Hollowed CoverGenre: Groove Metal
Label: Eigenproduktion 
Veröffentlichung: 01.02.19
Bewertung: 5/10 (Durchschnitt)

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Frankfurt am Main, die Wiege von hochdotierten Bands wie den Onkelz, ASP oder Serum 114. Alle diese Bands haben eine Sache gemeinsam…ich mag sie nicht. Nun können die 2017 in FFM gegründeten HOLLOWED nichts dafür und ferner hat das Quintett auch nur schwerlich eine musikalische Gemeinsamkeit mit den oben genannten Kapellen. Dennoch sind viele Sympathiepunkte noch vor Beginn unter den Tisch gefallen, denn jetzt mal ehrlich: Mit dem Handy Fotos von der CD machen, die halb verwackelt sind und diese dann auch allen Ernstes zwecks Rezension übermitteln, sodass man sich das Cover (nebst sämtlichen Infos zur Band) von der Facebookseite zusammensuchen muss? Das geht mal gar nicht und sollte intern unter dem Banner „Wie präsentiere ich meine Band?“ ausdiskutiert und schnellstens verbessert werden. Da kann die Musik auf dem Datenträger noch so genial, ausgefallen und edgy sein. Doch ich schweife ab. Was die EP kann und was nicht stellt sich im Folgenden heraus.

Was direkt auffällt ist, dass der Sound sich irgendwo zwischen Betzefer, Down und den frühen Stone Sour bewegt. Mir persönlich klingen die Klampfen ein wenig zu kratzig und nehmen so den Drums und vor allem dem, in dieser Musiksparte essenziellen, Bass ein wenig den Wumms. Nachdem „Slave Becomes a King“ sachte und möglichst böse in den Ring steigt und mit dem erwarteten Groove und höher angesiedeltem Tempo die Richtung vorgibt, springt der Funke noch nicht über. Wenn die Mucke von HOLLOWED den Zündstoff für eine vertonte Kneipenschlägerei voll mit Gefängnisinsassen ergeben soll, klingt das Endprodukt eher danach, als würde man sich den kleinen Zeh am Bettpfosten anschlagen. Tut beides weh, hat aber völlig unterschiedliche Intensitäten beim Erleben. Ebenfalls ist mir die Rhythmik von Sänger Fight hier und da ein Rätsel.

Auch beim Titelstück „Shattered“ fehlt mir das zwingende Etwas, dieser eine Riff oder diese eine Struktur, die das Gesamtbild abrundet… So plätschert auch der nächste 6-Minuten-Song dahin ohne Akzente zu setzen, was anhand des relativ tighten Spiels echt schade ist. „Sick Society“ geht im Anschluß dann eher mit einer punkigen Attitüde voran, was im Zusammenspiel mit dem Sound auch besser passt und dann doch zu gefallen weiß.

„Anxiety“ lässt aus allen Ecken Down-eske Gitarren aus den Fugen triefen und mischt diese mit triolischen Lamb of God-Ausflügen. Kann man definitiv so machen, wenn nicht wie in den anderen Titeln die Klimax fehlen würde. Ich habe hier den Refrain erst beim zweiten Mal erkannt, da er sich für mich kaum vom restlichen verbauten Material abhebt. Ich verstehe ja auch, dass Gitarristen unbedingt immer Soli spielen möchten, aber wenn die Fähigkeiten dann eher zweckmäßig sind (was bei vielen u.a. auch namenhaften Bands der Fall ist), sollte man diese besser gänzlich weglassen.

Mit „These Scars“ kommt dann der Schlusspunkt, welcher sich zwischen Thrashgeknüppel und vereinzelten modernem Groove eine Nische sucht, die allenfalls als mittelprächtig bezeichnet werden kann.

Unter’m Strich bleibt zu sagen, dass HOLLOWED hier Altbekanntes mit den gängigen Gewürzen brauen. Die Mischung kann man sich anhören, wird aber auch niemandem vom Hocker reißen (wo wir wieder bei der Kneipenschlägerei wären). Wer auf konventionelles und rhythmisch unkompliziertes Riffing steht und nicht zwangsläufig unnötig verschnörkelte Musik mag, könnte hier glücklich werden. Das Fundament liegt, jetzt bleibt abzuwarten, was HOLLOWED damit anstellen.