CoverGenre: Alternative Metal
Label: Century Media
Veröffentlichung: 11.10.2019
Bewertung: Klasse (8/10)

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Da ist es nun – das neunte Album der italienischen Metalgrößen. Und die haben beschlossen, mal wieder so richtig auf den Tisch zu hauen. Man möchte es kaum glauben, aber nach dem schon ziemlich hartem Brett „Delirium“ folgt der noch härtere Brecher „Black Anima“. Während die einen mit der Zeit gerne mal nachlassen, drehen die Dudes und die Dudette erst richtig auf. Auf diesem Album sind einige Kracher drauf und interessanterweise keine Ballade. Doch keine Sorge, auch die melancholische Seite ist wieder vertreten.

„Anima Nera“ läutet das Album ein und macht jetzt schon einen Unterschied zu den Vorgängeralben, da man hier auf ein düsteres, unheimliches Intro setzt, anstatt gleich mit dem ersten Song um sich zu schmeißen. Aber es passt, da „Black Anima“ nicht nur heavy sondern auch finster daherkommt. Das nachfolgende „Sword of Anger“ gibt noch nicht vollends Vollgas, sondern steigert sich langsam, doch spätestens bei der bereits veröffentlichten Single „Reckless“ geht es ordentlich ab. Hier wird nahtlos an das vorherige Album angeknüpft.
Der Bass ist im Sound von LACUNA COIL immer besonders prominent und so ist es auch dieses Mal. Dieser drückt lässig aus den Boxen und man kann sich dem Groove kaum entziehen.

Auch „Now Or Never“ und „Under The Surface“ hauen mit voller Wucht rein, sodass sie wohl live richtig viel Spaß machen werden. „Veneficium“ beginnt ungewöhnlich mit klassisch anmutenden, chorähnlichen Gesängen, erinnert aber in den Strophen an die Zeiten von „Comalies“ und „Karmacode“ – hier findet also eine spannende Fusion aus altem und neuem Sound statt.
In „Save Me“ hat Cristina Scabbia eine Textpassage eingesprochen, die so auch sehr gut zu einer Figur in einem Computerspiel passen würde. Da kommt man doch gleich auf Ideen… Mit „Black Anima“ setzt die Band ans Ende des Albums traditionell ein eher getragenes, melancholisches Abschlusslied. Und wer gut aufgepasst hat, hat bemerkt, dass der Titel an den Anfangssong anknüpft, womit sich der Kreis dann schließt.

LACUNA COIL haben mal wieder einen ordentlichen Brocken abgeliefert und sich nicht gescheut, ein wenig zu experimentieren. So sind einige elektronische Momente zu hören, doch auch an die guten alten Zeiten wurde hier und da erinnert. Textlich gesehen wurde dieses Mal kein konkretes Überthema gewählt wie zuvor, aber oftmals drehen sich die Lyrics darum, dass man im Hier und Jetzt leben und sich von Rückschlägen im Leben nicht aufhalten lassen sollte, da wir alle Herren über unsere eigenen Leben sind.
Sowohl Andrea Ferro als auch Cristina Scabbia liefern eine hervorragende Gesangsleistung ab, die genau zum Instrumentalen passt. Aber natürlich machen auch die Instrumentalisten einen klasse Job und spielen gefühlt alle Energie aus sich raus, die sie zu bieten haben. „Black Anima“ ist ein weiterer Meilenstein in der Bandgeschichte von LACUNA COIL.