„SMV und Die Wilde 13“ – A SECRECT REVEALED (Interview)

Michi, der Sänger der süddeutschen Post Metaller, hat sich unserem Fragenkatalog gestellt und lässt uns in die Karten der Band blicken.

ASR_PROMO-PICTURE

Wie habt ihr Bandname und Logo entwickelt?
Der Name ‚A SECRET REVEALED‘ ist das Ergebnis einer langen Suche nach dem passenden Ausdruck dafür, was wir mit unserer Musik dem Publikum vermitteln möchten. Er bedeutet, dass jeder Mensch Geheimnisse tief in sich vergraben hat, die er mit sich herumträgt und diese meist auch dort verbirgt. Die Offenbarung eines solchen Geheimnisses hat dann etwas sehr Echtes und Tiefgehendes an sich. Das Logo bzw. alle bisherigen Artworks entstammen aus unseren eigenen Reihen – das ist mit drei
Grafikern in der Band eine Art Jackpot, haha. Wir haben versucht, die geheimnisvolle Thematik des Bandnamens sowie die vielfältigen Interpretationsweisen dessen auch in den Logos/Artworks widerzuspiegeln.

Was muss ein Song haben, damit er auf eurer CD landet? Welche Songs fliegen raus?
Der Song muss uns in erster Linie selbst gefallen und etwas in uns auslösen. Hierbei ist es egal, ob das etwas Emotionales oder Aggressives ist, solange der Song für uns „funktioniert“, ist er es wert, dem Publikum präsentiert zu werden (ob jetzt auf CD oder eben live). Bisher ist es noch nie passiert, fertige Songs unveröffentlicht zu lassen, da wir hier schon im Songwriting-Prozess entgegenwirken – wenn etwas nicht funktioniert, fliegt es schon frühzeitig raus.

Was darf bei einem Live-Auftritt nie fehlen?
Ganz viel Nebel und eine gute Lichtershow für die Unterstreichung der Stimmung unserer Musik sowie ein williges und metalfreudiges Publikum. Und natürlich lokales Bier aus dem Veranstaltungsort.

Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Musik?
Unser gemeinsames Ziel ist es, alles was uns im Alltag beschäftigt und bedrückt, durch unsere Musik loszuwerden. Für uns ist das eine Art Ventil, um den angestauten Frust abzubauen und uns fallen zu lassen.

Wie seht ihr euren Platz in der Szene?
Wir sind ein kleiner Fisch in einem großen Teich, was aber absolut nicht schlimm ist! Seit der Veröffentlichung unseres zweiten Albums ‚SACRIFICES‘ genießen wir langsam mehr an Aufmerksamkeit, das tut natürlich gut zu sehen, dass die harte Arbeit auch belohnt wird. Da wir uns mit unserer Art von Musik nicht wirklich einer Szene zugeordnet fühlen, kommen wir meist genreübergreifend auch gut bei der
Hörerschaft an.

Was nervt euch am Musik-Business am meisten?
Die Oberflächlichkeit und Schnelllebigkeit vieler Bands und Funktionäre in dem Business sind wohl das nervigste Thema. Man sieht in anderen Bereichen der menschlichen Zusammenarbeit selten so viele Gesichter kommen und gehen, leider haben nur wenig davon das Durchhaltevermögen und Rückgrat, weiterzumachen und zu ihren Worten zu stehen.

Wer sind eure Vorbilder?
Wir sind fünf individuelle Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Einflüssen und Vorbildern. Musikalisch gesehen sind Bands wie CULT OF LUNA, DEAFHEAVEN und ARCHITECTS Vorbilder, die alle von uns teilen. Wir sehen unsere Vorbilder nicht nur in der Musik, sondern auch im Alltag. Menschen, die uns beeindrucken, Menschen mit einer eigenen Stimme, die nicht das Echo vieler sind, Menschen die versuchen, diese Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Wie entstehen eure Texte?
Die Texte entstehen meist auf Grundlage der fertigen instrumentalen Stücke. Je nach Stimmung des Songs verarbeiten wir unsere Ideen, die ständig – egal ob im Alltag oder Urlaub – gesammelt werden. Für ‚SACRIFICES‘ haben wir erstmalig ein lyrisches Konzeptalbum geschrieben. Hier haben wir kürzlich auf unseren sozialen Medien die Erläuterung hinter den Texten veröffentlicht und mehr Einblick in die Story gegeben. Die Texte entstehen nicht selten in Gemeinschaftsarbeit, da jeder von uns etwas zu sagen und loszuwerden hat.

Wenn alles möglich wäre – wie würde euer ultimatives Musikvideo aussehen?
Das ist eine schwierige Frage – generell ist es immer abhängig vom Song, was in dem Musikvideo passieren soll. Wir möchten auch hier wieder die Geschichte des Songs darstellen – deswegen: je düsterer und bedrückender Musikvideos werden können, desto näher kommen wir an unser ultimatives Musikvideo heran. Natürlich könnten wir uns auch vorstellen, in einer Star Wars Welt auf Dinosauriern reitend Metal zu machen, haha.

Welche Band(s) haltet ihr gerade für völlig unter-/überbewertet? Warum?
Die am meisten unterbewertetste Band in unseren Augen ist IMPLORE. Unsere Freunde rund um Frontmann Gabbo sind wohl die am härtesten arbeitenden Musiker da draußen! Von ihrem ununterbrochenen Touren, dem musikalischen Schaffen und der Menschlichkeit dieser Band können sich sehr viele Bands eine große Scheibe abschneiden. Hört euch auf jeden Fall mal ihre neue Platte ‚ALIENATED DESPAIR‘ an!
Als völlig überbewertet würden wir keine Band bezeichnen. Jede Band, die einen gewissen Erfolg hat und entsprechenden Hype genießt, hat in unseren Augen irgendetwas richtig gemacht, ob das uns nun gefällt oder nicht, sei dahingestellt.

Wie sieht euer Proberaum aus?
Unser Proberaum ist ein relativ kleiner und überschaubarer Raum, den wir uns mit anderen lokalen Bands und einer Musikschule teilen – viel gibt es da nicht zu erzählen: in jeder Ecke steht Equipment, zwei Drumsets und jede Menge Cabinets. Schön ist, dass wir bei der Gestaltung des Raumes mitwirken konnten und im Gegensatz zu unserem vorherigen Raum einen wirklich guten Sound zum Proben haben.

Wann habt ihr die meisten/besten Ideen für neue Songs?
Der Großteil der Ideen für neue Songs entstehen bei unseren Gitarristen Lukas und Ralf zu Hause – meist aus einer zu dem Song passenden Stimmung heraus. Hier werden dann auch die Melodien und Grundsteine der Songs im kleinen Homestudio geschaffen, wobei sich auch immer wieder neue Ideen aus unterschiedlichen Situationen heraus auftun. Anschließend wird das Vorhandene mit der Band geteilt, um gemeinsam den Feinschliff sowie die Texte zu erarbeiten.

Was ist der Stoff, aus dem eure Alpträume sind?
Menschliche Verluste aus dem persönlichen Umfeld sind wohl ein Thema, das uns sehr stark beschäftigt. Zudem sind auch Entscheidungen aus Politik sowie tiefe gesellschaftliche Abgründe Dinge, welche uns tagtäglich beim Öffnen der Nachrichten den Alpträumen näher bringen lassen. Make music not war!

Vielen Dank für das Beantworten unserer Fragen!