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Am 31. Mai und 01. Juni 2019 findet das BAVARIAN BATTLE OPEN AIR (BBOA) in Kirchdorf bei Haag statt. Dieses hat sich über die letzten Jahre zu einer festen Größe im bayrischen Metal-Open-Air-Festivalkalender gemausert. Und wie bereits letztes Jahr, wurde das Wochenende davor im Münchner Metal-Club BORN TO ROCK die Warm-Up-Party veranstaltet. Wir waren für euch vor Ort, um mit DISTASTE, HAILSTONE und FINAL BREATH schon mal ordentlich die Nackenmuskeln zum Schwingen zu bringen.

Vergleichsweise früh öffnete das BORN TO ROCK bereits um 07:00 Uhr seine Pforten. Und tatsächlich fanden zu dieser zeitigen Zeit bereits viele Menschen den Weg in den Club. Schließlich wurde das DFB-Pokalfinale auf Großleinwand im Outdoor-Bereich übertragen. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit sprangen DISTASTE aus Linz auf die Bühne und zerfetzten mit ihrem brutalen und schnellen Death Grind die Luft. Zwar verirrten sich erst im Laufe des Sets immer mehr Zuschauer von draußen ins Innere, aber zum Ende wurde es dann doch angemessen voll. Angemessen deshalb, weil die vier Jungs auf der Bühne ordentlich Energie rüberbrachten, sich die Finger wund spielten und die Stimme an die Belastungsgrenze brachten. Dabei ergänzten sich die beiden Gitarristen astrein in ihrem Gesang: einer übernahm die hohen, krächzenden Screams, während der andere die tiefen Growls auspackte. Gesungen wurde auf Deutsch. Die Band hatte ordentlich Spaß auf der Bühne und hätte mit Sicherheit gerne noch etwas länger gespielt, aber wie das mit Grindsongs nun mal eben so ist: schneller vorbei, als einem lieb ist.

Bei HAILSTONE war der Club dann berstend voll. Die Lokalmatadore hatten den Vorteil, dass das Fußballspiel vorbei war und die meisten Anwesenden, die sich für den Sport interessieren, mit dem Ergebnis wohl zufrieden waren und dementsprechend in Feierlaune waren. Da kam der Melodic Death von HAILSTONE genau richtig. Auch hier ging es fix zur Sache, aber das Ganze wesentlich melodischer. Die Münchner packen ein gelungenes Best-Of Set aus und wussten die feierwütige Gemeinde mitzureisen. Beim Hit „Bulletstorm“ blieb kein Nacken unbewegt. Die Soli saßen, die Drums wummerten fett und der Gesang war gut zu hören. An dieser Stelle muss auch mal das BORN TO ROCK für den tollen Sound gelobt werden. Dafür, dass hier normalerweise „nur“ Metal-Disko sattfindet, hat man einfach statt der Bar eine Bühne aufgebaut. Und dafür war der Sound aller erste Sahne. Und keine Sorge, eine Theke gab es natürlich trotzdem.

Bevor der Headliner die Stage erklomm, wurden noch ein paar Gewinne ausgelost, unter anderem Getränkemarken für das BBOA. Das ist mal gelungener Fan-Service. Für FINAL BREATH aus Franken war es die Realease-Show zum neuen Album „Of Sin and Death“ und gleichzeitig die erste Show in München seit 13 Jahren. Da es in den letzten Jahren relativ ruhig um die Band geworden ist, merkte man wie heiß die Mannen auf den Auftritt waren. So haben alle Fünf über das mehr als einstündige Set komplett durchgestrahlt. Auf der Bühne standen zwei mannshohe Skelete in Roben, passend zum Backdrop. Und an den Mikrofonständern hingen auch ein paar Knochenmänner. So viel Mühe sieht man auf kleineren Shows eher selten; toll gemacht. Die Lust und Spielfreude übertrug sich auch aufs Publikum. Auch hier gab es bei der Mischung aus Thrash und Death Metal nichts zu meckern. Eine ordentliche Songauswahl, gute Beherrschung der Instrumente und eine erfeulich lange Zugabe. Leider wurde es vor der Bühne zum Ende unverständlicherweise immer leerer. Dabei haben FINAL BREATH mehr als eindrucksvoll bewiesen, wie man auch nach über 25 Jahren Bandgeschichte tollen Metal macht und den dann auch noch so herrlich sympathisch und einwandfrei live spielt. Davon könnte sich die ein oder andere jüngere Band eine Scheibe abschneiden.

Insgesamt war es ein mehr als gelungener Abend, bei dem man für wenig Geld viel geboten bekommen hat. Wer immer noch nicht genug hatte, konnte nach dem Konzert ja schließlich noch beim DJ der harten Musik frönen. So, und jetzt habe ich richtig Bock auf das BBOA. Hoffentlich geht die Woche schnell rum.