Cover_Hexecutor-Hangmen Of RoazhonGenre: Thrash Metal
Label: Dying Victims Productions
Veröffentlichung: 23.12.2018
Bewertung: Klasse (8/10)

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Bei der EP „Hangmen Of Roazhon“ der französischen Kombo handelt es sich um ein Re-Release der vier Old School Thrash Metalheads. Außerdem ist die Kiste bei der Gelegenheit gleich remastered worden. Ich bin zwar nicht so der Thrash Metal Fan, aber ich bin auf jeden Fall gespannt, was hier abgeliefert wird. Also vorsichtshalber mal die Lautstärke ganz aufdrehen und ab geht’s:

Der Titeltrack startet direkt durch wie eine Dampfwalze, die von einem Gnom (fragt mich nicht, warum gerade ein Gnom) auf Speed mit diabolischem Lachen geführt wird! Das schrille Riffing macht klar, dass hier nicht viel stehen bleibt und der Gesang versprüht eine ganz besondere Duftnote: rau und kratzend, dann wieder kreischend, teilweise hechelnd. Außerdem klingt es zwischendurch, als würden die Instrumente gegeneinander spielen oder besser gesagt kämpfen. Auch wenn es erst einmal beim Hören konfus klingt, passt es doch irgendwie alles verdammt gut zusammen und bringt eine ganz gewaltige Ladung Highspeed-Arschtritt mit sich! Dagegen wirkt Song Nummer 2, „Soldiers Of Darkness“ gerade zu harmonisch, aber an Geschwindigkeit und Gewalt-Riffing wird dennoch nicht gespart. Die Gitarren stehen stets im Vordergrund, auch gleichberechtigt neben dem Gesang. Die Drums gehen fast ein klein wenig dabei unter. Aber das ändert sich, als sich geschickt mit einem Off-Beat-Part angeknüpft wird, der von fast schon im Heavy Metal-Manier treibenden Saiteninstrumenten begleitet wird. Der Weg in den Thrash Metal wird gekonnt zurückgefunden, mit einem schnellen Solo ordentlich planiert, gepflastert und wieder abgerissen.

„Consecrated Slaughter“ startet mit kreischenden Gitarren und bildet im Refrain tatsächlich sowas wie Ohrwurm-Potenzial. Ab und zu wird auch hier das Riffing leicht weicher, das Solo bleibt aber in verzerrter und aufschreiender Gangart und die hohen Schreie in den Vocals, die nach Todesangst oder Todesbotschaft klingen, fügen sich perfekt ein. Und auch mit „Napalm Assault“ scheppert es ordentlich weiter. Der Song bringt ein paar verschiedene Facetten mit sich, die von dem brachialen Blast Beat zusammengehalten werden. Außerdem werden immer wieder schön nachtretende Akzente gesetzt. Die Intensität wird bis zum Anschlag hochgehalten, allerdings kommt dafür das Ende des Songs ziemlich abrupt daher.

Also die Musik ist definitiv nichts für schwache Gemüter! Sauschnell, voll auf die Fresse, kreischend, brutal und ausbrechend, dann mal geschickt etwas melodischer aber immer noch voll auf die Fresse, durch die Motivwechsel auf jeden Fall sehr kurzweilig und… voll auf die Fresse. Teilweise vielleicht in den Höhen sogar ein bisschen zu schmerzhaft in den Ohren, aber der Sound aktiviert auf jeden Fall in ausreichendem Maß den Selbstzerstörungstrieb, um das zu ertragen und sogar abzufeiern. Genau die richtige Musik, um beispielsweise auf einem Festival im Camp den billig Ikea-Tisch freudig-aggressiv mit einem anderen billig Ikea-Tisch klein zu hauen (dies ist keine Handlungsempfehlung!). Ich bin auf jeden Fall mehr als angetan, wobei es auch für meinen Geschmack nichts ist, was sich gut nebenbei hören lässt (es sei denn man macht gerade diese Tisch-Sache).