Evangelist_Deus_VultGenre: Epic Doom Metal
Label: Nine Records 
Veröffentlichung: 20.12.2018
Bewertung: Gut (6/10)

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Mit „Deus Vult“ haben EVANGELIST, eine Epic Doom Metal Band aus Polen, ihr bisher drittes Album veröffentlicht. Die Formation hüllt sich in Anonymität, weil nicht gänzlich bekannt ist, wer Mitglied ist. Abgesehen vom Herkunftsland ist auch bekannt, dass einige der Mitglieder bei der Band Monasterium mitspielen.

Als Einstieg gibt es einen Ausschnitt aus einer Rede zu hören, was mittlerweile immer häufiger als Stilmittel verwendet wird. In diesem Fall handelt es sich um eine Ansprache aus dem Film „Kingdom of Heaven“. Kurz danach setzen zunächst drückende Gitarren, dann der Rest der Band, ein und geben ganz klar vor, wohin die Reise musikalisch gehen soll. Man könnte meinen, dass der Sänger einfach melodiös erzählt, so getragen wie sein Vortrag der Lyrics ist. Das fügt dem Ganzen aber nur noch mehr Pomp hinzu, was thematisch gesehen natürlich hervorragend passt, da man sich hier, wie die meisten bestimmt schon erraten haben, mit den Kreuzzügen und weiteren Schlachten im Namen Christi beschäftigt.
Mit „Memento Homo Mori“ geht genauso episch und düster weiter, hier wir auch ein wenig mehr Spannung aufgebaut, sodass die Einflüsse des klassischen Heavy Metals noch deutlicher zu hören sind. Trotzdem ist auch immer eine Prise Doom und somit Dröhnigkeit dabei.

Spätestens ab dem vierten Song merkt man jedoch, dass sich das Songschema durchgehend wiederholt: Eine Mischung aus Heavy und Doom, gepaart mit kraftvollem, erzählerischem Gesang und nach zwei Dritteln des Songs folgt ein Gitarrensolo. Auch wenn man hier hochwertige Musik zu hören bekommt, kann „Deus Vult“ schnell eintönig klingen, da es kaum Aha-Momente gibt. Einer dieser Momente befindet sich im Song „The Leper King“, da das Gitarrensolo an Bands erinnert, die moderneren und düstereren Doom Metal spielen. Ansonsten findet man natürlich auch Schlüsselwörter bzw. -phrasen, die bei einer Kreuzzugthematik nicht fehlen dürfen.

EVANGELIST liefern hier gutes, klassisches Doom Metal Album ab, was sicherlich den einen oder anderen Fan begeistern wird. Dennoch ist hier, was Songstrukturen angeht, noch Luft nach oben, da das Album recht vorhersehbar gestaltet worden ist.