“ war auf einmal eine etwas leicht bekleidete Dame mit auf der Bühne. Und wie sich im Laufe des Songs noch herausstellte, war dieser Dame doch recht warm dort oben und Schwups, stand sie auf einmal im Evakostüm da. Da kam des Rätsels Lösung: Die Dame war eine Stripperin, Sachen gibt es. Das war glaube ich der Song, wo die meisten Handys in der Luft waren.

Zu „Messiah of Death“ erschien Sänger Volker im weißen T-Shirt. Dieser peitschte sich selbst aus und der ganze Rücken war voller Kunstblut. Der Abend neigte sich auch nun langsam dem Ende entgegen, doch zwei Zugaben standen noch aus. Zum einen gab es deren Welthit „Jesus Looks Like Me“. Dort trug man eine Dame im Rollstuhl auf die Bühne. Sänger Volker wurde die Dornenkrone des Heilands aufgesetzt, er war also der Messias. OK, dort hatte man an den Requisiten gespart, es war nur ein ausrangierter Adventskranz. Und der Heiland legte der Dame im Rollstuhl die Hand auf mit den Worten: STEH AUF UND WANDLE! Das Unglaubliche geschah, sie stand aus dem Rollstuhl auf und ging zum gemütlichen Bier an die Theke. Ein verdammtes Wunder.

Ach ja, und Musik wurde auch noch gespielt. Bei den alten Klassikern zum Schluss ging die Meute noch einmal richtig mit. Zu guter Letzt gab es dann den Band Song „DR. DEATH“, wo auch das Publikum beim Refrain kräftig mitgesungen hat. Gegen Ende des Gigs wurde dann noch das Schlagzeug komplett zerstört.

Was ist hängen geblieben an diesem Abend? Erst mal einen Riesen Dank an DR. DEATH für dieses große Klassentreffen. Viele alte Freunde, die sich Jahre nicht gesehen haben, wurden hier wiedervereint. DR. DEATH haben sich diesen Abend von der Show her nicht lumpen lassen und Größen wie Rammstein an die Wand gespielt. Natürlich durften auch die obligatorischen Babywindeln nicht fehlen, die in regelmäßigen Abständen auf die Bühne flogen.

Musikalisch ist da sicherlich noch Luft nach oben, aber das sollte man an diesem Abend nicht so hoch hängen. Nach 20 Jahren Bühnenabstinenz ist das absolut verzeihbar. Lasst die Jungs noch ein paar Gigs spielen und die Leichtigkeit kommt wieder von ganz allein. Es ist schließlich noch kein Messias vom Himmel gefallen. Den Jungs muss man einfach nur ein Kompliment machen. DR. DEATH stand früher schon für Spektakel, DR. DEATH steht auch heute für Spektakel, denn auch das wollen die Fans sehen.

Man darf gespannt sein auf die nächsten Auftritte der Siegerländer Kultband. Die Massen werden wieder wie Jünger hinterher pilgern und die Gebote und das Bier von DR. DEATH in die Welt raustragen.

 

Hier die Setlist von DR. DEATH vom „Back From The Dead“ Konzert:

  1. Intro
  2. Decision To Hate
  3. Crash Course In The Garden Of Christ
  4. Burn Down The Holy Cross
  5. Twisted Mind
  6. My Cold Grave
  7. I Summon You
  8. Flesh Consumed
  9. The Room Of Souls
  10. Messiah Of Death
  11. On The Way To Utopia
  12. Jesus Looks Like Me (Zugabe)
  13. Dr. Death (Zugabe)

Bei YouTube findet ihr auch diverse Videos von dem Konzert, einfach DR. Death @Vortex Surfer Club eingeben.