CoverGenre: Heavy Metal
Label: Independent
Veröffentlichung: 09.11.18
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Die Band WAGNIS stammt aus Kassel und wurde 2017 gegründet. Die Jungs fühlen sich dem klassischen Heavy Metal der 70er und 80er am nächsten und möchten diesen qualitativ hochwertig auch in der jetzigen Zeit vertreten. Mit „Revolution of Dignity“ erschien letztes Jahr ihre erste EP und diese soll in diesem Review begutachtet werden.

Mit „Plyve Kacha“ wird die EP auf eine Weise eröffnet, die man nicht erwartet. Man hört zunächst einen Chor samt Vorsänger auf ukrainisch singen und wenn man ein wenig recherchiert, stößt man auf einen ukrainischen Folksong mit dem gleichen Titel, welcher den Verlust von geliebten Menschen während eines Krieges thematisiert. Die Wahl kommt nicht von ungefähr, da Sänger Anton aus der Ukraine stammt.
„Revolution of Dignity“ – der Titeltrack – folgt auf dieses Intro und lässt nach kurzem Bassintro sofort durchblicken, in welchen musikalischen Gefilden man sich hier bewegt. Da werden sofort Erinnerungen an die Vorreiter und Legenden des Heavy Metal wach –  selbst bei denjenigen, die all das nicht miterlebt haben, weil sie zu jung sind.

Stampfende Rhythmen, zwischendurch wohlklingende Gitarrensoli und eine klassische Heavy-Metal-Stimme werden dauerhaft dem Zuhörer präsentiert, mal etwas getragener, und dann wieder dynamischer wie in „The Falling Man“, wo man sich im wilden Westen wähnt – so klingt jedenfalls der galoppierende Einstieg in den Song. Bei „The Power of the Sun“ hat man sich stimmliche Unterstützung von keinem geringeren als Henning Basse (Firewind) geholt.

Die EP von WAGNIS bietet guten, handfesten Heavy Metal der alten Schule, der sicherlich bei fast jedem gut ankommt. Alle Mitglieder sind bereits erfahrene Musiker und das zahlt sich bei der Qualität der Musik aus. Um wirklich zu begeistern sollte man allerdings weiter daran arbeiten, ein wenig mehr eigene Note in die Musik zu bringen, sodass man nicht einfach nur wie ein Abklatsch der eigenen Vorbilder klingt. Während man einiger Genres mittlerweile doch gerne mal überdrüssig ist, geht klassischer Heavy Metal immer, auch in moderner Fassung. Somit ist hier noch viel Potential nach oben. Und da diesen Herbst die Aufnahme des ersten Albums stattfinden soll, darf man gespannt sein, was die Mannen bald an neuer Musik vorlegen werden.