927430Genre: Experimental
Label: Sargent House
Veröffentlichung: 13.09.2019
Bewertung: Bombe (9/10)

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Wenn man an genre-übergreifende und innovative Alben der letzten Jahre denkt, darf der Name CHELSEA WOLFE auf keinen Fall fehlen. Und wieder überrascht die Songwriterin mit ihrem neuesten Album die Hörerschaft. Auch wenn der Titel „Birth of Violence“ andere Erwartungen schürt, so bekommt man ein vorwiegend akustisch gehaltenes Werk vorgelegt. Der Verstärker wurde zwar dieses Mal oftmals weggelassen, doch elektronische Elemente lassen sich trotzdem zur Unterstützung der Kompositionen zwischendurch raushören.

Die Musik ist dieses Mal fragiler, verletzlicher und durch die Reduziertheit wird eine fast schon intime Nähe zum Hörer erzeugt, sodass man sich den Liedern kaum entziehen kann. Der markante Sound von CHELSEA WOLFE bleibt trotzdem unverkennbar: melancholisch, leicht düster, verträumt, ritualistisch, an einigen Stellen eventuell für den einen oder anderen klanglich unangenehm. In den meisten Songs stehen Chelseas Stimme und Akustikgitarre im Vordergrund, trotzdem ist die klangliche Kulisse reich gestaltet, sodass sich beim Hören einiges entdecken lässt.

Obwohl die Lieder an sich alle vergleichsweise einfach gestaltet zu sein scheinen, ist es trotzdem recht schwierig zu beschreiben, was da vor sich geht. Die Musik verleitet einen eher bildlich zu denken. Und das wird sicherlich bei jedem anders sein.
„Birth of Violence“ ist zwar nicht der erste Ausflug der Sängerin in akustische Gefilde, dennoch klingt das Album souverän und selbstverständlich – eine logisch wirkende Folge auf die Vorgängeralben. CHELSEA WOLFE ist definitiv eine Bereicherung der alternativen Musikszene.