Unbenannt-1Jedes Jahr auf’s Neue touren die Jungs von DEBAUCHERY und BALGEROTH quer durch Deutschland, um ordentlich Nackenschmerzen zu verteilen. Dieses Jahr bekommen sie Unterstützung von STORMRAGE und den symphytischen Nordlichtern von SURFACE, die in Lübeck direkt Albumrelease feiern.

Los geht der Abend mit STORMRAGE, die schon einmal ordentlich Gas geben. Das Riders Cafe ist trotz der frühen Stunde schon richtig gut gefüllt und durchkommen bis zur Bühne ist bereits durchaus etwas komplizierter, als man es zum Opener erwarten würde. Die Stimmung ist allerdings noch etwas mau, sodass sich STORMRAGE eher recht undankbar die Seele aus dem Leib spielen. Dennoch ein sehr gelungener Auftritt mit viel Energie und Elan.

Schon recht früh am Abend kommt dann schon der „Secret Headliner“ oder aber auch „Headliner der Herzen“. Für SURFACE ist der Auftritt beinahe ein Heimspiel und so sind einige Titanen der Band im Publikum, um mit der Band das Albumrelease ihres neuen Silberlings „River Of Souls“ zu zelebrieren. Die Band gibt von Beginn an richtig Vollgas und haut einen Knaller nach dem anderen raus. Sänger Tom hat die Fans schon von Anfang an gut im Griff und schafft es, dank seiner Bandmates, auch ohne Probleme kleine technische Schwierigkeiten noch in ein paar solide Lacher zu verwandeln. Die Ansagen zwischen den Songs, so lustig sie teils auch sind, sind hier und da vielleicht ein wenig lang und nehmen teils den Drive aus der Show, dennoch geht das Publikum bei jedem Song ordentlich ab, bis das Ganze im absoluten Abriss bei „The One I Hate“ endet.
SURFACE begeistern live von Mal zu Mal mehr. Ein Wunder, dass das Quartett noch keine großen Headlinertouren spielt. Verstecken müssen sie sich vor den noch folgenden Bands keinesfalls.

Weiter geht es mit BALGEROTH, dem Alter Ego von DEBAUCHERY. Wie war das noch in Fight Club? Wo der Protagonist ein richtig abgefucktes, durchgedrehtes Alter Ego entwickelt, das sein komplettes Gegenteil und einfach nur eiskalt und eisenhart ist, sich von niemandem etwas gefallen lässt und sau cool ist? Nun, DEBAUCHERY ist in diesem Beispiel eindeutig Tyler Durden.
BALGEROTH liefern zwar ab und sind spielerisch auf einem unfassbar hohem Niveau, allgemein aber der hässliche kleine Cousin von DEBAUCHERY. Das Konzept der Band ist zwar eindeutig und macht Sinn, aber irgendwie fehlt da so das gewisse Etwas.

Ganz anders allerdings bei DEBAUCHERY, die so richtig abliefern und dem Publikum sofort zeigen, wer hier der Boss ist. Das leichte Stimmungstief von BALGEROTH ist wie weggeblasen und DEBAUCHERY brauchen keine fünf Sekunden, um dem Publikum richtig einzuheizen. Die Köpfe im Riders nicken im Takt und die Fäuste schnellen in die Luft zum eingängigen Geknüppel der Band um Thomas Gurrath, der offenbar gar nicht genug bekommen kann, denn hier wird eine Zugabe nach der anderen zum Besten gegeben. Entweder ist das Trio die letzten Jahre täglich in eine Schauspielschule gegangen, oder die Zugaben sind wirklich spontan und nichts ist abgesprochen. Völlig egal, denn das Konzept funktioniert und die Fans sind hellauf begeistert und bekommen gar nicht genug.

Alles in allem eine grandiose Veranstaltung, wenn auch mit wenig Überraschungen, aber wenn man eh weiß, dass der Sound bekanntermaßen im Riders grandios ist und die Bands alle ihr Handwerk einwandfrei verstehen, ist die Tatsache, dass es keine Überraschungen gab, auch eigentlich gut. Vielleicht gibt es nächstes Jahr mal eine spontane Tanz- und Gesangseinlage von SURFACE zum BSB Song „Everybody“ – das wäre auf jeden Fall wirklich überraschend!

Und wer SURFACE noch nicht kennt, sollte sich definitiv mal fortbilden. Wir haben dafür schon mal was vorbereitet: